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Ribnitz-Damgarten Circus Fantasia hofft auf Geld-Magier
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Circus Fantasia hofft auf Geld-Magier
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00:00 19.03.2013
Annika (9), Leonie (9), Jessica (10) und Nadine Pohlmann (33), pädagogische Leiterin des BAF e.V. (von links). Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Ohne Netz und doppelten Boden ringen die Akteure des Vereins Behinderten Alternative Freizeit (Baf) derzeit um ihr liebstes Projekt: den Circus Fantasia. „Ja, uns plagen Existenzängste“, sagt Rica Bünning (27) vom Vorstand des Vereins. Es fehlten Gelder für den Umzug und die Renovierung der Zirkuswagen sowie den Aufbau des Zeltes im Stadthafen: Rund 10 000 Euro sind nötig, damit der Circus Fantasia in seine 18. Saison starten kann.

„Wir haben schon etliche Buchungen für Kurse und wollen deshalb das gelb-blaue Zelt unbedingt aufbauen“, erklärt Bünning. Im Winterquartier in Halle 4 des Dieselmotorenwerkes würde zudem schon fleißig geprobt für die große Eröffnungsshow, die am 27. April im Stadthafen in der Zirkusmanege stattfinden solle. Für Ende März sei der große Umzug an die Warnow geplant, berichtet die Vereinsfrau. Bis dahin müsse das Geld aufgebracht sein, noch mancher Sponsor geworben werden.

Diplomdesignerin Bünning, die als Zirkuspädagogin kleine und große Fans selbst das Jonglieren oder den Poi-Tanz lehrt und sie in die Geheimnisse der Clownerie einweiht, hat dafür einen Mini-Fantasia-Ausmal- und Bastelbogen entworfen. Der kann für eine Spende zwischen drei und fünf Euro erworben werden und liegt in mehreren Geschäften und Buchhandlungen in Rostock aus. Spender können auch per Mail eine Datei des Bastelbogens zum Selbstausdrucken erhalten. Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen, die 50 Euro oder mehr spenden, erhalten nicht nur den Bastelbogen, sondern nehmen auch an einer Verlosung teil, bei der es um zwei Stunden Mitmachzirkus in der jeweiligen Einrichtung geht.

20 000 kleine und große Gäste hatten im vergangenen Jahr von April bis Juli und im Herbst (September/Oktober) viel Spaß in der Zirkusarena im Stadthafen. Kinder- und Jugendgruppen aus ganz Deutschland meldeten sich zu Kursen an, übernachteten in den Zirkuswagen und wurden in einer Projektwoche zu Artisten und Clowns. „Unser Mitmachzirkus kommt immer gut an, ist weit über die Stadtgrenzen hinaus gefragt“, berichtet Rica Bünning. Erfahrene Zirkus- und Spielpädagogen begleiten Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, wenn sie Zirkustechniken wie Jonglage, Akrobatik, Clownerie, das Laufen auf dem Seil oder auf dem Ball ausprobieren wollen.

In diesem Jahr gebe es schon zum zehnten Mal den deutsch-polnischen Austausch, bei dem Jugendliche aus beiden Ländern je zwei Wochen lang auf beiden Seiten gemeinsam Zirkus veranstalten. Mehrtägige Jonglier- und Clown-Treffen sind geplant, Theatervorstellungen und Konzerte angedacht. Die Theatergruppe des Vereins, in der Menschen mit Handicap in tolle Rollen schlüpfen, probt derzeit im Fantasia-Winterquartier kleine Sequenzen und Stücke, die im Zelt aufgeführt werden sollen. „Der Circus muss weitergehen“, sagt Rica Bünning — und hofft auf die fehlenden Gelder bis zum Saisonstart.

• Info:

www.bafev.de

Doris Kesselring

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