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Eiche, Buche, Zirbe: Drechslerei Tredop seit 1881

Ribnitz-Damgarten Eiche, Buche, Zirbe: Drechslerei Tredop seit 1881

Traditionelles Handwerk bereits in der vierten Generation

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Christian Tredop bei der Arbeit an der Drehbank in seiner Werkstatt im Klosterkamp. FOTOS (3): ELLEN RADTKE

Ribnitz-Damgarten. Über viele Jahrzehnte wird Handwerk in der Region groß geschrieben. Die OZ hat sich auf die Spuren von traditionellen Handwerken gemacht und wurde in Ribnitz-Damgarten fündig.

Zum Beispiel im Klosterkamp: Inmitten von alten, traditionellen Werkzeugen und Geräten steht Christian Tredop im blauen Arbeitskittel an der Drehbank in seiner Werkstatt. Überall liegen Holzspäne als Überreste der vorher bearbeiteten Stücke.

Bereits in vierter Generation führt Christian Tredop die gleichnamige Drechslerei seiner Vorfahren weiter. „Das wurde mir schon in die Wiege gelegt“, so Tredop. Nach einer zweijährigen Lehre ab 1969 und dem Abschluss der Meisterprüfung 1978 führte der Drechsler 1989 den Betrieb weiter. Während seine Frau Imke im Laden in der Langen Straße tätig ist, fährt der Ribnitzer jeden Morgen mit dem Fahrrad in die Werkstatt im Klosterkamp. Dort fertigt er die vom Kunden gewünschten Holzteile wie Treppensprossen, Möbelfüße oder Spazierstöcke an. Viele Privatleute finden den Weg in Tredops Werkstatt. Aber auch Betriebe gehören zu seinen Auftraggebern.

Als sein Urgroßvater Johannes Tredop den Handwerksbetrieb 1881 mit nur 20 Goldmark gründete, lebten die Städte von Handwerken wie diesem. In Ribnitz gab es mehrere Drechslereien, die jedoch langsam aus der Stadt verschwanden. Viele Stücke, die heutzutage hauptsächlich von Industriebetrieben gefertigt werden, zählten damals auch zu den Arbeiten des Drechslers. Blusenknöpfe und Türdrücker waren unter anderem Ergebnisse von der Drehbank. Auch Spielzeuge. Deren Produktion verlagerte sich mit der Zeit aber in das Erzgebirge. Bis heute ist die Drechslerei Tredop eine der letzten im ganzen Bundesland. Weitere befinden sich erst wieder in Schwerin und Waren (Müritz).

Tredop setzt vor allem auf Individualität und auf das Handgemachte: „Zeitaufwändig ist es, nicht unbedingt materialaufwändig, aber der Spaß an der Arbeit ist mir mit den Jahren geblieben.“

Das Drechseln ist eines der ältesten Handwerke überhaupt. Doch auch hier fehlt Nachwuchs. Das Interesse junger Leute an dem Beruf schwinde: „Es wird nicht mehr genügend geschätzt und in den Medien schlechtgemacht. Das ist schade, aber nun mal der Lauf der Zeit“, so Tredop. Seinen letzten Lehrling hatte er vor der Wende.

Beruf Drechsler

Mit technischem Verständnis, zeichnerischen Fähigkeiten und Sorgfalt bearbeitet der Drechsler vorrangig Holz. An drei Berufsschulstandorten in Deutschland wird eine dreijährige, duale Ausbildung angeboten.   Dafür ist mindestens ein Hauptschulabschluss nötig. Im Monat kann ein Drechsler je nach seinen Qualifikationen 1500 Euro bis 2400 Euro brutto verdienen. Weiterbildungen und Aufstiegschancen sind in diesem Beruf möglich.

Ellen Radtke

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