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Ribnitz-Damgarten Die OZ hat nachgefragt: Wer tritt wieder an?
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Die OZ hat nachgefragt: Wer tritt wieder an?
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15:31 11.02.2019
Am 26. Mai wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Quelle: dpa
Amt Barth

Am 26. Mai ist in Mecklenburg-Vorpommern großer Wahl-Tag. Gewählt werden die Stadt- und Gemeindevertretungen sowie die Kreistage. Die Stadt Barth hat mit Friedrich-Carl Hellwig bereits einen neuen Bürgermeister. Jetzt haben auch die Einwohner des Amtes Barth, von Saal bis Karnin, die Wahl. Am 26. Mai werden hier die ehrenamtlichen Bürgermeister für die nächsten fünf Jahre gewählt. Die OSTSEE-ZEITUNG hat nachgefragt: Wer tritt wieder an und wer lässt es bleiben?

Achim Markawissuk, Bürgermeister Trinwillershagen Quelle: Susanne Retzlaff

Achim Markawissuk ist seit 2014 Bürgermeister in Trinwillershagen. Sein Vorgänger Klaus-Dieter Tahn war 20 Jahre im Amt. Als klar gewesen sei, dass der damals 67-Jährige nicht mehr antritt, habe man einen Nachfolger gesucht und in Achim Markawissuk auch einen gefunden. „Es ist eine schöne Arbeit, die Spaß macht. Ich lebe seit 1975 in Trinwillershagen“, sagt der 65-Jährige. Für ihn gehöre es einfach dazu, sich in der Gemeinde, in der man lebt, auch politisch einzubringen. Vor seiner Zeit als Bürgermeister sei er schon viele Jahre in der Gemeindevertretung aktiv gewesen. „Solange das alles gesundheitlich geht, möchte ich es auch machen. In den vergangenen Jahren haben wir viel erreicht und schließlich möchte man die Sachen, die man angeschoben hat, auch noch mitgestalten. Ich hoffe, dass wir wieder eine gute Mannschaft zusammenbekommen“, sagt der Bürgermeister, der weiß, dass einige Gemeindevertreter aufgrund ihres Alters nicht mehr antreten wollen. „Es ist Fakt, dass sich die Gemeindevertretungen verjüngen müssen. Viele sind schon über 60. Wir hoffen, dass sich in Zukunft auch mehr jüngere Leute einbringen.“

Gerhild Balzer, Bürgermeisterin Lüdershagen Quelle: Detlef Lübcke

Gerhild Balzer ist seit 1999 Bürgermeisterin in Lüdershagen. Im Sommer schließt sie ihr Geschäft und wollte dann eigentlich auch nicht mehr als Bürgermeisterin antreten. „Bisher hat sich in unserer Wählergemeinschaft aber noch niemand gefunden, der es machen möchte“, berichtet die 68-Jährige. Die Bürgermeisterin weiß aus eigener Erfahrung, wie zeitaufwendig das ehrenamtliche Amt ist. „Das kann keiner im Angestelltenverhältnis machen. Als Selbstständige kann ich mir meine Zeit noch etwas einteilen. Viele Veranstaltungen vom Landkreis finden in der Woche um 16 Uhr statt. Wie soll man das schaffen?“ Die Mehrheit der Gemeindevertreter werde sich ebenfalls wieder aufstellen lassen, ist Gerhild Balzer überzeugt. Zudem habe es Gespräche mit zwei jungen Leuten gegeben, die die Bereitschaft erklärt hätten, sich in der Gemeindevertretung zu engagieren. „Wir werden keine Probleme haben eine Gemeindevertretung, so wie sie für unsere Gemeinde gefordert wird, aufzustellen. Wir werden wieder mit neun Mann dabei sein.“

Lothar Seib, Bürgermeister der Gemeinde Löbnitz Quelle: privat

Lothar Seib wird nicht wieder als Bürgermeister antreten. Der Löbnitzer Bürgermeister ist vor allem von der Landesregierung enttäuscht. „Es gibt keine Unterstützung von irgendwem. Alle zocken einen ab. Sie machen in Schwerin, was sie wollen“, sagt der 68-Jährige, der seit 2002 Bürgermeister der Gemeinde ist. Lothar Seib ist froh, dass er einen Nachfolger gefunden hat. „Das war meine Bedingung. Wenn ich jemanden für den Posten finde, trete ich nicht wieder an.“ Sein erster Stellvertreter Manfred Zemke wird sich im Mai zur Wahl stellen. „Ich werde auch nicht als Gemeindevertreter antreten“, sagt Lothar Seib. „Aber für den Kreistag. So ganz aus dem Geschäft möchte ich ja dann auch nicht raus.“

Wolfgang Pierson Bürgermeister der Gemeinde Saal Quelle: Anika Wenning

Wolfgang Pierson hat sich noch nicht entschieden. „Ein bisschen Zeit habe ich ja noch“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Saal. „Es wird immer schwieriger. Es gibt so viele Klippen und Hindernisse. Das Geld wird weniger und es wird immer komplizierter, an Fördermittel zu kommen und ohne Fördermittel geht es nicht.“ Dies alles seien Gründe nach 25 Jahren aufzuhören, doch es gebe auch einen guten dagegen. „Wenn ich aufhöre, befürchte ich, dass Projekte, die wir angeschoben haben, nicht mehr umgesetzt werden“, sagt der 68-Jährige. Man brauche die Kontakte nach Schwerin und die hätte ein neuer Bürgermeister nicht. Vor allem der Umbau der Sporthalle zum Urlauberbegegnungszentrum in Saal und der Bau der Touristinformation am Hafen in Neuendorf würden ihm am Herzen liegen.

