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Ribnitz-Damgarten Bartherin hilft philippinischen Kindern
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bartherin hilft philippinischen Kindern
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10:06 10.01.2019
Die Bartherin Ruth Graumann hat zusammen mit vielen Helfern eine Weihnachtsfeier für die Kinder organisiert, die auf der Müllhalde in der philippinischen Großstadt Davao leben. Finanziert wurde das Projekt durch Spenden. Quelle: Ruth Graumann
Barth

Zweieinhalb Monate war die Bartherin Ruth Graumann auf den Philippinen und ist jetzt wieder zurück in ihrer Heimat. Hinter der 29-Jährigen liegt eine stressige, erlebnisreiche und erfolgreiche Zeit. Seit ihrem Freiwilligendienst, den sie von November 2016 bis Dezember 2017 im Mariphil-Kinderdorf auf der philippinischen Insel Mindanao absolvierte, engagiert sie sich in der Region. Besonders bewegt hat sie das Schicksal der Kinder, die in der Großstadt Davao auf der Müllkippe leben und arbeiten. Aus der ersten, fixen Idee, diesen Kindern ein unvergessliches Weihnachtsfest zu bescheren, wurde nach sehr viel Arbeit Realität. Mithilfe von Spenden sowie zahlreichen Helfern vor Ort konnte Ruth Graumann ihr Projekt umsetzen. Auch viele OZ-Leser hatten sich beteiligt und die Aktion unterstützt (die OZ hatte im Vorfeld über das Projekt berichtet).

Für viele Kinder war es das erste Mal, dass sie etwas geschenkt bekam. Sie hielten ihr Geschenk fest umklammert. Quelle: Ruth Graumann

„Mein Herz ging auf, als ich die Kinder sah, die strahlend mit ihrem Spielzeug herumliefen. Oder als ich zusammen mit einigen Kindern eine einfache Eisenbahn aufbaute und sie beim Anblick des fahrenden Zuges vor Freude ganz aus dem Häuschen waren. Da wusste ich, dass es all die schlaflosen Nächte und der ganze Aufwand wert waren“, berichtet die studierte Kunsttherapeutin. „Einige hielten ihr Geschenk fest umklammert. Fast so, als befürchteten sie, es wieder abgeben zu müssen. Vermutlich war es für viele das erste Mal in ihrem Leben, ein Geschenk zu erhalten.“ Gespendet wurden insgesamt 4230 Euro. Da einige Spenden erst nach Weihnachten eingegangen seien, sei noch Geld übrig. Dieses Geld möchte Ruth Graumann bei ihrer nächsten Reise im Sommer für ein neues, kleines Projekt vor Ort einsetzen.

21 handgeschriebene Zettel mit Namen

Um allen Kindern ein passendes Geschenk kaufen zu können, ließ sich die 29-Jährige von den Ortsvorstehern die Namen aller Kinder samt Alter, Geschlecht und Schuhgröße geben. „Erst da wurde mir richtig bewusst, was ich mir da vorgenommen hatte“, erklärt die Bartherin, die 21 handgeschriebene Zettel überreicht bekam. Unterstützung erhielt Ruth Graumann von der Kinderdorfgemeinschaft – Hausmütter, die teilweise ihren freien Tag opferten, Sozialarbeiter und sogar einige Kinder und Jugendliche packten mit an. Auch ihre philippinischen Freunde halfen. 600 Geschenktüten wurden gebastelt und die Geschenke eingekauft. Einen Tag vor der Feier musste alles sortiert, eingetütet und beschriftet werden. „Es herrschte ein einziges Chaos und überall lag Spielzeug, sodass kaum Platz zum Auftreten war. Von morgens bis spät in die Nacht waren wir damit beschäftigt, alle Geschenke fertig zu packen. Ich fühlte mich wie der Weihnachtsmann mit seinen vielen Helfern und war sehr dankbar, diesen Berg nicht alleine bewältigen zu müssen“, erklärt Ruth Graumann. Am Tag der Feier, dem 23. Dezember, wurden um 6 Uhr morgens alle Geschenke ins Auto gepackt und nach Davao gebracht. „Als die Tür des Autos geöffnet wurde und die Geschenke fast von alleine herausflogen, war das Staunen groß. Alle waren aufgeregt und es herrschte eine chaotische aber fröhliche Stimmung“, sagt die Bartherin.

