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Ribnitz-Damgarten Bernsteinstadt will mit Geschichte punkten
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bernsteinstadt will mit Geschichte punkten
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16:55 23.08.2018
Ribnitz in einer Ansicht von 1853. Quelle: Edwin Sternkiker
Ribnitz-Damgarten

Die Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) soll wíeder eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte bekommen. Darüber informiert Axel Attula, wissenschaftlicher Leiter des Deutschen Bernsteinmuseums. Unter dem Titel „Grenzland“ soll der besonderen geographischen und historischen Lage der Stadt Ribnitz-Damgarten nachgegangen werden. Was verbindet und was trennt den mecklenburgischen und pommerschen Stadtteil? Stadtgeschichtliche Gegebenheiten und Ereignisse, die auf die besondere politisch-geographische Lage Bezug nehmen, werden vor allem berücksichtigt, erläutert Attula.

Viele wertvolle Exponate lagern im Depot

Zu denen, die sich über die Nachricht besonders freuen dürften, gehört der Damgartener Heimatforscher, Plattdeutschautor und Verfasser zahlreicher Artikel für die OZ Jochim Busch. Er engagiert sich bereits seit vielen Jahren für eine ständige stadtgeschichtliche Ausstellung. Jochim Busch macht deutlich: So sehr er sich darüber freue, dass das Bernsteinmuseum unter den ehemaligen Leitern Hans Erichson und Ulf Erichson die Stadt weit über die Grenzen von Mecklenburg-Vorpommern bekannt gemacht habe und unter Axel Attula die Klosterkirche zum Museumskomplex hinzugekommen sei, was fehle, das sei eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte. An wertvollen Exponaten mangle es jedenfalls nicht, so Busch. Doch die würden seit vielen Jahren im Depot der stadtgeschichtlichen Sammlung des Deutschen Bernsteinmuseums schlummern. „Der große Verlierer dieses bedauerlichen Umstandes ist Damgarten. Von der historischen Entwicklung der ehemals selbständigen vorpommernschen Stadt ist in dem großen Bernsteinmuseum nichts mehr zu sehen. Das ist sehr zu bedauern und nicht hinnehmbar.“ Dabei würden die vorhandenen wertvollen Exponaten nur darauf warten, „den Bürgern und Touristen gezeigt zu werden“. Eine Dauerausstellung sei aus seiner Sicht auch unverzichtbar für die „heimatgeschichtliche Bildung unserer Schüler“. Busch erinnert daran, dass es einmal ein Heimatmuseum gab, das war am 21. Dezember 1954 durch den Lehrer Richard Suhr im ehemaligen Kloster gegründet worden. Später setzte Ernst Garduhn seine Arbeit fort.

Ausstellungsfläche steht im Obergeschoss des Bernsteinmuseums zur Verfügung

Axel Attula verweist darauf, dass das aus dem Heimatmuseum hervorgegangene Bernsteinmusem in den 1990er Jahren als Ergänzung zu der sich entwickelnden „Bernsteinausstellung“ eine kleine stadtgeschichtliche Ausstellung gezeigt habe. Danach sei Stadtgeschichte jedoch nur noch in Ausschnitten im Rahmen von Sonderausstellungen aufgegriffen worden, zuletzt 2012 in der Ausstellung „Heimatmuseum. Sachen machen Geschichte“. An ihn sei immer wieder der Wunsch nach einer längerfristig angelegten Ausstellung zur Stadtgeschichte herangetragen worden. „Diesem Wunsch wollen wir nun entsprechen und im kommenden Jahr dieses Thema aufnehmen“, sagte Attula. Der wissenschaftliche Leiter des Bernsteinmuseums führte weiter aus: „Wir können auf eine umfangreiche Sammlung zur Stadtgeschichte, die ihre Anfänge bereits in den 1930er Jahren hatte, zurückgreifen. Einiges muss sicher durch Leihgaben ergänzt werden. Für die Ausstellung steht unsere Sonderausstellungsfläche im zweiten Obergeschoss im Deutschen Bernsteinmuseum zur Verfügung.“  Die Ausstellung soll auch den Touristen einen Eindruck von der Besonderheit des von ihm besuchten Ortes vermitteln, machte Attula weiter deutlich. „Die Nachbarschaft von Pommern/Schwedisch Neu-Vorpommern/Preußen und Mecklenburg findet an keinem anderen Ort eine so prägende Verbindung. Die Passbrücke zwischen beiden Stadtteilen ist heute noch Symbol und Gegenstand turbulenter Geschichten vom Miteinander zweier einst doch ungleicher ’Geschwister’. Das alles soll sich in der Dauerausstellung wiederfinden.“ Wann diese eröffnet werden könne, lasse sich auf den Tag genau noch nicht sagen, so Attula. „Vor Ende des nächsten Jahres sicher nicht.“

Edwin Sternkiker

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