Harald Reinecke, Bürgermeister der Gemeinde Kenz-Küstrow Quelle: privat

Harald Reinecke will Bürgermeister der Gemeinde Kenz-Küstrow bleiben. „Ich werde wieder antreten. Bis auf das Finanzielle sind wir eine sehr stabile Gemeinde. Es lohnt sich auf jeden Fall, dies zu erhalten. Ich finde es wichtig, dass eine Gemeinde eigenständig bleibt. Deshalb müssen wir einen Bürgermeister stellen. Schwerin wartet doch nur darauf, dass es keinen Kandidaten gibt“, erklärt der 58-Jährige. Harald Reinecke ist seit 2011 Bürgermeister der Gemeinde Kenz-Küstrow. Und die Arbeit mache ihm auch Spaß. „Unsere Gemeinde ist sehr aktiv und wir haben einen super Gemeinderat, mit dem ich gerne zusammenarbeite“, sagt Harald Reinecke, der hofft, dass es bei der Wahl im Mai auch mindestens einen Gegenkandidaten gibt.

Christian Haß, Bürgermeister der Gemeinde Divitz-Spoldershagen Quelle: privat

Christian Haß, seit 2002 Bürgermeister der Gemeinde Divitz-Spoldershagen, antwortet auf die Frage, ob er wieder antritt: „Weil bei uns die Kandidatenlage recht dürftig ist, antworte ich mit ja“, sagt der 70-Jährige, der auch Amtsvorsteher des Amtes Barth ist. Allerdings bereitet ihm die Entwicklung Sorgen. In einem Brief unter der Überschrift „Demokratie fordert Mitmachen“ ruft er dazu auf, sich einzubringen. „Demokratie heißt auch, dass der Einzelne, also jede Frau und jeder Mann, Verantwortung übernimmt. Sei es, indem man sich persönlich einbringt, indem man Kandidatin oder Kandidat wird, oder indem man als Wahlhelfer oder Wahlbeobachter die Wahlen aktiv begleitet“, schreibt Christian Haß und weiter. „Demokratie lebt vom Mitmachen. Für die Kommunalwahl 2019 werden in allen Gemeinden noch Menschen gesucht, die für ihren Wohnort die kommunale Selbstverwaltung mit in die eigenen Hände nehmen wollen. Wenn Sie Interesse am Gemeindeleben haben, wenn Sie es verstehen und mitgestalten wollen, dann sollten Sie sich bei ihren Gemeindevertretern melden und erkundigen. Bis zum 12. März sind noch Bewerbungen als Gemeindevertreter- oder Bürgermeisterkandidat möglich – danach erst wieder in fünf Jahren.“

Diana Billey, Bürgermeisterin der Gemeinde Karnin Quelle: privat

Auch Diane Billey wird wieder kandidieren. „Es gibt noch viel zu tun, da aufgrund der schlechten Finanzausstattung der Gemeinden immer nur wenig pro Haushaltsjahr erledigt werden kann“, sagt die 52-jährige Bürgermeisterin der Gemeinde Karnin. „Außerdem ist unsere Gemeindevertretung, die komplett wieder antritt, ein eingespieltes Team.“

Eberhard Groth, Bürgermeister der Gemeinde Fuhlendorf, und Andreas Wienecke, Bürgermeister der Gemeinde Pruchten, waren telefonisch leider nicht zu erreichen und reagierten auch nicht auf eine Nachricht der OZ.

Großer Wahl-Tag am 26. Mai

Zehn Gemeindengehören zum Amt Barth. Das sind Saal, Fuhlendorf, Pruchten, Lüdershagen, Divitz-Spoldershagen, Löbnitz, Trinwillershagen, Karnin, Kenz-Küstrow und die Stadt Barth. In neun Gemeinden gibt es einen ehrenamtlichen Bürgermeister. Die aktuelle Wahlperiode endet und am 26. Mai werden die ehrenamtlichen Bürgermeister für die nächsten fünf Jahre neu gewählt.

Die Stadt Barthhat einen Bürgermeister, der hauptamtlichen tätig ist. Bei der Wahl am 4. November vergangenen Jahres wurde Friedrich-Carl Hellwig zum neuen Barther Bürgermeister gewählt. Die Wahl war notwendig, weil Amtsinhaber Stefan Kerth Anfang Oktober das Amt des Landrates Vorpommern-Rügen übernahm.

Am 26. Maiwerden in Mecklenburg-Vorpommern neben den ehrenamtlichen Bürgermeistern auch die Stadt- und Gemeindevertretungen und die Kreistage gewählt. Neben den Kommunalwahlen stehen zudem auch die Europawahl an.

Anika Wenning

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