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Ribnitz-Damgarten Damit die Bäche im Bett bleiben
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Damit die Bäche im Bett bleiben
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05:35 09.03.2018
Grimmen

Seit dieser Woche sind die Mitarbeiter des Wasser- und Bodenverbandes Trebel wieder gemeinsam mit Vertretern ihrer Mitgliedsgemeinden unterwegs.

Gewässerschau nennt sich das – begutachtet werden Wasserläufe der sogenannten 2. Ordnung im Verbandsgebiet, das von Franzburg und Wittenhagen im Norden bis kurz vor Bad Sülze und Behren-Lübchin im Westen bis nach Demmin im Süden sowie Sundhagen im Osten reicht.

„Fast 75 000 Hektar groß ist unser Gebiet, 1094 Kilometer Gewässer gehören dazu“, sagt Regina Kahl, Geschäftsführerin des Verbandes, der schon seit 25 Jahren existiert. Das gesamte Einzugsgebiet der Trebel und alle in die Trebel einlaufenden Gewässer werden betreut. Bis zum Zusammenfluss der Poggendorfer und der Kronhorster Trebel in der Nähe des Grimmener Schwimmbades auch die Trebel selbst. Ab dort ist sie ein Gewässer erster Ordnung und das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt in Stralsund ist verantwortlich.

Alle 34 Gemeinden in diesem Gebiet sind zwangsläufig Mitglied im Verband. „Dazu kommen 38 sogenannte dingliche Mitglieder“, informiert Regina Kahl. Das sind die Bahn AG, aber auch Land, Bund und Kirche, die zum Beispiel Straßen oder Friedhöfe besitzen.

272 Kilometer Rohrleitungen zählen zu diesen Gewässern. „Die meisten von ihnen, nämlich etwa 60 Prozent, sind älter als 40 Jahre. Die werden uns in den nächsten Jahren oft beschäftigen“, macht Regina Kahl auf den baulichen Zustand aufmerksam. Wo es Schäden an diesen Rohrleitungen gibt, wo Grabenränder abgebrochen oder zugewachsen sind, soll bei den Gewässerschauen herausgefunden werden. „Gerade jetzt im Frühjahr wird das sehr deutlich“, sagt sie und ergänzt, dass die Schauen stets öffentlich sind. Kahl: „Besonders Landwirte bemerken jetzt nach dem Winter, wo auf den Feldern Trichter aufgrund defekter Leitungen entstanden sind, die wir reparieren müssen.“ Mit denen arbeite der Verband sehr gut zusammen. Der sei auf die Informationen der Bauern angewiesen und andererseits bräuchten die den Verband für die sinnvolle Entwässerung ihrer Felder.

Der Großteil der Gewässer im Verband sind offene Gräben, die das Wasser in Richtung Trebel abführen. „Sie werden regelmäßig gekrautet, der Grund wird beräumt oder die Böschung muss gesichert werden“, erklärt sie die Maßnahmen. An manchen Gräben werde so alle zwei Jahre gearbeitet, an anderen alle vier Jahre. Kahl: „Gräben im Wald beispielsweise müssen nicht so oft unterhalten werden. Sie wachsen langsamer zu.“ Und da zu diesen Arbeiten im Winter Holzungen kommen, wird beim Wasser- und Bodenverband nahezu ganzjährig an den Gräben gearbeitet. Im vergangenen Jahr sei das allerdings durch die extrem nasse Witterung zeitweise eingeschränkt gewesen. „Und auch der Artenschutz zwingt uns zu Pausen. Wir müssen Brutzeiten von See- und Schreiadlern beachten“, ergänzt die Geschäftsführerin. Das werde die Verbandsmitarbeiter in Zukunft immer mehr beschäftigen, ist die Fachfrau überzeugt. Denn die Natur entwickele sich positiv, ist sie überzeugt. Und dennoch sei es wichtig, ein Gleichgewicht zu finden: den Umweltschutz beachten und den Abfluss des überschüssigen Wassers sichern.

Keine größeren Probleme gebe es im Verbandsgebiet mit dem Biber. „Wir gehören zu denen, die bisher gut mit ihm auskommen“, sagt Regina Kahl. In Eixen hätte es aber mal eine Ausnahmegenehmigung gegeben, um den Ibitzgraben zu sichern. „Denn wenn Drainageausläufe nicht mehr funktionieren und landwirtschaftliche Flächen extrem unter Wasser stehen, müssen wir handeln“, sagt sie. Die Landwirte seien aber die Hauptzahler, ergänzt Regina Kahl. Grundsätzlich werden die Mitglieder, also die Gemeinden veranlagt. Und die wiederum würden das auf die privaten Grundstücksbesitzer umlegen.

Um die notwendigen Arbeiten regelmäßig durchführen zu können, engagiert der Verband Servicefirmen nach öffentlichen Ausschreibungen. In Grimmen beispielsweise wird jedes Jahr von Ende Juni an gekrautet. „Durch die ganze Stadt entlang der Jarpenbeek und der Trebel geht es dann“, sagt Regina Kahl. Früher sei das nur einmal im Jahr geschehen, doch es sei öfter notwendig, betont sie.

Almut Jaekel

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