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Ribnitz-Damgarten Bundesfreiwilligendienst: In Ribnitz fehlen Bewerber
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bundesfreiwilligendienst: In Ribnitz fehlen Bewerber
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12:32 15.04.2018
Ribnitz-Damgarten

Eigentlich sollen vom Bundesfreiwilligendienst (BFD) alle profitieren: Junge Leute sammeln Erfahrungen nach der Schule, Unternehmen haben Helfer und die Lücke, die der Wegfall des Zivildienstes gerissen hat, wird geschlossen. Soweit die Theorie. In Ribnitz-Damgarten fehlen sogenannte Bufdis – trotz vieler Einsatzmöglichkeiten und Vorteilen für Arbeitgeber.

Isabelle Wohlgemuth (17) und Alexandra Schwandt sind seit Oktober Bufdis beim CJD. Quelle: Foto: Philip Schülermann

Bundesfreiwilligendienst

336 Euro verdienen Freiwilligendienstler maximal.

12 Monate dauert eine Dienstzeit. Sie kann auf 18 Monate ausgeweitet werden. In Ausnahmen kann auf zwei Jahre verlängert werden.

Bewerbungen an das CJD:E-Mail an mandy.fink@cjd.de;

Weitere Infos: 03821/709113 oder www.cjd-nord.de

„Das BFD ist eine wunderbare Gelegenheit für Lebensübergänge“, lobt Thomas Reiplinger. Der Fachbereichsleiter für Arbeit und Beschäftigung beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) meint damit die Zeit zwischen Schule und Ausbildung oder Studium. Bufdi kann aber auch werden, wer älter ist. In den vergangenen Jahren hätten sie solche Mitarbeiter zwischen 20 und 73 Jahren beschäftigt.

Derzeit hat das CJD in Ribnitz-Damgarten eine Stelle neu zu besetzen – am liebsten sofort, sagt Reiplinger. Aber man sei flexibel – ebenso bei Alter und Vorerfahrung. Ein Führerschein wäre aber vorteilhaft, denn der neue Bufdi soll auch im Fahrdienst eingesetzt werden.

Um im BFD zu arbeiten, bedarf es keiner Ausbildung oder anderer Qualifikation. Voraussetzung laut Reiplinger: „Ein grundsätzliches Interesse an der Tätigkeit“ und Offenheit gegenüber Menschen mit Behinderung. Beim CJD arbeiten Bufdis in sechs Bereichen, in der Werkstatt, wo die Mitarbeiter mit psychischen, geistigen und körperlichen Handicaps beschäftigt sind. In den Umgang mit ihnen wachse man hinein, meint Reiplinger. Ohne einen Tag Hospitation fange niemand in dem Unternehmen an. Die Aufgaben seiner Bufdis: Unterstützung bei Arbeitsabläufen, in der Assistenz und Fahrdienst. Die Bewerberzahlen schwanken, jemanden zu finden sei nicht immer leicht.

In den Bodden-Kliniken arbeiten keine Bufdis. „Weil es keine Nachfrage gibt“, sagt Geschäftsführer Falko Milski. Dabei habe das Unternehmen 2011/2012 einen „BFD-Kollegen“ gehabt, „den wir sogar erfolgreich in eine Anstellung übernommen haben“, berichtet er. Dass niemand freiwilligen sozialen Dienst machen möchte, trifft zumindest laut Bodden-Kliniken nicht zu, denn Freiwillige Soziale Jahre (FSJ) würden in dem Betrieb absolviert. Chef Milski: „Wir haben inzwischen regelmäßig fünf FSJler im Einsatz. Die Nachfrage scheint da zu sein. Inwiefern ein Modell attraktiver ist, kann ich nicht sagen.“ Freiwilligendienstler für die Klinik werden über den Internationalen Bund vermittelt.

Unterschiede zwischen FSJ und BFD gibt es kaum. Taschengeld und Dienstzeit sind gleich. Bufdis können nach fünf Jahren ihren Dienst wiederholen, auch die Wochenarbeitsstunden lassen sich im BFD flexibler gestalten.

Noch ein Vorteil: Während FSJler vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit arbeiten, können Bufdis vielseitiger eingesetzt werden, weil es für sie keine Altersbeschränkung und damit weniger Regularien gibt. Unter den Einsatzstellen auf der Website des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben finden sich die Bernsteinreiter. Auch sie beschäftigen keine Bufdis – würden aber durchaus gern, erklärt Kerstin Evert. Freiwillige setzen sie bei der Kinderbetreuung in Reiterferien ein. Dafür wurden sie einst gesucht, dafür werden sie auch heute vor allem gebraucht. Laut Evert ein gutes Arbeitsfeld für FSJler. Anders seien sie auch kaum einsetzbar, weil sie zu jung sind. Vermittelt werden die Freiwilligendienstler der Reiter über den Landessportbund. Svea Schultz, zuständig für Freiwilligendienstler, erklärt für den Bereich Sport: „Es gibt mehr Bewerber als Einsatzstellen.“ Aber das Kontingent an Bufdi-Stellen (vom Bund finanziert) sei schneller erschöpft als das der landes- und EU-finanzierten FSJ-Stellen. So bleiben Bewerber auf der Strecke – oder machen möglicherweise doch ein FSJ.

Im CJD geht die Suche nach einem neuen Mitarbeiter weiter. Wer sich als Bufdi beweist, hat im Unternehmen einen Fuß in der Tür. In der Werkstatt würden vor allem Handwerker gebraucht, sagt Thomas Reiplinger. Mit Freiwilligendienst, handwerklicher Ausbildung und sonderpädagogischer Zusatzqualifikation könnten aus einstigen Bufdis leitende Angestellte werden. „Oder sie kommen nach fünf Jahren noch mal als BFDler zu uns“, scherzt Reiplinger.

Philip Schülermann

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