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Ribnitz-Damgarten Barther Schüler zu Gast im Hauptstadtstudio
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barther Schüler zu Gast im Hauptstadtstudio
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00:00 13.03.2013
Vincent Zipp kommt aus Velgast-Schuenhagen und besucht die Klasse 5 d des gymnasialen Schulzentrums in Barth. Quelle: Hans-Joachim Meusel
Barth

Im April wird er 11, der Nachwuchsjournalist. Er saß bereits in den Räumen der Bundespressekonferenz in Berlin, blickte im ZDF-Hauptstadtstudio in Kameras, die sonst der Politprominenz vorbehalten ist. Und — das ist ja auch nicht zu verachten — erhält ein Jahr lang einen monatlichen Obolus. „Das Geld spare ich“, erzählt der pfiffige Vincent Zipp gestern der OZ, sozusagen seinem Kollegen. Denn Vincent war bis zur vierten Klasse in der evangelischen Grundschule in Barth Redakteur der Schülerzeitung „Vollbarth“. Da hatte er unter anderem den Artikel „Achtung bei Kindernepp!“ verfasst. Den reichte der Junge beim Schüler-Schreibwettbewerb „Finanzkompetenz & Du“ ein. Der Bundesverband Jugendpresse und die Schufa-Holding hatten diesen Vergleich ausgerichtet.

Die Jury, in der unter anderem Journalisten von ARD und ZDF, vom Handelsblatt und von der „Welt“ saßen, hatte in drei Alterskategorien Gewinner zu ermitteln.

Vincent Zipp, der nun die fünfte Klasse des gymnasialen Schulzentrums besucht, erhielt Post: „Die schrieben mir, dass ich zur Preisverleihung kommen sollte“, erzählt Vincent. Und erlebte das volle Programm: Übernachtung im Hotel in der Friedrichstraße, Preisübergabe in der Bundespressekonferenz, Führung durch das ZDF-Studio in Berlin, Schiffsfahrt auf der Havel. „Welche Platzierung ich habe, wusste ich zuvor nicht“, erinnert sich Vincent noch einmal an den aufregenden Moment. Er strahlt: Platz 1 in seiner Altersgruppe.

Der Zehnjährige liebt besonders Deutsch, Englisch und Mathe, will vielleicht mal Kapitän auf einem Kreuzfahrtschiff werden und hat in seiner neuen Klasse nichts von der Ehrung erzählt: „Ich wollte es nicht an die große Glocke hängen.“ So bescheiden, man glaubt es kaum, können Journalisten sein.

Vincent schrieb in der Märzausgabe 2012 der Schülerzeitung „Vollbarth“ den Artikel „Achtung bei Kindernepp!“ Darin liest man unter anderem:

Mit uns Kindern kann man Geld verdienen. Kinder sind eine Zielgruppe für alle möglichen Waren. Ein Beispiel ist die Sache mit den Sammelkarten. Kinder sollen sie kaufen und sammeln. Heutzutage kostet so ein Tütchen mit fünf Karten 1 Euro. Das ist ganz schön teuer. Der Schlamassel ist, dass das Kind irgendwann nur noch bestimmte Karten braucht, aber genau diese nicht kriegt, und es immer mehr Karten kauft. Kindernepp: Das Geld ist weg und der erworbene Spaß auch schnell.

Kindernepp
Vincent ist sehr aufgeweckt und ehrlich. Und manchmal erzählt er zu viel.“Klassenleiter Olaf Moritz (42)

hjm