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Ein Bildungscampus für Ribnitz

Ribnitz-Damgarten Ein Bildungscampus für Ribnitz

Stadtverwaltung stellt vier Varianten für die Bernsteinschule vor. Kostenpunkt: Mehr als 30 Millionen Euro.

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Die Grundschule in der Demmler-Straße in Ribnitz-Damgarten. Ein Abriss ist möglich.

Quelle: Robert Niemeyer

Ribnitz-Damgarten. „Die Stadt hat Großes vor“, sagte Heiko Körner, Bauamtsleiter der Stadtverwaltung Ribnitz-Damgartens (Vorpommern-Rügen) am Dienstagabend im Begegnungszentrum. In der Tat, es ist wohl eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre: Die Erneuerung der Bernsteinschule. Bekanntlich sind sowohl die Grundschule in der Demmler-Straße als auch die Mühlenberg-Schule sanierungsbedürftig. Seit Jahren ist von einem sogenannten Bildungscampus am Standort Berliner/Demmler-Straße die Rede. Nun hat die Stadt einen Schritt nach vorne gemacht. Am Dienstag stellten Bürgermeister Frank Ilchmann, Bauamtsleiter Heiko Körner und Architekt Uwe Seidenschnur vom Planungsbüro Inros.Lackner aus Rostock vier Möglichkeiten vor, wie die Bernsteinschule auf zukunftsfähige Füße gestellt werden könnte.

Variante 1

Der Plan: Alle bisherigen Schulstandorte werden saniert und erweitert. Eine Einfeld-Sporthalle wird gebaut.

Vorteil: Alle Standorte blieben erhalten.

Nachteil: „Es ist relativ aufwändig“, sagt Uwe Seidenschnur, da alte Gebäude mit neuen Anbauten in Einklang gebracht werden müssen. Aus den drei Gebäuden am Mühlenberg würde beispielsweise ein verbundenes werden. Zudem müssten die Schüler während der Bauarbeiten wohl umziehen, etwa in Ersatz-Container.

Geschätzte Baukosten: 34,3 Millionen Euro

Geschätzte jährliche Betriebskosten: 1,09 Millionen Euro.

Variante 2

Der Plan: Die Demmler-Schule wird neu gebaut. Die Standorte Berliner Straße und Mühlenberg werden erweitert und saniert, ebenso wie der Standort des Förderzentrums in der Minsker Straße , der als Hort genutzt werden soll. Eine Einfeld-Sporthalle wird gebaut.

Vorteil: Alle Schulstandorte bleiben erhalten. Da der Neubau der Demmler-Schule etwas weiter nördlich geplant ist, können die Grundschüler während der Bauarbeiten in dem alten Gebäude bleiben, müssen nicht umziehen.

Nachteil: An den anderen Standorten müssten die Schüler während der Arbeiten teilweise umziehen. Zudem ist die Sanierung und Erweiterung der Mühlenberg-Schule, wie in Variante eins, relativ aufwändig.

Geschätzte Baukosten: 33,2 Millionen Euro

Geschätzte jährliche Betriebskosten: 1,09 Millionen Euro

Variante 3

Der Plan: Die Mühlenbergschule wird aufgegeben. In der Demmler-Straße wird nördlich der alten Grundschule ein Neubau für die Grundschüler und die Schüler der Mühlenberg-Schule (Orientierungsstufe und Produktives Lernen) entstehen. Die Standorte Berliner Straße (Regionalschule) und Minsker Straße (Hort) werden saniert und erweitert. Eine Einfeld-Sporthalle wird gebaut.

Vorteil: Die geringsten Baukosten aller vier Varianten. Keine komplizierte Sanierung und Erweiterung bestehender, alter Gebäude. Während der Arbeiten für den Neubau können die Schüler in den alten Gebäuden in der Demmler-Straße und am Mühlenberg weiter unterrichtet werden.

Nachteil: Standort Mühlenberg fällt weg. Hortfrage noch nicht geklärt, weil die Zukunft des Förderzentrums noch offen ist.

Geschätzte Baukosten: 30,34 Millionen Euro

Geschätzte jährliche Betriebskosten: 1,026 Millionen Euro

Variante 4

Der Plan: Der Standort Mühlenberg wird aufgegeben. Auch das Förderzentrum in der Minsker Straße fällt aus den Planungen als Hortstandort raus. Stattdessen gibt es einen Neubau für Grundschule, Orientierungsstufe, Produktives Lernen und Hort nördlich der alten Demmlerschule. Bau einer Einfeldsporthalle. Der Standort Berliner Straße wird saniert und erweitert.

Vorteil: Kompakte Komplettvariante mit den geringsten Betriebskosten aller vier Möglichkeiten. Die Schüler müssen während der Bauarbeiten nicht umziehen. Keine Abhängigkeit von der Zukunft des Förderzentrums in der Minsker Straße.

Nachteil: Der Standort Mühlenberg fällt weg. Noch nicht abzuschätzen ist, wie sich der neue Hort und dessen Betriebskosten auf die Elternbeiträge auswirken.

Geschätzte Baukosten: 31,6 Millionen Euro

Geschätzte jährliche Betriebskosten: 1 Million Euro

Doch noch sind einige Fragen offen, vor allem die der Finanzierung. „Wir stehen unter zeitlichem Druck“, sagte Heiko Körner am Dienstagabend. In den kommenden Wochen durchlaufen diese vier Varianten die politischen Gremien, bis zuletzt die Stadtvertretung am 7. März ihr Votum abgibt. Möglich ist, dass es nicht nur einen Favoriten gibt, da die dritte und vierte Variante aus verschiedenen Gesichtspunkten gleichwertig zu betrachten sind. Mit dieser bzw. diesen favorisierten Varianten geht die Stadtverwaltung gegenüber der Landesregierung ins Rennen. In Schwerin ist eine interministerielle Koordinierungsgruppe gegründet worden, die über zu fördernde Schulbauprojekte berät.

Mit mehr als 30 Millionen Euro steht eine Bausumme im Raum, die die Stadt selbst natürlich nicht stemmen kann. Fördermittel sind notwendig. Ein Antrag auf eine Förderung in Höhe von 2,3 Millionen Euro aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ (Efre) ist bereits gestellt. Das reicht natürlich nicht aus. Gemeinsam mit der Landesregierung soll ein Weg gefunden werden, aus welchen Töpfen das Großprojekt unterstützt werden kann. Die Stadt selbst muss jedoch auch einen Eigenanteil aufbringen. Die Verwaltung schätzt, dass dieser sich auf mindestens sechs bis sieben Millionen Euro beläuft. „Das wird wohl nur über eine Kreditaufnahme möglich sein“, sagt Heiko Körner.

Bis gebaut wird, werden noch ein paar Jahre vergehen. „Vor 2019 wird sich wohl kein Stein bewegen“, sagte Heiko Körner. Bis dahin müssen zunächst die offenen Fragen geklärt und die Detailplanung vorangetrieben werden. Laut Körner sei eine Fertigstellung des Bildungscampus vor 2023 nicht realistisch.

Niemeyer Robert

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