Bei der Weihnachtsfeier gab es für die Kinder auch ein warmes Essen - Spaghetti mit frittiertem Hühnchen. Quelle: Ruth Graumann

Jedes Kind von ein bis 15 Jahre habe ein Paar neue Flipflops bekommen, eine Zahnbürste inklusive Zahncreme und Seife. Die ganz Kleinen hätten zudem Unterwäsche, ein kleines Spielzeug und noch ein T-Shirt bekommen. „Da es oft die ganz Kleinsten sind, die ohne Unterwäsche oder teilweise nackt herumlaufen, war es mir wichtig, dass solche Sachen im Geschenk mit dabei sind“, erklärt Ruth Graumann. Für die über Zweijährigen sei vom Spielzeugauto, Eisenbahn, Hula-Hoop-Reifen, Malsachen, Umhängetaschen bis hin zu Basketbällen, Badminton Sets oder T-Shirts alles dabei gewesen. „Außerdem habe ich kurzerhand hier vor Ort noch eine Spende von Schulsachen, wie Schreibhefte und Stifte, erhalten. Diese konnten wir zusätzlich zu den Geschenken verteilen. Und wir hatten noch Päckchen mit Süßigkeiten“, sagt die 29-Jährige. Für alle Kinder gab es eine warme Mahlzeit, Spaghetti mit frittiertem Hühnchen. „Für die Kinder, die sonst oft nur von einem Schälchen Reis am Tag leben, war es ein Festmahl.“

Überwältigt vom Erfolg der Spendenaktion

Besonders bewegt habe sie neben der Freude der Kinder, die Unterstützung so vieler Menschen. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man glaubt, alleine vor einem großen Hindernis zu stehen, und plötzlich Menschen kommen, um es gemeinsam mit dir zu meistern. Überwältigt war ich vor allem vom Erfolg der Spendenaktion in Deutschland und möchte mich im Namen der Kinder von ganzem Herzen bei allen Unterstützern bedanken. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir auch mit kleinen Projekten Stück für Stück dazu beitragen können, dass sich zumindest die Welt einzelner Menschen verbessert.“

Die Kinder leben mit ihren Familien auf der Müllhalde. Die Weihnachtsfeier war für sie etwas ganz Besonderes. Quelle: Ruth Graumann

Und nur wenige Tage vor ihrer Abreise, wurde ein weiterer Traum wahr. Gemeinsam mit der Sozialarbeiterin überzeugte Ruth Graumann die Eltern von sieben Kindern, zumindest vier Kinder im Mariphil-Kinderdorf aufzunehmen. „Ab nächster Woche haben die Kinder endlich ein richtiges Zuhause, sie können in die Schule gehen und jeder bekommt ein richtiges Bett für sich alleine“, freut sich die Bartherin. Denn auf der Müllhalde hätten die Mädchen und Jungen keine Perspektive. „Die Kinder wachsen im Dreck anderer Menschen auf und helfen ihren Eltern, die gesamte Familie zu versorgen, indem sie anstatt zur Schule zu gehen, auf der Müllhalde recycelbares Material sortieren, welches dann für ein paar Pesos verkauft wird. Oft reicht das Geld, wenn überhaupt, nur für eine Mahlzeit am Tag aus.“

Die Bartherin Ruth Graumann hat mit vielen Helfern eine Weihnachtsfeier für Kinder organisiert, die in Davao (Philippinen) auf der Müllhalde leben. Finanziert wurde das Projekt durch Spenden.

Anika Wenning

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