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Ribnitz-Damgarten Dettmannsdorf platzt aus allen Nähten
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Dettmannsdorf platzt aus allen Nähten
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00:00 13.03.2013
Wermutstropfen der Dettmannsdorf-K�lzower ist dieses unsanierte Haus in der Hauptstra�e. Ansonsten hat die Kommune alles saniert. Auch die Baufl�chen sind fast alle weg. Quelle: Volker Stephan
Dettmannsdorf-Kölzow

Junge Familien bescheren dem 1036-Einwohner-Dorf Dettmannsdorf-Kölzow mehr Zuwachs. Während andere Gemeinden stetig schrumpfen, erfreut sich der Ort großer Beliebtheit. „Wir sind kein Schlafdorf im Speckgürtel, wo man nur seine Freizeit nach Feierabend verbringt“, sagt Stefan Schmidt, Bürgermeister in Dettmannsdorf-Kölzow. Mit mehr als 60 Unternehmen verfüge die Gemeinde über eine Vielzahl eigener Arbeitsplätze. Und auch die Bundesstraße bringe Leben in das Dorf. Obwohl immer mehr ältere Einwohner sterben, kann bei der Bevölkerungszahlen eine leicht steigende Tendenz festgestellt werden.

Das sei vor allem dem Zuzug junger Familien zu verdanken, sagt Schmidt. So habe das Dorf keine Probleme mit Leerständen kommunaler Wohnungen und auch Eigenheime fänden schnell einen Käufer, informiert er. „Wir haben noch mehrere Anträge auf Baugenehmigungen zu laufen, doch unser vorhandenes Baugebiet ist fast voll“, berichtet der Bürgermeister. Deshalb sei man inzwischen dabei, den Flächennutzungsplan zu überarbeiten und neue Flächen auszuweisen. „Dort sollen es aber typisch- ländliche Grundstücksgrößen bis 1500 Quadratmeter werden“, kündigt Schmidt an. „Im letzten Baugebiet waren die Grundstücke 450 bis 500 Quadratmeter groß, doch für Landbewohner ist das nicht erstrebenswert.“ Für ein Baufeld, das Gemeindeland ist, müssen Käufer derzeit zwischen neun und elf Euro hinlegen. Beim Kauf von Privatland kann der Preis laut Stefan Schmidt bei durchschnittlich 15 Euro pro Quadratmeter liegen.

Die 65 gemeindeeigenen Wohnungen, die vorwiegend im Zentrum liegen, sind mittlerweile vollständig saniert, als letzter Block war vor zwei Jahren der Zweigeschosser neben der Schulbushaltestelle an der Reihe. „Wenn es die Haushaltslage gestattet, werden wir auch noch über Balkone nachdenken“, verspricht das Gemeindeoberhaupt. Gegenwärtig würden die Gemeindevertreter noch über den aktuellen Haushalt beraten. „Wir wünschen uns natürlich einen ausgeglichenen Haushalt, aber wahrscheinlich wird es uns nicht besser ergehen als den anderen Gemeinden in der Region. Letztendlich hängt alles von den Gewerbesteuern ab“, betont Schmidt.

Obwohl sich Dettmannsdorf-Kölzow gut entwickele, gebe es auch einen Wermutstropfen. Ärger und Kopfzerbrechen bereitet dem Bürgermeister ein privater, unsanierter Wohnblock an der Hauptstraße, der das Ortsbild verschandele. „Es sind wohl noch einige Wohnungen belegt, aber deren Energiebilanz muss verheerend sein“, vermutet Schmidt. Die Gemeinde habe der Eigentümerin, einer Finanzbeamtin in den alten Bundesländern, das Gebäude abkaufen wollen, doch habe die einen „Preis jenseits des Vertretbaren“ verlangt. Das sei bereits vor einigen Jahren gewesen. „Damals hätten wir den Block zusammen mit den anderen sanieren können, heute würde uns das Geld fehlen“, bedauert er.

Volker Stephan

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