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Ribnitz-Damgarten „Wunder der Technik“ in der ehemaligen Zuckerfabrik
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Wunder der Technik“ in der ehemaligen Zuckerfabrik
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01:22 24.09.2014
Mit der 1000-PS-Dampfmaschine fing alles an. Um diese zu erhalten, schlossen sich die Technik-Enthusiasten rund um Siegmar Goretzki zu einer Interessengemeinschaft zusammen. Quelle: Volker Stephan
Barth

Ein interessantes Kapitel Technikgeschichte können Einheimische und Urlauber auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik am Barther Wirtschaftshafen erleben. Im erhaltenen Maschinenhaus, in dem mittels Dampfmaschine und Generator einst der Strom für den Betrieb erzeugt wurde, haben die Enthusiasten der Interessengemeinschaft (IG) Barther Dampfmaschinen in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten eine kleine, aber repräsentative Sammlung exzellent erhaltener Antriebs- und Transmissionsmaschinen aufgebaut.

„Wenn ich das Jahr 2000, als wir im Zuge der Sanierung des Maschinenhauses Richtfest feierten, als Maßstab nehme, haben wir einen gewaltigen Schritt nach vorn getan“, erklärte der Vereinsvorsitzende Siegmar Goretzki stolz. „Es gibt immer aber wieder neue Ideen, die sich wie die Technik weiterentwickeln. Doch leider wird ihre Umsetzung durch unsere finanzielle Situation ausgebremst“, bedauerte er. Der Verein lebe vor allem von Spenden zufriedener Besucher sowie von öffentlichen Zuwendungen. Neben den zehn aktiven Mitgliedern und einigen Ehrenmitgliedern gebe es auch eine Reihe fördernder Mitglieder, die das Vereinsanliegen mit Sachleistungen unterstützten.

Schweißte einst der Wille zur Erhaltung der 1000-PS-Dampfmaschine mit dem Siemens-Schuckert-Generator die Technik-Enthusiasten aus der Region zu einer tatkräftigen Interessengemeinschaft zusammen, steht heute die Präsentation und Demonstration aller herkömmlichen Antriebstechnologien des 19. und 20. Jahrhunderts auf ihrer Agenda.

Aus diesem Grund können regelmäßige Besucher des kleinen Museums immer wieder etwas Neues entdecken. So empfängt sie vor dem Maschinenhaus neuerdings ein leuchtend roter 200-PS-Schiffsdiesel, der einst einen 17-Meter-Fischkutter angetrieben hatte. Allein für die DDR wurden 229 solcher Kutter gebaut und mit den Motoren ausgerüstet. Dieser ist dem Verein von der benachbarten Werft Rammin zur Verfügung gestellt worden. Die Funktionsweise eines Dieselmotoren wird anschaulich mit den älteren, aber funktionstüchtigen und auf Rollwagen montierten Kleinmotoren der Marken Deutz, Faryman und Güldner demonstriert.

Jüngste Errungenschaft und absoluter Exot ist ein Mazda-Wankelmotor, dessen Konstruktions- und Funktionsweise heute den Wenigsten noch bekannt sein dürfte. Die Tüftler wollen das Exemplar als Schnittmodell herrichten, um daran die Vor- und Nachteile des einstmals erfolgversprechenden Entwicklungsansatzes, der leider nie vervollkommnet wurde, zu erklären.

Besonders stolz ist Siegmar Goretzki auf einen kürzlich gekauften Baustellenkompressor im guten Zustand, mit dem sich die beiden Dampfmaschinen und die Lokomobile in Bewegung setzen lassen. „Statt Dampf nutzen wir die viel leichter zu handhabende und ungefährliche Druckluft als Antriebsmedium. Dank der Anschaffung sind wir nun unabhängig und müssen uns nun keinen Kompressor mehr ausleihen.“

Neu ist auch ein Modell der ehemaligen Zuckerfabrik, auf dem die Lage der noch existierenden und aller vor Jahren abgerissenen Gebäude in ihrer Gesamtheit veranschaulicht ist. Die Mitarbeiter der Modellwerkstatt des Barther Qualifizierungs- und Beschäftigungszentrums (BQB) haben es nach alten Fotovorlagen gebaut.

Gern würde Siegmar Goretzki auch die technische Epoche vor der Dampfmaschine in die Ausstellung aufnehmen und dazu einen Göpelantrieb errichten. „Den könnten dann ja die Kinder von Schulklassen mal probeweise in Bewegung setzen. Auch ein kleines, über eine Transmission angetriebenes Sägegatter könnte ich mir gut auf unserem Gelände vorstellen.“

Öffnungszeiten
Noch bis zum 31. Oktober ist das Maschinenhaus am Barther Wirtschaftshafen montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 12.30 bis 15 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Außerhalb dieser Zeiten und im Winterhalbjahr können Besichtigungen für Gruppen vereinbart werden (☎ 038231/80786, ☎ 038231/82848).



Volker Stephan

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