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Massive Knüppel gegen Eichenfässer

Barth/Löbnitz Massive Knüppel gegen Eichenfässer

Tonnenabschlagen im Bereich des Amtes Barth beginnt heute mit einem Umzug. Viele Tonnenbünde sind dabei.

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So könnte die Tonne beim heute startendem Abschlagen aussehen.

Barth. Der Reit- und Fahrverein Löbnitz und das Amt Barth rufen zum Tonnenabschlagen. Das 17. Amtstonnenfest findet heute und morgen in Löbnitz auf dem Sportplatz Redebas statt.

Das Tonnenabschlagen blickt auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Genaues ist allerdings nicht bekannt, stattdessen spekuliert man über verschiedene Theorien. Eine der Erklärungen ist, dass es während der Besetzung Mecklenburg-Vorpommerns durch die Schweden (1648 bis 1815) eingeführt wurde. Demnach wäre es ein Symbol für das Ende der Herrschaft der Schweden, an die die Fischer bis dahin den Zehnten vom Fischfang abgeben mussten. Nach dem Ende der Besatzung sollen die Fischer aus Freude darüber Eichenfässer aufgehängt und mit massiven Knüppeln dagegen geschlagen haben.

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Der Barther Tonnenbund beim diesjährigen Fest in der Vinetastadt.

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Dass dieser Volksbrauch auf die Beendigung der schwedischen Herrschaft im 19. Jahrhundert zurückzuführen ist, wurde durch geschichtliche Recherchen neueren Datums widerlegt. Bereits 1774 finden sich danach in Barther Protokollbüchern entsprechende schriftliche Dokumente. Es wird vermutet, dass dieser Brauch seit Ende des Dreißigjährigen Krieges hier ausgeübt wurde.

Eine andere mögliche Erklärung ist, dass man mit diesem Fest höfische Sitten nachahmte. Von den Turnierfestspielen waren die einfachen Leute natürlich ausgeschlossen, und so ahmte man diesen Wettkampf auf den Dörfern nach. In früheren Zeiten nahmen nur unverheiratete Männer des Dorfes an den Wettkämpfen teil. Fest steht jedoch, dass diese Tradition alle gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten Jahrhunderten überstanden hat und für die Gäste und die einheimische Bevölkerung eine Veranstaltung mit hohem Spaßfaktor ist.

Das Fest wurde auch zu Zeiten der DDR ausgeübt, musste aber Ende der 1960er mangels Pferden vielerorts vorübergehend ausgesetzt werden. Im Ostseebad Ahrenshoop wurde es dann 1983 wieder aufgenommen, in anderen Orten — wie im Ostseebad Wustrow — wurde der Brauch nie unterbrochen und fand auch während der gesamten DDR-Zeit statt.

Seit 1997 werden die Tonnenschwestern und -brüder aus den Gemeinden, die anfangs zum Amt Barth-Land und inzwischen zum Amt Barth gehören, zum alljährlichen Amtstonnenfest eingeladen.

Das 17. Fest wird nun also heute und am 7. September in Redebas veranstaltet. Zwei Tage lang werden die Traditionen dieses Ereignisses hoch gehalten. Amtsvorsteher Christian Haß dankt bereits im voraus dem Reit- und Fahrverein Löbnitz mit Erich Masuch als Vorsitzendem. Noch ein Hinweis für die Besucher: Zu den Veranstaltungen sind keine Hunde zugelassen.

Das Fest auf dem Löbnitzer Sportplatz in Redebas
Freitag, 6. September:

18.30 Uhr — Umzug der Mannschaften aus Barth, Divitz, Langenhanshagen, Löbnitz, Lüdershagen, Kenz, Spoldershagen und Saal

19 Uhr — Tonnenabschlagen der Frauen auf dem Fahrrad

Anschließend Siegerehrung und Tanz im Festzelt

Eintritt: 3 Euro, Kinder bis zu 14 Jahren frei

Sonnabend, 7. September:

12 Uhr — Umzug der Reiter

14 Uhr — Eröffnung des Amtstonnenabschlagens

14.05 bis 18 Uhr — Tonnenabschlagen zu Pferd

20 Uhr — Öffentlicher Königsball

21 Uhr — Siegerehrung und Tanz im Festzelt

Eintritt: Nachmittag 3 Euro, Kinder bis 14 Jahren frei. Am Abend: 3 Euro

Tonnenabschlagen ist eine beliebte Sportart mit Volksfestcharakter.“Amtsvorsteher Christian Haß

 

Hans-Joachim Meusel

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