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Ribnitz-Damgarten Bartherin feiert 100. Geburtstag
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bartherin feiert 100. Geburtstag
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08:47 09.11.2018
Lieschen Nehls mit ihren Kindern Rudi (v.l.), Willi, Rosita und Siggi. Quelle: Anika Wenning
Barth

 Dass ihr so viele Menschen zu ihrem 100. Geburtstag gratulieren, damit hätte Lieschen Nehls nicht gerechnet. Immer wieder kamen am Donnerstag Gratulanten ins „Pommernhotel“. Dort feierte die älteste Bartherin ihren Ehrentag. Neben ihren Kindern und Freunden waren auch viele Vertreter von Barther Vereinen bei der Geburtstagsfeier dabei. Zu den Gästen zählte auch der am Sonntag gewählte Bürgermeister, Friedrich-Carl Hellwig.

„Lieschen Nehls ist bei jedem Vereinsnachmittag dabei und macht auch bei den halbtägigen Fahrten mit“, berichtete die Vorsitzende der „Barther Senioren“, Lieselotte von Schassen, die mit der Hauptkassiererin Brigitte Klinkmüller gekommen war. Auch der Vorsitzende des Heimatvereins, Mario Galepp, gratulierte der rüstigen Seniorin. „Sie ist seit vielen Jahren Mitglied unseres Vereins und wurde auch schon zum Ehrenmitglied ernannt. Wir sind stolz, eine 100-Jährige im Verein zu haben. Ich würde gerne einmal mit ihr auf Zeitreise gehen.“ Mit Begeisterung erzähle die Seniorin immer von 100. Barther Kinderfest im Jahr 1928.

Hans und Sigrid Arlt, die Inhaber des Martha-Müller-Grählert-Museums, wohnen direkt gegenüber und sind seit vielen Jahren mit Lieschen Nehls befreundet. „Sie war bei allen 27 Veranstaltungen unseres Museums und saß immer in der ersten Reihe“, sagte Hans Arlt. In seiner Geburtstagsansprache warf er auch einen Blick zurück in das Geburtsjahr der Jubilarin. „Kurz nach ihrer Geburt war der Erste Weltkrieg vorbei. Lieschen Nehls ist also ein Friedensengel.“

Blaskonzert und Riesenrad

Ihre vier Kinder – Rudi, Rosita, Siggi und Willi – sind froh, dass ihre Mutter so fit ist. „Sie lebt immer noch alleine, kocht sogar oft noch selbst. Wir Kinder wohnen in Rostock und Neubrandenburg und können uns nicht viel um sie kümmern“, sagte Rosita Krenz. „Andere würden vereinsamen, aber unsere Mutter hat so einen unbändigen Lebensmut und unternimmt immer etwas. Vor kurzem war sie noch bei einem Blaskonzert in Trinwillershagen.“ Vor zwei, drei Jahren sei die Seniorin mit dem Riesenrad gefahren. „Sie wollte Barth einmal von oben sehen“, berichtete die 77-Jährige.

Dass sie so viele Kontakte hat, freut auch ihre Tochter Sigrid Rehm. „Sie liebt es, unter Menschen zu sein.“ Und dass die Bartherin mit ihren 100 Jahren noch viel vor hat, zeige auch ihr Geburtstagswunsch. „Lange hat sie gesagt, dass sie nichts haben möchte. Ich hab sie immer wieder gefragt und irgendwann meinte sie dann, dass sie sich ihr Lieblingsparfüm wünscht und hat gesagt: ’Dann aber auch die große Flasche’. Das zeigt doch, dass sie noch lange weitermachen will“, sagt Rosita Krenz und lacht.

Freunde seit 1945

Direkt neben Lieschen Nehls saß Annemargret Pilgrim. „Wir haben uns immer gut verstanden und haben auch jetzt noch Kontakt. Die Chemie hat von Anfang an gestimmt. Frau Nehls war immer bei den Seniorenkreisen, im Gottesdienst und bei Festen“, sagte die ehemalige Barther Pastorin. Als Rosemarie Haamann am Donnerstag den Raum betrat, strahlten die Augen des Geburtstagskindes. „Rosi, es ist so schön, dass du kommst“, sagte sie. Die beiden sind seit 1945 befreundet. „Und es ist nie ein böses Wort gefallen“, berichtet die 89-Jährige. „In den Notzeiten damals hat man sich geholfen und das ist bis jetzt so geblieben.“

Und auch über Post hat sich das Geburtstagskind sehr gefreut, vor allem über einen ganz bestimmten Brief. „Meine Mutter hat Post vom Bischof bekommen“, berichtete Rosita Krenz. Nicht schlecht staunte die Seniorin als sie am Donnerstag die OSTSEE-ZEITUNG aufschlug und die Anzeige ihrer Familie sah. „Meine Mutter liest jeden Tag die OZ“, sagte ihre Tochter Rosita.

Am Sonnabend feiert die 100-Jährige, die gebürtig aus Redebas stammt, ihren Geburtstag mit der ganzen Familie. Dann kommen auch ihre acht Enkel und zwei Urenkel. Danach geht für die 100-Jährige der normale Alltag weiter. Genug zu tun, hat sie ja.

Anika Wenning

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