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Dierhagen senkt Erbbauzins deutlich

Dierhagen Dierhagen senkt Erbbauzins deutlich

Vier statt bisher sechs Prozent vom jeweils gültigen Bodenrichtwert sind fürs dauerhafte Wohnen fällig

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Mit der Reduzierung des Erbbauzinses wollen wir junge Familien ranholen.Christiane Müller, Bürgermeisterin in Dierhagen

Quelle: Foto: Timo Richter

Dierhagen. In dem Ostseebad sollen junge Familien günstiger als bisher in die eigenen vier Wände einziehen können. Die Gemeindevertretung hatte darum in nichtöffentlicher Sitzung einen ehernen Grundsatzbeschluss gekippt. Die Höhe des Erbbauzinses wird neu berechnet. Darüber informierte Bürgermeisterin Christiane Müller (Linke) während der Zusammenkunft der Gemeindevertreter am Mittwochabend.

Bis dato war die Pacht für ein Erbbaugrundstück fest an den Bodenrichtwert gekoppelt. Daran ändert sich mit dem Beschluss grundsätzlich nichts, doch sinkt der prozentuale Anteil für Grundstücke, auf denen dauerhaftes Wohnen erfolgt von zuletzt sechs Prozent des jeweils gültigen Bodenrichtwerts auf nun vier Prozent – immerhin ein Drittel weniger als bislang. „Damit wollen wir junge Familien ranholen“, gab die Bürgermeisterin als erklärtes Ziel aus.

Über einen künftig geringeren Erbbauzins können sich auch die Betreiber sozialer Projekte auf öffentlichem Grund und Boden freuen. Ihr Pachtzins sinkt ebenfalls auf vier Prozent des Bodenrichtwertes.

Unverändert sechs Prozent des Bodenrichtwerts müssen die Inhaber von Ferienwohnungen und Wochenendhäusern bezahlen. Das selbe gilt für die gewerbliche Nutzung auf Grundstücken der Kommune. Die neuen Pachtsätze, so Christiane Müller, gelten zum Datum des Vertragsabschlusses.

Einstimmig haben die Mitglieder des Gremiums den Wirtschaftsplan des gemeindeeigenen Kurbetriebs beschlossen. Nach einem durchwachsenen Jahr 2017 mit einem kleinen Defizit will Kurdirektor Stephan Fellmann nun wieder eine „schwarze Null“ schreiben. Im Dezember war der Wirtschaftsplan von der Tagesordnung genommen worden, weil zum einen erst einmal der Etat der Kommune beschlossen werden sollte und sich zum anderen Beteiligungen an Wegebauprojekten in der Investitionsliste fanden, die da nicht hineingehörten. Nun wurde diese Liste aktualisiert. 211000 Euro stehen demnach für Investitionen bereit. Da geht es unter anderem um den Ausbau des Fischersteigs am Hafen, die Errichtung von zehn interaktiven Informationssystemen im gesamten Ort oder die Ersatzbeschaffung für einen in die Jahre gekommenen Bagger des Bauhofes. Insgesamt erhofft sich der Kurdirektor für verschiedene Vorhaben eine finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand in Höhe von insgesamt rund 400

000 Euro.

Als grotesk stufte die Bürgermeisterin die neue Prognose der Entwicklung der Einwohnerzahl im Bereich des Amtes Darß/Fischland durch die Koordinierungsstelle Gemeindeleitbildgesetz in der Kreisverwaltung ein. Demnach leben im Jahr 2030 weniger als 6000 Einwohner im Amtsbereich. Damit müssten Fusionsverhandlungen mit Zingst beziehungsweise dem Amt Ribnitz-Damgarten aufgenommen werden. „Das kann man so nicht hinnehmen“, so Christiane Müller – zumal in einer ersten Prognose eine Einwohnerzahl von mehr als 6000 im Jahr 2030 ermittelt wurden. „Das Amt ist leistungsfähig, daran ist nichts zu deuteln.“ Amtsvorsteher Gerd Scharmberg hatte während der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses eine angemessene Reaktion auf das Schreiben angekündigt, um die Eigenständigkeit auch künftig zu erhalten.

Timo Richter

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