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Ribnitz-Damgarten Jugendliche haben in Barth die Wahl
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Jugendliche haben in Barth die Wahl
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10:00 27.10.2018
Zwölftklässler des Sozialkundekurses des Barther Gymnasiums schauen sich die Flyer der Bürgermeisterkandidaten an. Quelle: Anika Wenning
Barth

Für die Bartherin Wiebke Strzeletz und ihre Mitschüler ist es am 4. November die erste Bürgermeisterwahl. „Ich werde auf jeden Fall wählen gehen“, erklärt die 18-Jährige. Und nicht nur das: Die Schülerin engagiert sich auch im Vorfeld der Bürgermeisterwahl. „Ich bin im Wahlkampfteam von Karoline Preisler. Ich bin durch einen Klassenkameraden darauf aufmerksam geworden“, berichtet die Zwölftklässlerin, die von den Zielen der Bürgermeisterkandidatin überzeugt ist. „Ich finde es gut, dass die Bürger bei ihr mitentscheiden können und ihre Meinung äußern können“, sagt die Schülerin mit Blick auf die sogenannten „Anpackzettel“ der Kandidatin, bei denen die Barther entscheiden können, welche Projekte für sie am Wichtigsten sind.

Politikverdrossenheit, Desinteresse? Fehlanzeige! Und auch viele ihrer Mitschüler des Sozialkundekurses am Barther Gymnasium interessieren sich für die Bürgermeisterwahl, auch wenn nur sieben der 21 Schüler überhaupt wahlberechtigt sind. Denn die Übrigen leben nicht in Barth. So wie Johannes Kraft. Der 18-Jährige wohnt in Prerow, informiert sich aber dennoch über die vier Kandidaten und ihre Ziele. „Schließlich gehe ich in Barth zur Schule“, sagt der Zwölftklässler, der appelliert, wählen zu gehen. Gerade bei Kommunalwahlen sei es wichtig. „Auch wenn einen keiner der Kandidaten überzeugt, sollte man trotzdem zur Wahl gehen. Wenn man einen leeren Stimmzettel abgibt, ist das ja auch eine Aussage.“

Jede Stimme zählt

Die Bartherin Johanna Deborah Titigue hat sich noch nicht für einen Kandidaten entschieden. „Ich weiß, wer antritt und kenne ungefähr ihre Ziele.“ Vor der Wahl möchte die 18-Jährige noch einmal die Flyer der Kandidaten studieren, um zu entscheiden, wen sie wählt. Ihr sei dabei vor allem wichtig, dass der Kandidat sich für die Interessen der Jugendlichen einsetzt. Dass die Zwölftklässlerin wählen gehe, sei für sie selbstverständlich. „Wenn man sich da raushält und viele so denken, dann macht das auf jeden Fall etwas aus. Auch eine einzelne Stimme kann etwas bewirken.“ Dass Jugendliche schon ab 16 Jahren wählen dürfen, findet sie allerdings zu früh. „Ich habe mich mit 16 Jahren noch nicht dafür interessiert und wäre nicht wählen gegangen. Ich finde 18 Jahre ist ein sehr gutes Alter.“

Sebastian Schädlich ist da anderer Meinung. „Ich finde das Alter an sich in Ordnung. Mit 16 ist man in der zehnten Klasse, da kann man sich eine politische Meinung bilden. Ich war mit 16 Jahren auch schon politisch interessiert.“ Hätte der Clausdorfer am 4. November in Barth die Wahl, würde er sich im Vorfeld in dem sozialen Netzwerk Facebook und auf den Internetseiten der Kandidaten über ihre Ziele informieren. Außerdem würde er sich das Wahlprogramm durchlesen und mit den Kandidaten persönlich ins Gespräch kommen.

