Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Ribnitz-Damgarten Borner Holm soll Schutzstatus verlieren
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Borner Holm soll Schutzstatus verlieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:28 08.10.2018
Das Plangebiet für die Bebauung des Borner Holms soll den Schutzstatus verlieren. Quelle: Olaf Hackethal
Born

Für die geplante Bebauung des Borner Holms mit Ferienhäusern und einem Hotel soll die Fläche des entsprechenden Plangebietes – immerhin acht Hektar groß – aus dem Landschaftsschutzgebiet Boddenlandschaft herausgenommen werden. Derzeit liegen der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen insgesamt sechs Anträge zur Herauslösung von Flächen aus Landschaftsschutzgebieten vor. Das ist die Antwort von Landrat Ralf Drescher (CDU) auf eine Anfrage der Kreistagsfraktion der Grünen.

Außer dem Borner Holm ist das in der Region das Plangebiet für den Bau eines Reiterhofes im Dierhäger Ortsteil Neuhaus. Sämtliche weitere Flächen, die aus Schutzgebieten herausgelöst werden sollen, befinden sich auf der Insel Rügen. Eine Entscheidung den Teilbereich des Borner Holms betreffend stehe noch nicht an, teilt Drescher den Kreis-Grünen mit.

Nähe zum Nationalpark

In einer Stellungnahme kritisiert der stellvertretende Vorsitzende der Kreistagsfraktion der Grünen, Helge Eggersmann, das mehrheitlich beschlossene Vorhaben in Born. Nun solle gegen den Widerstand vieler Borner der Landschaftsschutz aufgehoben werden, um eine Ferienhaussiedlung zu ermöglichen. „Dies träfe einen Bereich, der in unmittelbarer Nähe des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft liegt“, so Eggersmann.

Verwundert zeigt er sich über den Hinweis aus der Verwaltung, das Verfahren stehe noch nicht entscheidungsreif. „Möglicherweise kann die Gemeinde das erforderliche öffentliche Interesse nicht nachweisen.“

Verwirrung um Flächengröße

Verwunderlich sei auch, dass seitens der Verwaltung eine Flächengröße definiert wird, die mit dem derzeitigen Stand des Bebauungsplanes nicht übereinstimmt. Seitens der Verwaltung wird die betroffene Fläche auf dem Borner Holm mit einer Größe von 2,7 Hektar angegeben. Tatsächlich umfasst der Bebauungsplan aber eine Fläche von acht Hektar. Eggersmann vermutet, „dass hier eine Politik der kleinen Schritte geplant ist, an deren Ende die Bebauung des gesamten Borner Holms stehen soll“.

Für die Grünen im Kreistag ist das Projekt nach wie vor „absolut inakzeptabel. Wir werden alles versuchen, um diese ökologisch bedeutsame Fläche zu erhalten.“ Viele Touristen liebten die einzigartige Natur in der Region. Da passe es nicht, dass an vielen Stellen im Landkreis über Projekte wie dem Borner Holm Naturzerstörung betrieben werde.

Gerd Scharmberg: „Herauslösung ist logische Konsequenz“

Für den Borner Bürgermeister Gerd Scharmberg (Bürger für Born) ist die Herauslösung des Plangebietes aus dem Landschaftsschutzgebiet eine logische Konsequenz aus einem Urteil des Verwaltungsgerichts. Darin sei das jahrelang von der Kreisverwaltung praktizierte Verfahren, das Bauen in Landschaftsschutzgebieten über eine Ausnahmeregelung, nämlich einer naturschutzrechtlichen Genehmigung, zu ermöglichen, verworfen worden.

In seiner Begründung habe das Gericht unter anderem den klaren Hinweis gegeben, dass das Plangebiet aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden müsse, um überhaupt die Chance für eine Verwirklichung des Vorhabens zu erhalten. Zudem wurden seitens des Gerichts Forderungen aufgemacht, die über die des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt hinausgingen, etwa zum Umfang von Gutachten.

Differenzen bei der Angabe von Größen kann sich Scharmberg nicht erklären. Seitens der Kommune wird die Herausnahme des gesamten Plangebiets aus dem Schutzgebiet gewünscht. Die „mystischen Anmerkungen“ Eggersmanns wollte der Borner Bürgermeister nicht kommentieren.

Seit Jahren Streit um den Holm

Die geplante Bebauung des Borner Holms ist seit geraumer Zeit Zankapfel innerhalb der Gemeindevertretung. Die Mehrheit der Bürger für Born will mit dem Verkauf der Flächen an die Bonava Deutschland GmbH, Nachfolgerin der NCC, die Gemeindekasse aufbessern, um andere Vorhaben wie die Sanierung des einstigen BMK-Gebäudes hinter dem Sitz des Amtes Darß/Fischland zu finanzieren. Die Borner Alternative lehnt eine Bebauung des Borner Holms strikt ab. Dafür holte die Wählergemeinschaft den Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland ins Boot. Der Verband klagte stellvertretend, derzeit läuft das Hauptsacheverfahren.

Richter Timo

Immer mehr Geschäfte schließen in Barth. Wenn die Inhaber in Rente gehen, finden sie meist keinen Nachfolger mehr.

08.10.2018

Familie Rittmeier aus Krakow (Vorpommern-Rügen) traf mit dem Angebot der Malwerkstatt den Nerv der Trebelstädter. Vor allem die Kinder sind eifrig dabei.

08.10.2018

Der Aufsteiger unterliegt beim FSV Garz mit 0:2. SGW-Kicker zeigen keine geschlossene Leistung.

08.10.2018