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Das letzte Frühstück für die Fleischerei

Barth Das letzte Frühstück für die Fleischerei

Barther erinnerten sich auf der Abriss-Abschiedsparty in der Dammstraße an die beiden früheren Geschäfte.

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1983 im Fleischerladen (v.l.): Edda Prehn, Frau Neitzel, Hans-Jürgen Schmidt, Rita Burmeister, Jörg Bartelt.

Quelle: Hans-Jürgen Schmidt

Barth. Abschiedsparty nach dem Abriss: Mit dem Motto „Das letzte Frühstück“ haben sich viele Barther von der früheren Fleischerei Burmeister und späteren Baguetterie Palko in der Dammstraße verabschiedet — und dabei ihre Erinnerungen hervorgekramt.

Einwohner, Handwerker als ehemalige Frühstückskunden und einige Stadtvertreter sind auf Initiative des Abrissunternehmers Gerhard Bossow zur Abschiedsfeier am Donnerstagnachmittag gekommen.

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Trugen zur Abriss-Abschieds-Party für die einstige Fleischerei und Baguetterie in Barth bei (v.l.): Hans-Jürgen Schmidt, Gerhard Bossow, Dietmar Palko, Frank und Susanne Vorpahl sowie Reiner Thürck (im Hintergrund). Fotos (2): Volker Stephan

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„Abrissmusiker“ Reiner Thürck spielte auf seinem Keyboard. Im Unterschied zu den früheren Abrisspartys „Die letzte Bockwurst“ (Friedensecke) und „Der letzte Tanz“ (Burg) kosteten die Happen dieses Mal einen Obolus als Hilfe für die Flutopfer.

Bis zum 31. Mai hatte Dietmar Palko seinen Frühstücksimbiss und Brötchenverkauf im Ladenlokal betrieben, das er wegen des Abrisses schließen musste. Er ist nicht böse darüber: „Meine Frau hat eine Tätigkeit im Spielzeugmuseum gefunden, ich selbst bin in der Gaststätte neben dem Ärztehaus im Reifergang beschäftigt.“ Dort sei er ebenfalls für das Frühstück zuständig und bewirte die meisten seiner bisherigen Kunden weiter. „Wenige Jahre vor der Rente wollte ich nicht in etwas Neues investieren.“

Das Wohn- und Geschäftshaus in der Dammstraße gehörte seit etwa zehn Jahren Susanne und Frank Vorpahl aus Wieck, die das 575 Quadratmeter große Gelände nun an die Stadt verkaufen. „Die Idee dazu stammte von meiner Frau — nachdem wir von den Gestaltungsplänen für die Dammstraße erfahren hatten. Die Stadt griff gleich zu.“ Susanne Vorpahl erinnerte sich, als einstige Schülerin der Reuter-Schule während der großen Pausen schnell mal für einen Imbiss zu „Palko“ geeilt zu sein.

Gerhard Bossow dankte den Beteiligten für die Ausgestaltung der kleinen Party: „Alle hatten sofort zugesagt.“ Er hege die Hoffnung auf eine ähnliche Einigkeit in der Stadt bei der weiteren Beseitigung des städtebaulichen Missstandes in der Dammstraße. Bürgermeister Stefan Kerth (SPD) griff die Vorlage auf: „In der letzten Zeit haben hier viele Grundstücke den Eigentümer gewechselt.

Vielleicht treffen wir uns ja in fünf Jahren wieder bei einer Grillwurst und wundern uns angesichts einer ganz anderen Dammstraße über die einstige, langjährige Hängepartie.“

Während der beiden Stunden wurde natürlich viel in alten Erinnerungen gekramt. Beliebter Gesprächspartner war Fleischermeister Hans-Jürgen Schmidt aus Fuhlendorf, der neben Brötchen mit Leberwurst sowie Grillwürsten — beides nach originalem Burmeister-Rezept — auch ein Erinnerungsfoto aus dem Jahr 1983 mitgebracht hatte. Darauf sind alle damaligen Mitarbeiter zu sehen.

„Rita Burmeister hatte nach dem frühen Tod von Fleischermeister Günther Burmeister die Genehmigung bekommen, den Handwerksbetrieb drei Jahre lang ohne Meister weiterbetreiben zu dürfen“, berichtete Schmidt. Als Geselle habe er in dieser Zeit die Verantwortung für den Produktionsbereich getragen.

Sein Handwerk hatte Hans-Jürgen Schmidt von 1967 bis 1970 bei Paul Burmeister erlernt. „Der ging bald darauf in Rente, half aber an einigen Wochentagen noch aus“, erinnerte er sich. Nach der Armeezeit und einigen Jahren als Wirtschaftsleiter eines Ferienlagers habe er von 1976 bis 1985 wieder bei den Burmeisters gearbeitet, berichtete der Fuhlendorfer. Aus jener Zeit habe er auch einige Original-Rezepte bewahrt, nach denen er in seiner eigenen Fleischerei heute noch die beliebten Burmeisterschen Leber- und Schlackwürste sowie die von Günther Burmeister kreierte Grillwurst herstelle.

 

 

Volker Stephan

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