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Ribnitz-Damgarten Diese Dame ist ein Ass
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Diese Dame ist ein Ass
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16:53 16.02.2018
Sylvie Schwarzer mit dem besten Blatt „Grand ouvert“. Quelle: Foto: Elke Erdmann

Karo, Herz, Pik, Kreuz. Die Buben sind die höchsten Trümpfe, aber nicht immer sind sie die Asse. Sylvie Schwarzer vom Darß in Prerow ist 40 Jahre jung und übertrumpft oft die Männerdomäne. „Sie spielt wie der Deuwel und wie ihr Vater, der Zahnarzt Dr. Detlef Schwarzer“, sagt Skatbruder Jörg Pagel. Am 21. Oktober 2017 gewann sie das 46. Grimmener Skatturnier. Damit ging der Titel erstmalig an eine Frau.

„Skatspielen und Singen kann man nicht erzwingen“, rezitiert der Vater. „Man braucht Intuition, ein fotografisches Gedächtnis, eine gewisse Ruhe und Konzentration. Dann hängt es auch von der Stärke der Mitspieler ab und vom Kartenglück.“ Auch Mut und Risikobereitschaft gehören dazu. Beides wagt Sylvie Schwarzer.

Ihr Großvater Siegfried Schwarzer führte von 1970 bis 1980 die alte Adler Apotheke in der Langen Straße. Die „Apothekengroßmutter“ Isolde brachte ihr das Skatspiel bei. Mit ihren Eltern zog Sylvie 1990 von Loitz im Peenetal an die Ostsee nach Prerow, wo die beiden Mediziner eine Doppelpraxis eröffneten. Die Mutter war Kinderzahnärztin. Als sie sterbenskrank zuhause ein halbes Jahr bis zu ihrem Tod gepflegt wurde, versammelte sich die Familie täglich um sie herum und spielte Skat. „Das war ein intensives Beisammensein“, sagt Sylvie Schwarzer rückblickend über diese leidvolle Zeit. „Der eine spielt Skat mit Spaß, der andere mit Ehrgeiz.“

Sylvie Schwarzer ist ehrgeizig. Der Vater nahm sie 1999 erstmalig zum großen Turnier nach Halle mit. „Etwa 400 Leute saßen im großen Saal. Ich war aufgeregt, wollte keinen Fehler machen.“ Zehn Jahre fuhr sie zu Turnieren über die Dörfer, denn Übung ist wichtig wie beim Singen. Am Gymnasium hatte sie den Leistungskurs in Mathematik belegt. Sylvie Schwarzer studierte nach dem Abitur Betriebswirtschaft. „Beim Skat muss man die Zusammenhänge erkennen. Meine Karten sehe ich ja, die Karten des Gegenübers muss ich errechnen. Wenn man Glück hat, finanziert man sich sein Hobby.“ Das gelang ihr so manches Mal. 2014 wurde sie Deutsche Meisterin in Magdeburg. Im Oktober 2017 nahm sie im polnischen Wisla an der 20. Europameisterschaft teil.

„Man diszipliniert sich selbst, festigt seinen Charakter, weil man mit Menschen an einem Tisch sitzt. Man nimmt sich zurück. Nach dem Gesellschaftsspiel wird es gesellig.“ Lernen kann man nie genug, und so belegte Sylvie Schwarzer Anfang Januar in Berlin beim Skatlehrer Thomas Kinback ein zweitägiges Seminar.

„Während des Spiels wird es von ihm und den Beteiligten analysiert. Man legt die Karten runter. Es geht darum, ein Spiel so vorzutragen, dass es die höchste Wahrscheinlichkeit besitzt, es zu gewinnen.“ Sylvie Schwarzer zitiert ihren Lehrer, der doppelsinnig meint: „Skat ist das einzige Spiel, bei dem man zwei Frauen drücken und zwei stechen kann.“

Seit dem Jahr 2000 leitet Sylvie Schwarzer in Zingst, Prerow und Wustrow ihre Geschäfte im Fachhandel für Presse und Tabak. „Im Sommer gibt es für mich keine Turniere, das ist für mich ein Winterhobby.“ Doch liebäugelt sie mit der Weltmeisterschaft, die an fünf Tagen im August mit etwa 800 Leuten in Berlin ausgetragen wird. „Wenn ich wunderbare Mitarbeiter für meine Läden bekomme, kann ich daran teilnehmen.“

Elke Erdmann

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