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Ribnitz-Damgarten Dierhagen plant neuen Mittelpunkt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Dierhagen plant neuen Mittelpunkt
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18:37 06.12.2018
Anstelle des ursprünglich geplanten und nie realisierten Sport- und Freizeitzentrums in Dierhagen könnte ein Gemeindezentrum mit mehreren Gebäuden entstehen. Quelle: Timo Richter
Dierhagen

 Eine lange Wunschliste haben die Mitglieder der Dierhäger Gemeindevertretung aufgestellt. Das nie realisierte Sport- und Freizeitzentrum in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße soll ein multifunktionelles Gemeindezentrum werden. Voraussetzung ist, dass das Ostseebad nach jahrelanger juristischer Auseinandersetzung die Immobilie lastenfrei zurückerhält. Beschlossen werden soll die Wunschliste während der nächsten Sitzung des Gremiums am Mittwoch kommender Woche.

Eigentliches Ziel ist es, das Grundstück vor einer Bebauung mit weiteren Ferienwohnungen zu schützen, wie Bürgermeisterin Christiane Müller auf Nachfrage bestätigt. In die zur Beschlussfassung stehende Änderung des Bebauungsplans „Sport- und Freizeitzentrum“ sind viele Wünsche hineinformuliert worden, wie der Vorsitzende des Bauausschusses, Guido Keil, sagt. Keinesfalls dürften die Änderungswünsche als konkrete Planungen aufgefasst werden.

Neues Zentrum im Sinn

Laut Beschlussvorlage sollen die bisherigen Planungen – nämlich besagtes Sport- und Freizeitzentrum mit Badebereich, Saunen, Hallen für Tennis und Badminton sowie Betreiberwohnungen und Freiflächen für Sport und Spielanlagen – „zeitgemäß“ angepasst werden. Geredet wird in diesem Zusammenhang von einem Gemeindezentrum mit mehreren Gebäuden für unterschiedliche Einrichtungen. So soll ein Gemeinde- und Kurmittelzentrum nicht nur Sitz der Kurverwaltung werden, sondern auch flexible Tagungs- und Versammlungsräume bieten. Ebenso könnten ein Allgemein- und Badearzt eine Praxis eröffnen und zusätzlich ein Multimedia-Informationszentrum zur Boddenlandschaft.

Vorstellbar sehen die Mitglieder des Bauausschusses, die empfehlen die Beschlussfassung, ein weiteres Gebäude für Schul- und Vereinssport zu errichten, das um Außenanlagen für sportliche Zwecke ergänzt werden kann. In ein weiteres Gebäude könnte demnach die Sozialarbeit der Gemeinde mit Möglichkeit der Tagespflege einziehen. Und auch der Bauhof soll auf dem Areal integriert werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Bei der Frage einer Finanzierung, so Guido Keil, „sind wir noch nicht in die Tiefe gegangen“. Zudem seit das Thema auch „förderungswürdig“, ergänzt die Bürgermeisterin, gehe es doch um die Schaffung touristischer Angebote.

Veränderungssperre geplant

In einem zweiten Beschluss will die Gemeindevertretung am Mittwoch eine Veränderungssperre für den geänderten Bebauungsplan beschließen. Damit, so das Ziel, soll eben einer möglicherweise großen Ferienhaussiedlung an der Stelle ein Riegel vorgeschoben werden. Denn kaum war ruchbar geworden, dass Dierhagen das Grundstück zurückerhalten könnte, gaben sich mögliche Investoren bei Bürgermeisterin Christiane Müller die Klinke in die Hand. Oberste Priorität sämtlicher skizzierter Projekte war der Bau von Ferienunterkünften. Das, so die laut Guido Keil einhellige Ansicht innerhalb des Bauausschusses, soll aber nicht geschehen.

„Wir brauchen Angebote für die Nachsaison“, betont Guido Keil. Der Vorsitzende des Bauausschusses verweist in diesem Zusammenhang schon auf früher angestellte Überlegungen für eine Halle für Indoor-Aktivitäten. Die Kommune wolle bei einer weiteren Entwicklung des Grundstücks nicht einfach zugucken, sondern durch die Beschlüsse zeigen, wir machen etwas, wie der Vorsitzende des Bauausschusses sagt.

Juristisches Tauziehen

Das Bundesverwaltungsgericht hatte entschieden, dass der Eigentümer der Bauruine samt Grundstück, ein Ribnitz-Damgartener Bauunternehmen, das Areal lastenfrei an Dierhagen zurückzugeben hat. Das Ostseebad dagegen muss den ursprünglichen Kaufpreis in Höhe von 185 000 Euro erstatten.

Das damalige Ribnitzer Unternehmen kaufte mit dem Areal auch die Verpflichtung für den Betrieb des für Dierhagen wichtigen Infrastrukturobjekts. Dafür sollten auf einem laut Bürgermeisterin „Sahnestück in Dierhagen-Strand Ferienunterkünfte und eine Ladenzeile entstehen. Nach Insolvenz des Betriebs wurden die Grundstücke einzeln weiterverkauft. Dierhagen sah das Gesamtvorhaben in Gefahr und beschritt den juristischen Weg.

Timo Richter

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