Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Mit Volldampf in die neue Saison
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Mit Volldampf in die neue Saison
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:55 04.06.2014
Kinder kennen die Maschinen nur noch aus Erzählungen. Quelle: OZ
Barth

Es faucht und zischt wieder in der Vinetastadt — die neue Dampfsaison der Interessengemeinschaft „Barther Dampfmaschinen“ hat begonnen. Domizil des Vereins ist das Maschinenhaus der ehemaligen Zuckerfabrik auf dem Gelände des Wirtschaftshafens. Werktags von 9 bis 15.30 Uhr sowie nach Vereinbarung können Freunde alter Dampfmaschinen hier ihr Herz höher schlagen lassen.

Die Vereinsmitglieder betreuen, erhalten und zeigen ihren Besuchern hier ein technisches Denkmal: einen Schwungradgenerator. Diese Maschine ist die letzte technische Hinterlassenschaft der früheren Barther Zuckerfabrik. Der Generator hat die Fabrik von 1925 bis zur Wende mit Elektroenergie versorgt. „Er leistete bis zu 810 Kilovoltampere, was in etwa 1000 PS entspricht“, weiß

Vereinsvorsitzender Siegmar Goretzki (74). Seit 1986 steht die Anlage unter Denkmalschutz. Ihr Eigentümer ist die Stadt Barth. Die Maschine ist restauriert und mit einem Hilfsantrieb versehen worden.

Die Barther Dampfmaschinen- Enthusiasten haben im Laufe der Jahre die Ausstellungsfläche Stück für Stück vergrößert. Mehrere Betriebe und Institutionen der Region konnten sie dafür als Unterstützer gewinnen.

„Es sollte nicht bei dem einen Aggregat bleiben“, sagt Siegmar Goretzki. Und so kam mit den Jahren Teil um Teil technischer Historie hinzu.

Heute ergänzen zwei weitere Dampfmaschinen und eine funktionstüchtige Duplexkolbenpumpe das Bild dieses industriellen Zeitalters. Die Besucher können an die zehn historische Dampf- und Arbeitsmaschinen in Aktion erleben. „Die Jüngeren unter ihnen kennen so was nur noch aus Erzählungen“, sagt Siegmar Goretzki. Hier gibt es keine Technik in der Blackbox, sondern zum Anfassen und Verstehen. Hier faucht und zischt es noch, bevor sich etwas bewegt. Die Jüngeren bekommen die Chance, funktionstüchtige Modelle selbst in Betrieb zu nehmen. Und wer von den Gästen Fragen hat — Mitglieder des Vereins beantworten sie gern.

„Wir wollen uns nicht einseitig auf die Dampftechnik festlegen“, erklärt Siegmar Goretzki. Deshalb haben die Vereinsmitglieder ihre Ausstellung um diverse Werkzeugmaschinen und Handwerkzeuge ergänzt.

So ist unter anderem die Wirkungsweise einer Transmission (historisches Riemengetriebe) erlebbar. Und wer die nötige Kondition mitbringt, kann sich im Anlassen eines Kleindieselmotors mit Kurbelkraft und Lunte versuchen.

„Gerade diese Vielfalt macht die Ausstellung so interessant für Außenstehende“, schwärmt Siegmar Goretzki. Das spiegele sich in den gestiegenen Besucherzahlen wider. Im vergangenen Jahr zählte der Verein 800 Gäste, darunter aus der Schweiz und den Niederlanden. Gerade für Urlauber, speziell für Familien mit Kindern, sei die Ausstellung eine willkommene Bereicherung des Barth-Besuches, sagt Siegmar Goretzki.

Der Eintritt ist frei. Die Interessengemeinschaft „Barther Dampfmaschinen“ ist ein gemeinnnütziger Verein. Er lebt von Spenden und Sponsoren.

Dampfende Fakten

2001 gründeten Enthusiasten
die Interessen- gemeinschaft „Barther Dampf-
maschinen“.
Im Verein sind zurzeit acht Vollmit-
glieder, fünf fördernde Mitglieder und zwei Ehrenmitglieder tätig. Außerdem konnten drei Jugendliche als Nachwuchs gewonnen werden.
Kontakt: Siegmar Goretzki,
Vereinsvorsitzender,
☎ 038231/807 86
Die Vielfalt macht die Ausstellung so interessant.“Siegmar Goretzki (74),
Vereinsvorsitzender



Detlef Lübcke