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Ribnitz-Damgarten Das Jahr der Großbrände
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Das Jahr der Großbrände
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02:25 24.03.2014
Bei dem Großbrand in Freudenberg am 4. August vergangenen Jahres wurden mehr als ein Dutzend Scheunen, Schuppen, Garagen und ein Wohngebäude zerstört. Rund 70 Feuerwehrleute waren zwölf Stunden im Einsatz. Quelle: Fotos: Freiwillige Feuerwehr (1), OZ (1)

„Das vergangene Einsatzjahr begann am 1. Januar um 4.20 Uhr“, erklärte Steffen Harder, Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Ribnitz-Damgarten auf der Jahreshauptversammlung am Freitagabend im Stadtkulturhaus. Und so wie das Jahr begann, habe es sich auch fortgesetzt. „2013 sollte das Jahr der Großbrände werden“, sagte Harder.

Zu 174 Einsätzen rückte die Freiwillige Feuerwehr, bestehend aus den zwei Zügen Ribnitz und Damgarten sowie den Einheiten Klockenhagen und Tempel, im vergangenen Jahr aus. Vor allem der Dezember brachte mit Sturm Xaver eine Vielzahl an Einsätzen mit sich. „Allein im Dezember hatten wir 47 Einsätze; 36 davon gingen auf Sturmschäden zurück“, fasste Harder zusammen. Auch der Großbrand in Freudenberg wurde noch einmal thematisiert. Am 4. August brannten hier mehr als ein Dutzend Scheunen, Schuppen, Garagen und ein Wohngebäude nieder. „Es war der größte Einsatz in der Geschichte der Feuerwehr Ribnitz-Damgarten“, bringt es Steffen Harder auf den Punkt. Zur damaligen Diskussion bezüglich der Löschwasserversorgung entgegnet er: „Es gib genug Löschwasser in Freudenberg.“ Wiederholte Berechnungen ergaben, dass die geforderte Mindestmenge von 98 Kubikmetern Wasser innerhalb von zwei Stunde verfügbar ist.

72 Feuerwehrfrauen und -männer sowie einige Stadtvertreter kamen ins Ribnitzer Stadtkulturhaus. Auch Polizeioberrat Joachim Kühn und Vize-Landrat Lothar Großklaus (CDU) nahmen an der Versammlung teil. Bürgermeister Frank Ilchmann richtete Dankesworte an die Ehrenamtlichen: „Ich freue mich, dass so viele Menschen der Stadt ihr Leben für uns aufs Spiel setzen“, verdeutlichte er anerkennend.

Auch Stadtvertreter Hans-Dieter Konkol würdigte das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr und motiviert die Männer und Frauen: „Tretet dem Bürgermeister immer auf die Füße, dass ihr auch das bekommt, was ihr braucht.“ Lothar Großklaus konnte hierzu etwas beisteuern: „Für den neuen Schlauchwagen werden 40 000 Euro zur Verfügung gestellt.“

Auf die Problematik der Tagesbereitschaft wurde am Freitagabend ebenfalls eingegangen. Da viele der Mitglieder der Einsatzabteilung ihren Arbeitsplatz nicht zwangsläufig in der Bernsteinstadt haben, seien vor allem große Einsätze tagsüber nur sehr schwer zu besetzen. Beim Brand im Körkwitzer Weg in Ribnitz im März vergangenen Jahres wurde dies besonders deutlich: Zur Unterstützung mussten die Kollegen aus Dierhagen angefordert werden. Einige weitere Punkte stehen noch auf der Wunschliste der Freiwilligen Feuerwehr. So muss der Schlauchwagen der Einheit in Klockenhagen dringend auf den neuesten Stand gebracht werden. Außerdem stehen Wartungs- und Reparaturmaßnahmen im Ribnitzer Gerätehaus an. Auch bei den Zuständigkeiten, vor allem im Bereich der Gefahrenguthandhabe, muss in den kommenden Monaten Klärung herrschen.

Als letzter Punkt auf der Tagesordnung, kurz bevor die Feuerwehrfrauen und -männer zum gemütlichen Teil des Abends übergingen, wurden noch einige Mitglieder für ihren besonderen Dienst ausgezeichnet.

Die Feuerwehr-Ehrennadel Gold für 40 Jahre ehrenamtliches Engagement schmückt nun Peter Schmidt und Klaus Schmietendorf. „Ich schätze die Kameradschaft und die Arbeit für die Sicherheit der Bevölkerung“, beschreibt Klaus Schmietendorf seine Jahrzehnte währende Motivation.

Für 25 Jahre Ehrenamt wurden Viola Schröder, Frank Klöcking, Steffen Harder und Thorsten Gau mit dem Ehrenabzeichen Silber ausgezeichnet. Das bronzene Abzeichen nahmen Berthold Moog, Tim Fleischer und auch Holger Fahlberg in Empfang. Außerdem wurden Frank Klöcking, Nico Fischer, Carsten Jürss, Berthold Moog, Peter Schmidt und Christian Didlaukat zum Ober- beziehungsweise Hauptfeuerwehrmann befördert.

Das Feuerwehrjahr 2013

174 Mitglieder zählte die Freiwillige Feuerwehr Ribnitz-Damgarten im Jahr 2013.
98 Feuerwehrmänner finden sich in der Einsatzabteilung und sind im Brandschutz und der technischen Hilfeleistung im Einsatz.
30 Freiwillige stehen als Reserve für den Einsatz zur Verfügung.
174 Mal wurde die Freiwillige Feuerwehr im vergangenen Jahr alarmiert. Allein im Dezember wurden 47 Einsätze vermeldet; 36 davon sind auf Sturm Xaver zurückzuführen.



Paula Mittermayer

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