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Ribnitz-Damgarten Buhne 12: Genussvoller Abschied mit viel Wehmut
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Buhne 12: Genussvoller Abschied mit viel Wehmut
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15:37 15.10.2017
Die Kultgaststätte „Buhne 12“ in Ahrenshoop hatte am Samstag zum letzten Mal für Gäste geöffnet. Quelle: Richter, Timo
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Ahrenshoop

Vorne rechts, am Fenster – das ist der Stammplatz von Dr. Jürgen Radke und Sabine Weinhardt in der „Buhne 12“. Den Tisch mit fulminanter Aussicht auf die Ostsee haben die Zingster am Samstag zum letzten Mal eingenommen. Die Gaststätte mit Kultstatus ist nun geschlossen. Die Eigentümer, eine Erbengemeinschaft, haben den Pachtvertrag mit Marjon Lau-Westendorf und ihrem Mann Georg nicht verlängert. Sie wollen das Gebäude zu einem Ferienhaus umbauen. Die Kommune will die Nutzungsänderung verhindern.

Gäste und Kommune wünschen Erhalt der „Buhne 12“

Auch viele Gäste wünschen sich den Erhalt der „Buhne 12“. Seit rund 20 Jahren genießen Sabine Weinhardt und Jürgen Radke den besonderen Charme der Gaststätte, der noch so an frühere Zeiten erinnere. Und sie haben wieder Fisch gegessen – „der ist hier super. Es tut uns wahnsinnig Leid, dass die ,Buhne 12’ schließt.“ Damit verliere nicht nur der Ort eine einzigartige Lokalität, sondern die gesamte Region. „Das Schlimmste ist“, sagt Sabine Weinhardt, „dass Ferienwohnungen gebaut werden sollen. Die ganze Region wird damit zugepflastert.“ Zingst sei ein abschreckendes Paradebeispiel. Die Gäste fürchten allerdings, dass die Kommune mit ihren Einsatz für den Erhalt der Gastronomie an der Stelle auf verlorenem Posten steht.

Das ist unter der Hand immer wieder zu hören. Viel zu spät sei die Kommune aufgewacht – und der ursprüngliche Charme Ahrenshoops sei schon vor einigen Jahren verloren gegangen. Gar einen Protestbrief gegen die Umwandlung der „Buhne 12“ zu einem Ferienhaus hat Ulli Fahrich aus Berlin an den Ahrenshooper Bürgermeister Hans Götze adressiert. Er sieht die gute Adresse an der einzigartigen Stelle gefährdet. Seit etlichen Jahren komme er mit seiner Frau Ingrid dorthin, kennt auch noch die Zeiten, als in der „Buhne 12“ getanzt wurde und die Gäste in Dreierreihen an der Theke standen. Zum Abschluss der Tradition will sich der Berliner noch ein großes Sanddorneis gönnen.

Arbeitsalltag

Dem Personal ist Trauer nicht anzumerken. Marjon Lau-Westendorf konnte den Großteil an andere Betrieb vermitteln. Und wirklich Sorgen, nun ohne Arbeit und Einkommen dazustehen, machen sich die anderen auch nicht. In der Branche werden Fachkräfte händeringend gesucht. Speisen gehen prächtig am letzten Öffnungstag – am Sonntag hatte Marjon Lau-Westendorf Handwerker zum Abschied eingeladen – aber auch Speisekarten und die einmaligen Geldmuscheln, in die der Verzehrbetrag gesteckt wurde. Etliche Abschiedsgäste wollen ein Stück der „Buhne<TH>12“ bewahren. Sogar das eine und anderes Stück der Dekoration findet am Wochenende den Weg in die Stuben von langjährigen Gästen.

Für tränenreiche Abschiede und lange Gespräche bleibt am Samstag kaum Zeit. Die Tische sind zum Teil im Stundentakt reserviert. Hochbetrieb zum letzten Mal. Die Wehmut kommt, ist sich beispielsweise Anja Behr, die von Tisch zu Tisch eilt, sicher. Dann nämlich, wenn am Wochenende der letzte Gast gegangen, die Tür endgültig abgeschossen ist.

30 Jahre lang haben Marjon Lau-Westendorf und ihr Mann Georg die Gaststätte geführt. Und nun führt sie wieder Gäste an einen gerade frei gewordenen Tisch – vorne rechts, am Fenster, mit fulminanter Aussicht auf die Ostsee.

Timo Richter

Erbengemeinschaft plant Umnutzung des Ahrenshooper Kultrestaurants zu Ferienwohnungen.

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