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Ribnitz-Damgarten Deutscher Meister kommt mit dem Turnbeutel zum Wettkampf
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Deutscher Meister kommt mit dem Turnbeutel zum Wettkampf
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00:05 18.10.2017
Der Barther Andreas Reiz, hier bei einem früheren Wettkampf in seiner Heimatstadt, wurde in Chemnitz Deutscher Meister. Quelle: Fotos: Marco Schwarz
Chemnitz/Barth

Ganz sachlich kommentierte Andreas Reiz seinen Wahnsinnswettkampf. „Es ist vollbracht. Ich bin Deutscher Meister und Gesamtsieger mit drei Deutschen Rekorden“, schrieb der Kraftsportler im sozialen Netzwerk Facebook. Wesentlich euphorischer klang da schon sein Vereinskamerad und Abteilungsleiter Kraftsport beim SV Motor Barth, Sven Lange.

Andreas hat einen phänomenalen Wettkampf gezeigt.Sven Lange Abteilungsleiter Kraftsport bei Motor

Nachwuchs holt Silber

Der SV Motor Barth war bei den Deutschen Meisterschaften im Kraftdreikampf in Chemnitz außerdem mit drei Nachwuchsathleten am Start. Albert Kocikowski (B-Jugend), Rustam Hadschi und Johannes Winter (beide A-Jugend) konnten in ihren Gewichtsklassen jeweils Silbermedaillen gewinnen. „Das waren starke Auftritte der Jungs“, kommentierte Abteilungsleiter Sven Lange.

„Andreas hat einen phänomenalen Wettkampf gezeigt“, sagte er.

Was Lange meinte, war der Auftritt von Reiz bei den Deutschen Meisterschaften im Kraftdreikampf Klassik (ohne Ausrüstung) in Chemnitz (Sachsen). Dort setzte sich der 33-Jährige, der als Favorit in den Wettkampf gegangen war, klar in der Gewichtsklasse bis 120 Kilogramm durch. Zudem war der Barther mit 475,63 Relativpunkten, die das Körpergewicht ins Verhältnis zur Last setzen, stärkster von rund 360 Startern bei diesen Meisterschaften.

Und mehr noch: Andreas Reiz stellte mit 307,5 Kilogramm bei den Kniebeugen, 320 Kilogramm im Kreuzheben sowie 822,5 Kilogramm in der Gesamtwertung gleich drei nationale Rekorde auf. „Das ist optimal für mich gelaufen. Ich bin rundum zufrieden“, kommentierte der Motor-Athlet seinen Wettkampf.

Damit hat die Saison für ihn ein überaus erfreuliches Ende genommen. „Für mich war das der Höhepunkt des Jahres, auf den ich mich gezielt vorbereitet habe“, sagte Reiz. Er war doch einigermaßen überrascht darüber, dass er nicht nur seine Gewichtsklasse, sondern auch die Relativwertung gewinnen konnte. „Damit hatte er überhaupt nicht gerechnet. Es war ja doch ein großes Teilnehmerfeld“, meinte der Barther freudestrahlend.

Reiz hat an der Klassik-Variante seiner Sportart – die eben ohne Equipment betrieben wird – immer größeren Gefallen gefunden. „Die Quälerei ist dabei nicht ganz so groß. Es werden keine Bandagen oder Anzüge benötigt. Ich kann einfach mit dem Turnbeutel in die Halle kommen“, erklärte er augenzwinkernd.

Und Andreas Reiz schmiedet bereits Pläne für die kommende Saison. Er wolle dann wieder in der Bundesliga-Mannschaft seines Vereins dabei sein. „Außerdem hoffe ich, bei internationalen Meisterschaften dabei sein zu können. Da muss ich aber noch die Nominierung abwarten“, sagte er. Voraussichtlich im März soll die Europameisterschaft in Litauen stattfinden, im Juni in Kanada die Weltmeisterschaft folgen. Ob er bei den Veranstaltungen an den Start gehen kann, hängt auch von den finanziellen Voraussetzungen ab. Einen Großteil der Kosten tragen die Athleten nämlich selbst. „Ich bin deshalb auch immer auf der Suche nach Sponsoren und für jegliche Unterstützung dankbar“, sagt Andreas Reiz. Er freut sich schon jetzt auf die kommenden Aufgaben. „Mit 33 Jahren habe ich noch einmal einen richtigen Schub bekommen. Das möchte ich ausnutzen und noch einmal alles rausholen.“

Abteilungsleiter Sven Lange lobt die Einstellung des Deutschen Meisters. „Andreas ist mit seinen Leistungen ein echtes Aushängeschild für unseren Verein.“

Marco Schwarz

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