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Ribnitz-Damgarten Barther holt nach Hause, was nach Hause gehört
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Barther holt nach Hause, was nach Hause gehört
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16:41 11.06.2018
Achim Krocker reist bis Berlin, Hamburg und Dresden, um Barther Ansichtskarten und andere historische Dinge nach Hause zu holen. Quelle: Carolin Riemer
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Barth

Achim Krocker holt es nach Hause: Postkarten, die vor einhundert Jahren nach Dresden oder Berlin verschickt wurden oder das alte Barther Bahnhofs-Geschirr, das er auf einem entlegenen Flohmarkt entdeckte. „Sammler sind die glücklichsten Menschen“, sagt der 58-Jährige: „Wenn ich in Berlin, Hamburg oder Anklam ein regionales Stück entdecke, macht mich das fröhlich.“ Der Barther sammelt seit den 70er Jahren nach strikten Regeln und mit großer Leidenschaft. Alles, was aus Barth und den umliegenden Ortschaften kommt. Seien es Eierbecher mit Barther Wappen, silberne Löffel, Zeugnisse, Hochzeitsurkunden oder die alten Rechnungen und Etiketten aus der Fischkonservenfabrik. Dafür fährt er regelmäßig auf Flohmärkte und zu Sammlerbörsen.

Älteste Postkarte stammt von 1896

Seine größte Leidenschaft sind die Postkarten. 1300 hat er bislang in seinem Besitz. Die älteste aus dem Jahr 1896, eine sogenannte Vorläuferkarte. „Vor der Jahrhundertwende gab es kaum Postkarten mit Fotos, damals wurden die Stadtansichten gezeichnet oder im Kupferstichverfahren auf die Karte gebracht.“ Achim Krocker besuchte extra einen Sütterlinschrift-Kurs an der Volkshochschule, um die Schrift auf den Karten entziffern zu können. Seine Erkenntnis: „Die Menschen haben vor 100 Jahren das gleiche auf Postkarten geschrieben, was sie heute mit ihren Handys verschicken.“ Essen toll. Wetter schlecht. Holst du mich vom Bahnhof ab?  Eine seiner Karten wurde von einem russischen Mann geschrieben, der in Barth im Lazarett lag. Eine andere gelangte bis nach Afrika und dank der Sammelleidenschaft Krockers wieder zurück nach Barth.  Zwei Postkarten zeigen ihn selbst als Kind – mit kurzen Hosen und Kniestrümpfen vor dem Barther Rathaus. Das sind seine beiden liebsten Karten und waren auch der Auslöser für sein Hobby.

Vieles aus dem Sperrmüll gerettet

Die Vergangenheit wird lebendig, wenn er die alten Kleiderbügel aus den Geschäften von Hans Dieckmann, Fritz Dau, Hans Herzke oder Otto Roggmann zeigt. Ein altes Hustensaftfläschchen aus der Rats-Apotheke von Otto Busch steht neben einer Fahrradklingel von Karl Falk. „Früher hatten die Geschäftsmänner keine Visitenkarten, sondern fertigten halt individuelle Kleiderbügel oder eben Klingeldeckel an. Das ist doch zauberhaft.“ Genauso faszinieren ihn die alten, kunstvollen Briefköpfe, auf denen das Hotel Sonne oder die Fischkonservenfabrik ihre Rechnungen druckte. Flohmarktgänger müssen Frühaufsteher sein. „Am liebsten schaue ich mir die Dinge an, während der Händler noch seinen Stand aufbaut.“ Dass das auch mal „nerven“ kann, weiß er aus eigener Erfahrung, denn Krocker eröffnet auch als Händler Flohmarktstände. Er weiß genau, was die Käufer zurzeit wollen: alte Milchkannen, Fenster mit verschnörkelten Verschlüssen und Verzierungen, eine alte Schiffslaterne. „Von einigen Dingen muss man sich auch trennen, sonst wird’s zu viel.“ Meistens rettete er diese Dinge von Baustellen oder aus dem Sperrmüll. Und so sorgt Achim Krocker dafür, dass die Vergangenheit noch einige Jahre länger lebendig bleibt

Carolin Riemer

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