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Bei Barther Lesern muss es bluten und krachen

Barth Bei Barther Lesern muss es bluten und krachen

Catherina Schmidt ist Bibliothekarin aus Leidenschaft, trotz kleinen Budgets und einer nicht erfüllbaren Erneuerungsquote, die für Fördermittel sorgen würde. Etwa 2000 Euro gehen der Bücherei pro Jahr verloren.

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Quelle: Carolin Riemer

Barth. Wenn Bibliothekarin Catherina Schmidt sagt: „Es muss bluten und krachen“, dann umschreibt sie mit einem verschmitzten Lachen die Vorlieben ihrer Leser in der Barther Bibliothek. Und sie muss es wissen, schließlich arbeitet die 52-Jährige seit zwanzig Jahren in der Bibliothek am Markt und kennt die Namen der meisten Nutzer auswendig.Spannende Krimis, die wollen die meisten der etwa 1300 registrierten Stammkunden am Abend mit ins Bett nehmen. Davon sind 270 sogenannte Saisonleser – also Touristen, die nur im Urlaub das Angebot nutzen. Und diese Zahl wachse von Jahr zu Jahr, denn das Angebot aus circa 16 000 Medien die Urlaubslektüre vor Ort auszusuchen, sei verlockend.

Im vergangenen Jahr wanderten 20 000 Medien über den Tresen von Catherina Schmidt. Eine Arbeit, die die studierte Bibliothekarin seit zwei Jahren allein meistern muss, denn eine Kollegin oder einen Auszubildenden gibt es seitdem nicht mehr. Nicht immer klingt ihr Job nach einer fröhlichen Geschichte. Das Lachen und ihre gute Laune, die hat die Fuhlendorferin sich aber nie nehmen lassen. Geht Catherina Schmidt in den Jahresurlaub, übernimmt ein Azubi aus dem Rathaus ihren Job, die Öffnungszeiten werden verkürzt – und sollte es gar nicht anders gehen, dann muss die Bibliothek an manchen Tagen eben geschlossen bleiben. „Die Leser nehmen mir das nicht übel“, sagt sie und die Vermutung entsteht, dass sich Catherina Schmidt mit ihrer kompetenten Beratung und ihren passgenauen Empfehlungen schon lange ins Herz ihrer Leser geschmuggelt hat.

Immer weniger Budget für neue Bücher

Das Budget, um neue Bücher einzukaufen, schrumpft seit Jahren. Seit zwei Jahren kann die Bibliothekarin die sogenannte Erneuerungsquote nicht mehr erfüllen, also alte Bücher aussortieren und durch viele Novitäten ersetzen. „Das ist insofern sehr schade, weil ich durch diese nicht erfüllte Quote, keine Fördermittel mehr vom Land bekomme“, erklärt sie. Etwa 2000 Euro gehen der Barther Bibliothek so Jahr für Jahr verloren. Bürgermeister Stefan Kerth möchte das jedoch ändern, wenn die Bibliothek ins neue Bürgerhaus umzieht. „Dann werden wir auch das Budget wieder aufstocken“, verspricht er.

Catherina Schmidts Arbeit sei durch das geringe Budget noch anspruchsvoller geworden, denn sie muss nun noch genauer die Lese-Vorlieben ihrer Nutzer kennen und haargenau die richtigen Bücher einkaufen. Das macht sie übrigens im örtlichen Buchhandel, der Richard-Wossidlo-Buchhandlung von Meike Ihlau. „Wir tauschen uns aus. Wer weniger Bücher in dieser Flut von Neuerscheinungen einkaufen kann, benötigt auch mal den Rat der Buchhändler.“ Krimis, Belletristik und Hörbücher sind am gefragtesten bei den Lesern zwischen einem und fast 90 Jahren. „Unser Stiefmittel sind die Fachbücher, dass muss man zugeben:“ Zu kurzlebig und teuer sei die Anschaffung dieses Genres. Doch trotzdem werden Schüler bei Catherina Schmidt fündig. „Nicht jeder Jugendliche mag sich den Stoff aus dem Internet herunterladen.“ Dann berät die Bibliothekarin, liest sich selbst kurz ins Thema ein und überlegt, wo die benötigten Informationen nachgeschlagen werden können.Für Kindergartenkinder und Grundschüler veranstaltet sie regelmäßig Lesungen und beteiligt sich an Projekten, denn es sei wichtig, den Nachwuchs mit dem Thema „Buch“ vertraut zu machen. Ja, Catherina Schmidt brennt für ihre Bibliothek. Selbst versucht sie „so viel wie möglich“ zu lesen. Ein Buch pro Woche schafft sie durchschnittlich. Und so kann sie ihren Lesern weiterhin individuelle Tipps geben. „Bis jetzt hat mir noch keiner ein Buch an den Kopf geworfen, es muss gepasst haben“, sagt sie und beweist wieder einmal, dass sie ihr Lachen auch in schwierigen Zeiten nicht verliert.

Drei Tipps für spannende Lesestunden

Bibliothekarin Catherina Schmidt empfiehlt:

Die sieben Schwestern von Lucinda Riley. „Bislang gibt es vier Teile. Alle Leser schwärmen, immer waren die Bücher entliehen. Nun hab ich sie gelesen und verstehe, warum viele die Geschichte lieben.“

Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden von Per J. Andersson. „Eine wahre Geschichte, die wunderschön und menschlich erzählt ist.“

Als die Träume in den Himmel stiegen von Laura Mc Veight.

„Für alle Leser, die Khaled Hosseinis ,Drachenläufer’ genauso großartig fanden wie ich.“

Carolin Riemer

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