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Burg Divitz: Ministerium stellt Förderung in Aussicht

Divitz Burg Divitz: Ministerium stellt Förderung in Aussicht

90 Prozent sind möglich. Die Voraussetzungen für eine Unterstützung aus Schwerin sollen jetzt geprüft werden.

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Geschätzte zehn Millionen Euro sind für die Sanierung der Wasserburg Divitz veranschlagt.

Quelle: Detlef Lübcke

Divitz. Gibt es neue Hoffnung für die vom Verfall bedrohte Wasserburg Divitz (Vorpommern-Rügen) auf eine baldige Sanierung? Wie Dietmar Eifler, CDU-Landtagsabgeordneter für den hiesigen Wahlkreis mitteilte, sei das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommerns unter gewissen Voraussetzungen bereit, die Sanierung mit bis zu 90 Prozent der Kosten zu fördern. Das sei das Ergebnis einer Gesprächsrunde mit den Beteiligten in Schwerin gewesen.

Am Mittwoch hatte in Schwerin ein Treffen von Vereinsmitgliedern, Denkmalschützern und Kommunalpolitikern mit Wirtschaftsminister Harry Glawe stattgefunden, bei dem über die Zukunft dieses Kulturgutes von nationaler Bedeutung beraten wurde. Auch Dietmar Eifler hatte daran teilgenommen. „In den vergangenen Jahren ist vieles besprochen und geschrieben, aber nichts zu Ende geführt worden. Deshalb hat sich im CDU-Kreisverband eine Arbeitsgruppe gebildet, die das Vorhaben in die Hand nehmen will“, berichtete er. Wenn man noch lange abwarte, werde sich der Zustand der Bausubstanz auf ein sehr bedenkliches Niveau verschlechtern. Damit würde ein Erhalt immer aufwändiger und teurer werden.

Schloss in öffentliche Hand?

Für Eifler gibt es nur einen erfolgversprechenden Weg, um das jetzt schon stark verfallene Gebäude zu retten: Die Überführung in öffentliches Eigentum. „Es ist schon sehr viel Arbeit hineingesteckt worden – nun muss man das Vorhaben befeuern, um zu einem Ergebnis zu gelangen.“ Die Variante des öffentlichen Eigentums sei eine, mit der er sich vor allem ein Vorankommen bezüglich der Förderung verspreche. „Aus rechtlichen Gründen müssen solche großen Fördersummen öffentlich abgesichert sein.“ Die Runde in Schwerin habe sich laut Eifler darauf geeinigt, zu prüfen, ob sich entweder der Landkreis Vorpommern-Rügen oder das Amt Barth als Gläubiger ersten Ranges in das Grundbuch eintragen lässt.

Gläubiger ersten Ranges bedeutet, dass die Fördermittel über Landkreis oder Amt an den Verein weitergereicht werden können. „Damit werden die öffentlichen Mittel gesichert“, sagt Dietmar Eifler. Es bedeutet aber auch, das der Kreis oder das Amt Eigentümer des Schloss werden würden, falls der Verein beispielsweise aufgelöst wird oder in die Insolvenz gehen müsste.

Eine weitere Voraussetzung ist die Erstellung eines Nutzungskonzeptes. Gewünscht ist eine touristische Nutzung.

Trotz dieses Signals aus Schwerin sind die Beteiligten jedoch eher zurückhaltend. „Es sind noch einige Voraussetzungen zu erfüllen“, sagt Dr. Gerd Albrecht vom Förderverein Kulturgüter Wasserburg Divitz. Dieser Weg sei eine Option, weiterzukommen. Mehr könne dazu allerdings nicht gesagt werden. Ähnlich äußert sich Christian Haß, Amtsvorsteher des Amtes Barth: „Wir haben die Aufgabe bekommen, jetzt zu klären, unter welchen Bedingungen eine Sanierung möglich ist.“ Alles weitere sei offen. Es habe laut Haß in der Vergangenheit bereits viele solcher Gespräche gegeben. Eine Lösung sei dabei noch nicht herausgekommen. Der Landkreis gibt sich ebenfalls zögerlich. „Bei dem Termin wurden Möglichkeiten besprochen, die, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, in den Gremien des Kreistages zu besprechen sind“, teilte Kreissprecher Olaf Manzke lediglich mit.

Zehn Millionen Euro

Bis zu zehn Millionen Euro sind für die Sanierung veranschlagt. Dass der Förderverein diese Summe nicht alleine stemmen kann, ist klar. Auch der Vereinsvorsitzende Erich Kaufhold ist der Meinung, dass das Schloss in die öffentliche Hand gehört. Es gebe viele Möglichkeiten. „Wir als Verein wollen aber die öffentliche Hand auch nicht alleine lassen. Wir sind bereit, mitzuhelfen“, so Kaufhold.

Der Verein habe laut Gerd Albrecht zuletzt vieles in ehrenamtlicher Eigenregie geleistet. Gebäude und Park wurden beräumt. Der Park wird gepflegt. Auch die ersten Veranstaltungen sollen stattfinden. So beteiligt sich das Schloss am 25. Juni erstmals an der Mittsommerremise im Land, an der zahlreiche Schlösser und Gutshäuser teilnehmen. Im kommenden Jahr, dem Europäischen Kulturerbejahr 2018, hofft der Verein, mit Unterstützung des Denkmalschutzverbundes Europa Nostra, das Schloss Divitz als norddeutschen Beitrag einzubringen.

Im 13. Jahrhundert angelegt

Das Herrenhaus war ursprünglich als Wasserburg konzipiert und gilt als eine der bedeutendsten Wasserburgen in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Burg Divitz ist in der Zeit der deutschen Ostkolonisation im 13. Jahrhundert angelegt worden. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg ausgebaut, so entstand der zweigeschossige Nordflügel. Zwischen 1729 und 1743 wurden die Ostflügel mit zwei Portalen ergänzt. Zwischen 1820 und 1830 wurde südlich des Gebäudes ein Landschaftsgarten angelegt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Herrenhaus als Wohnhaus genutzt. Seit der Wende ist es unbewohnt. Anfang der 1990er Jahre wurde die Immobilie durch die Gemeinde an eine Eigentümergesellschaft verkauft. 2001 wurde das Schloss an einen neuen Interessenten verpachtet. Seit 2015 ist der Förderverein Kulturgüter Wasserburg Divitz Eigentümer.

Robert Niemeyer

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