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Ribnitz-Damgarten Darßbahn: Schwesig will Merkel in die Pflicht nehmen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Darßbahn: Schwesig will Merkel in die Pflicht nehmen
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19:56 17.10.2017
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig besuchte am Montagabend am Barther Bahnhof die 25. Mahnwache für den Erhalt der Bahnstrecke Velgast-Barth. Quelle: Robert Niemeyer
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Barth

Mutmacher für Barth und Bahnfahrer: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat am Montagabend die wöchentliche Mahnwache der Bürgerinitiative „Keine Bahn ist keine Lösung“ am Bahnhof in Barth (Vorpommern-Rügen)besucht. Es war die insgesamt 25. Mahnwache seit Bestehen der Initiative, die für den Erhalt der Bahnstrecke Velgast-Barth und deren Ausbau nach Zingst und Prerow als sogenannte Darßbahn kämpft. Schwesigs Auftritt anlässlich dieses Jubiläums wurde als positives Zeichen gewertet, zumal die Ministerpräsidentin auch noch Landes-Infrastrukturminister Christian Pegel und Vorpommerns Parlamentarischen Staatssekretär Patrick Dahlemann (beide SPD) im Schlepptau hatte.

Keine Versprechen

Ein Versprechen, gar eine Entscheidung war im Vorfeld dieses Termins freilich nicht zu erwarten. „Ich habe hohe Sympathien für Ihre Sache“, sagte Schwesig zu den gut 100 Teilnehmern. Allerdings müsse erst geprüft werden, was machbar ist. Erst dann könne eine Entscheidung getroffen werden.

Dabei wolle sie den Bund in die Pflicht nehmen, namentlich Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die sich vor wenigen Wochen im Bundestagswahlkampf wohlwollend zu den Forderungen von Bürgern und Politik vor Ort geäußert hatten. „Wir werden Frau Merkel und Herrn Dobrindt in die Pflicht nehmen“, so Schwesig.Mit Fackeln und Transparenten hatten die Teilnehmer der Mahnwache einmal mehr auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht. Zudem sind mittlerweile mehr als 20000 Unterschriften für den Erhalt der Strecke zusammengekommen. Eine weitere Unterschriftenliste überreichte gestern Christa Schibulski von der Bürgerinitiative an Infrastrukturminister Christian Pegel. „Wir halten so lange unsere Mahnwache, bis eine positive Entscheidung fällt“, sagte Schibulski.

„Ich bin guter Dinge“, sagte Christian Pegel. Gleichwohl sei sowohl was die Betriebskosten als auch die Investitionskosten in zweistelliger Millionenhöhe angeht noch nichts endgültig entschieden. „Wir brauchen finanzielle Hilfe vom Bund. Bis Mitte Dezember wollen wir ein Ja oder Nein halbwegs klar haben“, so Pegel.

„Weiterbau ist alternativlos“

Einmal mehr unterstützten auch viele Menschen aus der Region die Mahnwache, darunter Bürgermeister aus umliegenden Gemeinden. „Wenn diese Bahn einschläft, wäre das ein Stück Rückentwicklung“, sagte Borns Bürgermeister Gerd Scharmberg, gleichzeitig Amtsvorsteher des Amtes Darß-Fischland. Prerows Bürgermeister René Roloff betonte einmal mehr die Chance, die sich mit dem geplanten Hafenneubau in seiner Gemeinde und gleichzeitiger Verlängerung der Bahnstrecke ergeben würde. Die Strecke von Stralsund auf den Darß sei eine Verkehrsachse für die ganze Region, sagte Barths Bürgermeister Stefan Kerth. „Der Erhalt und der Weiterbau ist alternativlos.“ Das habe gerade die diesjährige Urlaubssaison gezeigt, als die Region massive Verkehrsprobleme gehabt habe.

Planung läuft

Anfang Dezember wird der Fahrplan der Bahn in Mecklenburg-Vorpommern umgestellt. Bislang ist die Strecke Stralsund-Velgast-Barth nicht mehr dargestellt, sodass zu befürchten ist, dass die Bahnverbindung wegfällt. In der Folge formierte sich vor allem in Barth und Velgast Protest gegen die Streckenschließung.

Das Land hatte jedoch immer wieder betont, dass erst zum Ende dieses Jahres eine endgültige Entscheidung falle. Aber nur wenn die sogenannte Darßbahn, also die Weiterführung der Strecke von Barth nach Zingst und Prerow, gebaut wird, kann die Strecke bis Barth bestehen bleiben. Die Usedomer Bäderbahn plant derweil die Darßbahn in drei Abschnitten. Der erste Planabschnitt von Barth bis zur Meiningenbrücke ist bereits beschlossen. Der zweite Plan wird erstellt.Allerdings gibt es auch Widerstand. Unter anderem hat die Gemeinde Pruchten vor dem Verwaltungsgericht gegen die Darßbahn geklagt. Die Strecke führt mitten durch den Ort Pruchten. Die Gemeinde befürchtet, dass auf sie Kosten in Höhe von etwa einer halben Million Euro zukommen, wenn beispielsweise Bahnübergänge neu gebaut werden müssten.

Robert Niemeyer

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