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Ribnitz-Damgarten De griese Tiet is nu vörbi
Vorpommern Ribnitz-Damgarten De griese Tiet is nu vörbi
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00:00 09.03.2013

Sei fragten: Kennt ji de runn‘ Schiew eigentlich, de morgens in‘ Osten upgeiht un abends in‘n Westen werrer verschwind‘t? Disse Frag wier natürlich nich iernst meint. Un liekers is dor wat an. Ick segg süss ümmer, wenn ick na min leiwste Johrestiet fragt ward: Ick mag sei all, ok den Winter. Oewer dit Johr würn mi de Wulken un de Näbel doch tau väl. Tworst harden wi Frost un Schnei, man de Sünn‘ wier nich dor, de dat alls taun Lüchten bringen künn. Jede Minsch, denn‘n man in de letzten Wochen ansprök, stähnte‘ einen wat vör von depressive Stimmung un so. Dat is nu anners worden.

Ok wenn de letzten Dag uns werrer doran erinnerten, dat wi ierst März hemm‘: De Stimmung is nu anners, man fäuhlt, de Krasch von den Winter is nu braken. De Minschen up de Strat kieken werrer fründlicher in de Welt. Dat ewige Schelln oewer dat Wärer is vörbi.

Mit de iersten warmen Sünnenstrahlen trök mi dat in minen lütten Gorden. Väl kann man je tau Tieden je noch nich maken, oewer dröge Twieg afschnieden, harken un up den Boden rümpusseln, dat is dor all in. Un up de Gordenbank sitten, wi herrlich, tau kieken, wo de Schneiglöckchen un Winterlinge witt un gäl de iersten Farwtupfer gäben un Tulpen un Krokusse ok all ant‘ Licht drängen.

De iersten Krauns trecken ok all werrer oewer uns weg, disse herrlichen Vägel mit ehr Trumpeten, wat unsen Kopp sofort in den Nacken twingt, dormit de Ogen den Vagelkiel an‘n Häben finn‘ koenen.

Dingsdag zeigte uns OZ up de Titelsiet ‘n schönes Bild. Vör ein ruhrgedecktes Buernhus in Klockenhagen pläugte ein Landmann den Acker. Vör den Plaug har hei ein echtes mäkelborger Koltblaut spannt.

Den Plaug har hei mit beide Hänn‘ fat‘t, de Lin achter den Kopp up de Schullern leggt. Dit Bild erinnerte mi an mine Kinnertiet. Jawoll, so pläugten in min Heimatdörp de Buern un ehre Knechts den Acker, genauso leeg de Lin up ehre Schullern, dat har ick all ganz vergäten. Bi uns harden de Buern allerdings in de Rägel twei Pierd vör den Plaug, ok de Bäunner. Blot bi de lütten Lüd güng mitunner ein Pierd so as up dat Bild von Kockenhagen. Harte Arbeit in eine Tiet, de lang ‘n vörbi is. Treckers, von Lanz-Bulldog bet tau ümmer grötere Typen hemm‘ de Pierd all lang‘n verdrängt. Un doch is dat gaut, dat Klockenhagen disse urolle Landbestellung zeigt, besonners Kinner un Jugendliche sülln sick dat ankieken. Näbenbi: De Minschen warden ümmer weniger, de achter den Plaug gahn un ‘ne richtige grad Furch trecken, ant‘t Enn von den Schlag in de Ahnwenning den Plaug rümschmieten un entgägengesett‘ trüchpläugen koen‘n. Sven Müller ut Klockenhagen kann dat noch,un doroewer freu ick mi.

Wiel wi bi de Landwirtschaft sünd: Wat is blot mit uns Läbensmittel los. Ein‘ kann tau Tieden dat Grugen ankamen. Pierfleisch heww ick as Student äten, wiel dat billig wier un man dorför keine Fleischmarken afgäben müsst. Dat hett ok gor nich schlecht schmeckt. Oewer wenn ick hüt Rindfleisch köpen will, möt dat ok Rindfleisch sin. Un Eier möten ok Bioeier sin, wenn dat up de Packung steiht. Un Produkte, de mit verschimmelten Mais herstellt warden, mücht ick nich up den Töller hemm‘! Wi kamen disse schlimmen Taustänn‘ blot taustann‘? Wiel de Sucht na Profit de Ihrlichkeit  

verdrängt un tau wenig kontrolliert ward. Un liekers: Wi will‘n uns den Apptiet dörch all de schrecklichen Biller in‘t Fernsehen man nich verdarben laten. Tschüssing für hüt,

Jochim Busch

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