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Ribnitz-Damgarten DHB-Spielverbot: Handballer im Land sind frustriert
Vorpommern Ribnitz-Damgarten DHB-Spielverbot: Handballer im Land sind frustriert
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00:05 01.12.2017
Handbälle werden am Wochenende nicht durch die Hallen im Land fliegen. Der Spielbtrieb wird ausgesetzt. ARCHIVFOTO: SEBASTIAN HEGER
Ribnitz-Damgarten/Barth

Die Handballvereine der Region schieben Frust. Sie dürfen am Wochenende nämlich keine Spiele austragen. Hintergrund ist der Beschluss des Deutschen Handballbundes (DHB), der seine Landesverbände dazu aufgefordert hat, den Spielbetrieb während der heute (19 Uhr, Sport 1) mit der Partie Deutschland gegen Kamerun beginnenden Frauen-Weltmeisterschaft im eigenen Land komplett auszusetzen. DHB-Generalsekretär Mark Schober wird auf der Homepage des Verbandes zitiert: „Wir müssen zur WM 2017 auch unsere in den Vereinen aller Ligen aktiven Spielerinnen und Spieler in die Arenen bringen. Das ist eine große und gemeinsame Aufgabe.”

Wegen der Frauen-WM in Deutschland ruht der Ligabetrieb in MV / Das stellt Vereine und den Landesverband vor organisatorische Probleme

Damit stößt er bei den Verantwortlichen vor Ort aber auf wenig Gegenliebe. „Das bringt unser gesamtes Punktspielsystem durcheinander“, ärgert sich Peter Thum, Abteilungsleiter beim SV Motor Barth und wird noch deutlicher: „Das ist großer Schwachsinn und an der Realität vorbei.“ Klar drücke man bei seinem Verein den deutschen Handballerinnen bei der Heim-WM die Daumen, organisatorisch stehe man aber vor Problemen. „Es gibt wenig Spielraum, die abgesagten Begegnungen neu zu terminieren“, erläutert Thum.

Bereits im Mai 2016 hatte der Bundesrat des DHB beschlossen, den Spielbetrieb auf Landesebene auszusetzen. „Darüber haben wir unsere Mitgliedsvereine informiert“, sagt Thomas Schweder, Vizepräsident Spieltechnik beim Handballverband Mecklenburg- Vorpommern (HVMV). Bei der Erstellung des Rahmenspielplans habe man dann aber festgestellt, dass auf Grund des späten Endes der Sommerferien in diesem Jahr und dem frühen Beginn im nächsten die Terminsituation recht angespannt sei. Deshalb habe man die Spiele zunächst auch angesetzt. „Wir haben dann bei den Vereinen nachgefragt, ob während der WM Bedarf besteht, Spiele zu verlegen“, informiert Schweder. Einhellige Antwort: Wir wollen Handball spielen! Daraufhin habe der Landesverband mehrfach Kontakt zum DHB aufgenommen, zuletzt bei der Bundesratssitzung Ende Oktober, um eine Lösung zu finden. Ohne Erfolg! Das Votum der Vereine aus MV sei dort nicht akzeptiert worden.

„Daraufhin haben wir die Reißleine ziehen müssen und die Spiele abgesetzt“, sagt Thomas Schweder. Andernfalls hätten finanzielle Sanktionen in bis zu fünfstelliger Höhe gedroht. Ein Haken bei der Neuansetzung der abgesagten Begegnungen sei vor allem, dass die Vereine in der Regel nicht Eigentümer der Hallen sind, in denen sie spielen. „Da bedarf es jetzt einer völlig neuen Abstimmung mit den Kommunen“, sagt Schweder.

Auch beim Ribnitzer Handballverein (RHV) ist man mit dieser Entscheidung nicht glücklich. „Das ist für uns eine schwierige Situation. Ich denke, dass hier an falscher Stelle die Brechstange eingesetzt wurde“, kommentiert RHV-Vorstand Stefan Stuht die Vorgaben. Der Terminplan der Männermannschaft, die in der MV-Liga spielt und zusätzlich noch im DHB-Amateurpokal an den Start gehen will, sei voll. Ersatztermine zu finden, werde noch eine große Herausforderung darstellen, sagt Stuht.

Bereits jetzt steht fest, dass die Vereine auch in der kommenden Saison vor eine ähnliche Situation gestellt werden. Der Bundesrat des Deutschen Handballbundes hat nämlich kürzlich beschlossen, während der Männer-Weltmeisterschaft, die im Januar 2019 in Deutschland und Dänemark ausgetragen wird, „den Spielbetrieb in den Landesverbänden und deren Untergliederungen an ausgewählten Tagen ruhen zu lassen“.

Marco Schwarz

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