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Ribnitz-Damgarten Pruchten tritt Zweckverband nun doch bei
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Pruchten tritt Zweckverband nun doch bei
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00:00 02.04.2014
„Die Unklarheiten sind ausgeräumt. Deshalb sollten wir uns nicht länger verschließen.“ Andreas Wieneke, Bürgermeister Quelle: Volker Stephan

Erneut stand am Montagabend die Mitgliedschaft der Boddengemeinde Pruchten im Zweckverband „Maritimer Lückenschluss zwischen Warnemünde und Stralsund“ auf der Tagesordnung einer Gemeindevertretersitzung. Erst im Dezember war der Beitritt zum Zweckverband durch die Pruchtener Gemeindevertreter abgelehnt worden. „Weil die Satzung und vieles Drumherum nicht klar waren“, erinnerte Bürgermeister Andreas Wieneke (SPD). Man hätte die Befürchtung gehegt, ständig zum Nachschießen finanzieller Mittel gezwungen zu werden. Nun seien die Unklarheiten aber ausgeräumt worden.

„Deshalb sollten wir uns nicht länger verschließen,“ meinte Wieneke. Vorerst gehe es um eine zweijährige Mitgliedschaft für einen jährlichen Beitrag von 1400 Euro. Das Geld für 2014 sei bereits in den Haushalt eingestellt worden.

Sinn würde allerdings nur ein Durchstich zwischen Dierhagen und Wustrow machen — denn dann hätten fast alle etwas davon, so die Meinung des Gemeindeoberhauptes. Jedoch würde Pruchten durch seine Lage an der Barthe kaum Nutznießer einer solchen Lösung sein. „Was im Ergebnis der Untersuchungen rauskommt, weiß bisher niemand. Auf jeden Fall wird es eine Aussage geben, ob als Lösung ein Außenhafen, ein Durchstich oder besser gar nichts infrage käme. Dann hätten wir endlich Klarheit über Sinn oder Unsinn des Vorhabens und die Diskussion wäre beendet“, so Wieneke. „Dafür sollten wir die 2800 Euro für zwei Jahre Mitgliedschaft schon mal riskieren.“

Nicht alle Gemeindemitglieder wollten sich dieser Sichtweise anschließen. Gerhard Neumann (SPD) vertrat die Ansicht, dass der Staat das Problem lösen müsse und seine Verantwortung nicht einfach auf das Land und den Landkreis abwälzen dürfe. Und Gemeindevertreter Alexander Range (CDU) würde die 2800 Euro Mitgliedsbeitrag bei der Kita oder der Feuerwehr besser aufgehoben wissen.

„Diese 2800 Euro nutzen der Kita oder der FFW auch nicht so richtig, würden aber helfen, einen Lösungsansatz in der Durchstichproblematik zu finden“, widersprach der Bürgermeister. Es gehe ja gegenwärtig nicht darum, den Durchstich zu bauen und zu betreiben, sondern als Region mit einer Stimme zu sprechen und Fördermittel einzuwerben — und um nichts mehr.

Birgit Matysiak (SPD) forderte mehr Zusammenhalt der benachbarten Dörfer in dieser Frage: „Fuhlendorf und Bodstedt besitzen bereits schöne Wasserwanderstützpunkte und irgendwann werden wir doch sowieso mit ihnen zusammengeworfen.“

Lutz Redeker (FDP) forderte die Gemeindevertretung auf, etwas weiter über den Tellerrand zu blicken: „Wir sollten nicht so egoistisch sein und immer nur Pruchten, Pruchten denken. Man darf nicht immerzu nur den persönlichen Vorteil sehen. Wir liegen genau zwischen Zingst und Barth und haben von beiden Orten einen Nutzen.“

Bevor über die Beschlussvorlage abgestimmt werden konnte, musste der Dezemberbeschluss aufgehoben werden. Bei beiden Abstimmungen gab es nur zwei Gegenstimmen, die Gemeinde wird demzufolge dem Zweckverband „Maritimer Lückenschluss“ beitreten.



Volker Stephan

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