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Bootsbesitzer sitzen fest

Rostock Bootsbesitzer sitzen fest

Bleibt die Schleuse in Rostock geschlossen, müssen Schiffseigentümer aufgeben.

Rostock. Es sind nicht nur die Sportler, die die geschlossene Schleuse am Mühlendamm in Rostock hart trifft. Jeder, der ein Motorboot an der Oberwarnow besitzt, sitzt zurzeit fest, ist regelrecht gefangen. Denn die Oberwarnow ist für Motorboote gesperrt und nur bis zur ersten Eisenbahnbrücke frei. Auch die neue Brücke, die im kommenden Jahr fertig sein soll, ändert daran nichts.

„Bleibt die Schleuse dicht, müssen wir aufgeben, auch etliche Freizeitvereine werden eingehen“, sagt Peter Flegel (53). Er hat sein Motorboot samt Bootshaus auf der Oberwarnow. „Wir können unsere Boote nun schon anderthalb Jahre nicht nutzen, trotzdem fallen ja die Kosten für die Versicherung an“, erinnert er daran, dass die Motorbootbesitzer bereits in der zweiten Saison auf dem Trockenem sitzen.

Helmut Boguschewski (68) erzählt, dass er viel Geld und Arbeitsstunden in seinen Boots-Oldtimer gesteckt hat. „Die alten Holzboote, davon gibt es hier mehrere, können auch nicht mit einem Trailer umgesetzt werden“, sagt Boguschewski. Alles, was man über Jahrzehnte aufgebaut und betrieben habe, sei in Gefahr. „Das geht so nicht“, fasst er zusammen. Wer sein Motorboot den Sommer über an die Seenplatte verlegt, muss richtig tief ins Portemonnaie greifen. Zwischen 500 und 1000 Euro kostet dort ein Liegeplatz. Hinzu kommen die Kosten für den Transport. Zusatzkosten gegenüber dem Standort in Rostock.

Wolfgang Graetz (66) berichtet, dass die Schleuse bis zum letzten Tag bevor die Ersatzbrücke verlegt wurde, nutzbar war. „Warum kann sie nicht einfach wieder in Betrieb genommen werden, wenn die Brücke steht?“, fragt er.

Die Hansestadt hat entschieden, über den Schleusenbereich eine Brücke zu bauen. Damit sind für Mühlendamm-Schleuse alle Optionen offen. Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) hat informiert, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen sollen. Bis zu diesem Zeitpunkt werde die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung prüfen, so die Stadtverwaltung, was aus der Schleuse wird. „In Abhängigkeit von der Haushaltslage arbeiten wir an einer Lösung für die Schleuse“, sagt Holger Brydda, der das Stralsunder Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) leitet.

Doch niemand könne wissen, so Brydda, wie die Haushaltslage in ein bis zwei Jahren sei. Nach wie vor sei es so, dass der Bund die Warnow als Bundeswasserstraße in die Zuständigkeit des Landes abgeben möchte. Auch sei klar, dass die Schleuse, wenn die Brücke fertig ist, nicht auf Knopfdruck wieder in Betrieb genommen werden könne. Sie müsse saniert werden, und es gebe außerdem auch keine Schleusenwärter mehr in Rostock. Holger Brydda wird am Donnerstag beim OZ-Forum ein Gesprächspartner sein. Egal, welche Brücke und welches Wasserbauwerk dort letztendlich entstehen werden, „wir können uns beim Hochwasserschutz an alle Varianten anpassen“, versichert Hans-Joachim Meyer, Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu).

Thomas Sternberg

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