Über Ziele informieren

Die Bartherin Josephin Carstens hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen. „Ich finde es cool, dass junge Leute mit einbezogen werden und wählen dürfen. Deshalb vertrete ich die Ansicht, dass man wählen gehen sollte“, sagt die 17-Jährige. „Ich bin noch in der Findungsphase, aber ich weiß schon, wen ich nicht wählen werde.“ Auch in der Familie am Abendbrottisch werde viel über die bevorstehende Bürgermeisterwahl gesprochen. In den Flyern wolle sie sich noch genauer über die Ziele der einzelnen Kandidaten informieren. „Mir ist vor allem wichtig, dass die Punkte auch umsetzbar sind.“

„Ich bin schon bei der Landratswahl wählen gegangen“, sagt Betti Losch. „Die Möglichkeit wählen zu gehen, ist nicht selbstverständlich auf der Welt.“ Egal ob Kommunalwahl, Landtags- oder oder Bundestagswahl man sollte immer wählen gehen, meint die Schülerin. Dass sich seine Schüler für die bevorstehende Wahl interessieren, freut den Sozialkundelehrer Oliver Bredow. „Ich finde es toll, dass sich einige auch im Wahlkampf engagieren. Ganz egal für welchen Kandidaten.“

Bürgermeisterwahlen im Rückblick

Am 4. November wird in Barth ein neuer Bürgermeister gewählt. Vier Kandidaten treten an und werben um die Stimmen der wahlberechtigten Einwohner: Karoline Preisler, Martin Maak, Mario Galepp und Carl-Friedrich Hellwig. Gewählt werden darf ab 16 Jahren. Von den 7375 Wahlberechtigten sind 183 zwischen 16 und 18 Jahren alt. Am 14. September 2014 trat bei der letzten Bürgermeisterwahl neben Dr. Stefan Kerth (SPD), der mit 75,3 Prozent klar gewann, Dr. Gerd Albrecht (CDU) an. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,4 Prozent.

Am 14. Januar 2007 gab es bei der Bürgermeisterwahl fünf Bewerber - Andreas Kuhn (CDU, 43,15 Prozent), Dr. Stefan Kerth (SPD, 35,35 Prozent), Peter Hermstedt (FDP, 7,23 Prozent), Hans-Jürgen Fritzsche (Einzelbewerber, 8,60 Prozent) und Christian Heuser (Einzelbewerber, 5,63 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag bei 48,40 Prozent. Am 28. Januar kam es dann zur Stichwahl zwischen Dr. Stefan Kerth und Andreas Kuhn. Kerth gewann mit 62,63 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Wahlbeteiligung bei der Stichwahl lag bei 50,83 Prozent.

2004 trat nur Mattias Löttge zur Bürgermeisterwahl in Barth an. Er wurde am 15. Juni 2004 mit 83,64 Prozent gewählt. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 36,98 Prozent.

OZ-Wahlforum am 1. November

Am 1. November haben die Barther die Möglichkeit, den Kandidaten noch einmal auf den Zahn zu fühlen. Die OSTSEE-ZEITUNG veranstaltet das große OZ-Wahlforum zur Bürgermeisterwahl. Beginn ist um 19 Uhr, und zwar nicht wie ursprünglich geplant, im Barther Rathaus, sondern in der ehemaligen Diesterwegschule. Der Grund: Im Rathaus dürfen keine Wahlveranstaltungen stattfinden.

 

Moderiertwird das OZ-Wahlforum in der ehemaligen Diesterwegschule von Robert Niemeyer, Leiter der OZ-Lokalredaktion Ribnitz-Damgarten. Aber auch die Zuhörer können an diesem Abend die Gelegenheit nutzen, die Kandidaten Karoline Preisler, Friedrich-Carl Hellwig, Martin Maak und Mario Galepp zu befragen.

Sie haben Fragen an die Kandidaten?Dann kommen Sie am Donnerstag, 1. November, um 19 Uhr in die ehemalige Diesterwegschule in Barth. Sie können nicht dabei sein? Dann schicken Sie uns Ihre Fragen (auch anonym) per E-Mail an ribnitz-damgarten@ostsee-zeitung.de oder schreiben Sie uns auf www.facebook.com/oz.ribnitzdamgarten.

Anika Wenning

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