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Ribnitz-Damgarten Blackout: Bernsteinstadt überarbeitet Notfallplan
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Blackout: Bernsteinstadt überarbeitet Notfallplan
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00:01 07.06.2017
Susanne Gallus-Strauß, Wasserwerksmeisterin beim Trinkwasserversorger Boddenland, zeigt den Raum, in dem im Wasserwerk Ribnitz der Notstrom erzeugt wird. FOTOS (3): EDWIN STERNKIKER
Ribnitz-Damgarten

Handys und Telefon-Festnetz funktionieren nicht mehr, Internet und Fernseher auch nicht, Patienten können zu Hause nicht mehr durch elektrische Sauerstoffgeräte versorgt werden, Nahrungsmittel verderben, da der Kühlschrank ausfällt. Bei einem landesweiten und über Tage andauernden Blackout würde Ribnitz-Damgarten große Probleme bekommen.

Wenn der Strom ausfällt, sind auch Tankstellen lahmgelegt: Deshalb ist die Versorgung der Notstromaggregate mit Diesel das größte Problem

Dessen sei man sich bewusst, sagt Bürgermeister Frank Ilchmann (parteilos). Aus diesem Grunde sei man dabei, den Notfallplan der Stadt zu überarbeiten. „Wenn wir über Katastrophenschutz reden, reden wir also nicht mehr nur zum Beispiel über Brände, Unwetter und Überschwemmungen, sondern auch über das Thema länger anhaltender Stromausfall.“ Die überarbeitete Fassung des Notfallplanes soll Ende des Jahres auf dem Tisch liegen, kündigt der Ribnitz-Damgartener Verwaltungschef an. Die Frage, ob das Rathaus über eine Alternative zum Strom aus der Steckdose verfügt, verneint der Bürgermeister.

„Wir haben im Ribnitzer Rathaus kein Notstromaggregat. Es müsste geprüft werden, ob wir uns ein solches anschaffen sollten.“

Ein besonders sensibler Bereich ist die Trinkwasserversorgung. „In dem Fall, dass der Strom ausfällt, springen unsere Notstromaggregate an“, erläutert Hans Köhler. „In jedem unserer insgesamt 14 Wasserwerke steht eines. Auch in den beiden Druckstationen“, so der Geschäftsführer des Trinkwasserversorgers Boddenland. „Aber die Notstromaggregate brauchen Dieseltreibstoff. Die Tankfüllungen reichen für fünf, maximal sechs Stunden, aber nicht für mehrere Tage“, macht Hans Köhler deutlich. Woher der Diesel-Nachschub dann kommen soll, wisse er allerdings nicht.

Von einer der Tankstellen der Stadt jedenfalls nicht. Denn ohne Strom laufen dort keine Pumpen. Und über eine Notstromversorgung verfügt nicht eine einzige, wie eine OZ-Umfrage ergab. „Das war zu DDR-Zeiten mal anders“, so einer der Tankstellenpächter. Ribnitz-Damgarten ist keine Ausnahme, macht Markus Zimmermann, Fachdienstleiter Ordnung bei der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen deutlich. Das habe eine Umfrage der Kreisverwaltung ergeben. Danach verfügen von 46 Tankstellen im Kreisgebiet gerade mal zwei über eine Notstromversorgung. Zwei weitere hätten die Möglichkeit, Strom von lokalen Stromerzeugern zur Aufrechterhaltung des Tankbetriebes einzuspeisen, erläutert Zimmermann. Beruhigend klingt das allerdings nicht.

In den Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten hingegen ist man für den Fall der Fälle vorbereitet: Fällt der Strom aus, springt nach spätestens 15 Sekunden die so genannte Netzersatzanlage automatisch an, erläutert der Technische Leiter Ingo Barkusky.

Überbrückt wird die Zeit bis zum Anspringen des hausinternen Notstromaggregats durch die so genannte Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Sie versorgt alle lebensnotwendigen Maschinen mit Strom aus Batterien. Muss auf Notstromversorgung umgestellt werden, seien Einschränkungen nicht zu vermeiden, erläutert Barkusky weiter. So würde die Beleuchtung auf ein Minimum reduziert werden, Fernseher und weniger wichtige Computer würden ausgeschaltet werden. „Unterm Strich sind etwa 25 Prozent der Krankenhausbereiche notstromberechtigt, dazu gehören vor allem der OP-Bereich und die Intensivstation“, erläutert der Technische Leiter. Ohne Nachtanken könne sich das Krankenhaus sechs Tage mit Notstrom versorgen. Für einen weiteren Tag könne die Versorgung mit Batteriestrom gesichert werden.

Während Krankenhäuser gesetzlich verpflichtet sind, für eine Notstromversorgung Sorge zu tragen, sehe das bei Pflegeheimen anders aus, macht Markus Zimmermann deutlich. Für diese gebe es eine solche gesetzliche Verpflichtung nicht. „Pflegeheime haben sich bisher teilweise selbst mit Notstromaggregaten ausgerüstet“, so der Fachdienstleiter.

Bleibt die Frage, ob die Feuerwehr nicht ausrücken kann, um bestimmte Einrichtungen der Stadt mit Notstrom zu versorgen. „So etwas funktioniert vielleicht punktuell und für kurze Zeit. Wenn aber ein Blackout eintreten würde, dann reden wir ja nicht über ein paar Stunden, sondern über Tage, an denen flächendeckend der Strom ausfällt. Da können wir mit unseren wenigen Notstromaggregaten nicht wirklich helfen. Im Übrigen brauchen wir diese für unsere Einsätze. Denn wenn es einen Blackout gibt, dann wird die Zahl der Unfälle und Brände steigen“, so der Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten.

Vorräte für den Notfall

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz rät, dass jeder Haushalt für den Notfall Vorräte für mindestens 14 Tage anlegen sollte. Dazu gehören unter anderem zwei Liter Wasser pro Person und Tag und Lebensmittel. Angelegt werden sollte auch ein Vorrat an Kerzen und Taschenlampen (z. B. eine Kurbeltaschenlampe oder auch Solar- und LED-Leuchten), Batterien, Streichhölzer oder Feuerzeuge.

Weitere Tipps finden sich in der Broschüre „Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf www.bbk.bund.de

Edwin Sternkiker

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