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Ribnitz-Damgarten Ein Ort der Vielfalt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ein Ort der Vielfalt
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10:30 06.02.2018
Die Klasse 6.1 der Bernsteinschule arbeitet im Mathematikunterricht mit den Tablets. Illia (l., 12) und Lena (12) freuen sich über den abwechslungsreichen Unterricht. Quelle: Fotos: Anika Wenning
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Ribnitz-Damgarten

Nayri Sarkiesyan aus Syrien lebt mit ihrer Familie seit zweieinhalb Jahren in Deutschland und besucht die zehnte Klasse der Bernsteinschule in Ribnitz-Damgarten. „Alle waren freundlich und ich wurde sehr gut aufgenommen. Ich habe mich nicht fremd gefühlt“, berichtet die 18-Jährige. Sowohl die Mitschüler als auch die Lehrer sowie die Jugend- und Schulsozialarbeiter hätten sie sehr unterstützt und ihr bei der Sprache geholfen.

Von der Grundschule bis zur zehnten Klasse werden Schüler an drei Standorten unterrichtet

Ausstattung: Guter Standard

Jeder Siebt- bis Zehntklässler hat einen Laptop, mit dem er im Unterricht arbeiten kann. Die Fünft- und Sechstklässler haben 30 Tablets, die für den Unterricht genutzt werden. In jedem Raum gibt es einen Internetzugang. Es gibt eine Bibliothek, einen Computerraum und einen Schulgarten. Das benachbarte Begegnungszentrum kann für Veranstaltungen genutzt werden.

Lehrernachwuchs wird gefördert

722 Schüler besuchen die Bernsteinschule Ribnitz- Damgarten an drei Standorten – Grundschule, 5. und 6. Klasse sowie 7. bis 10. Klasse. Unterrichtet werden sie von insgesamt 64 Lehrern. Die Schule ist Ausbildungs- und Seminarschule. Bis zu drei Referendare werden hier jedes Jahr ausgebildet. Außerdem kommen regelmäßig Praktikanten an die Bernsteinschule.

Berufliche Ausrichtung

Berufsorientierung spielt an der Bernsteinschule eine wichtige Rolle. Insgesamt 56 Praktikumstage absolvieren die Jugendlichen. Zudem bekommen sie Unterstützung bei der Suche nach dem passenden Beruf und der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz. Firmenchefs werden eingeladen und mit den Schülern werden Bewerbungsgespräche geübt.

Den guten Zusammenhalt lobt auch Lena Heinzig. Die 15-Jährige geht seit der fünften Klasse auf die Bernsteinschule. Denn eine Besonderheit der Schule ist, dass Kinder von der Grundschule bis zu ihrem Abschluss in der zehnten Klasse die Bildungseinrichtung besuchen können. Gelernt wird an drei Standorten – die Grundschüler in der Demmlerstraße, die Fünft- und Sechstklässler Am Mühlenberg und die Siebt- bis Zehntklässler in der Berliner Straße. „Man hat Freunde, die man schon seit Jahren kennt und man weiß, an wen man sich bei Problemen wenden kann. Das ist auf jeden Fall ein Vorteil“, findet Lena Heinzig.

Den Fünft- und Sechstklässlern stehen 30 Tablets zur Verfügung, die die Lehrer für den Unterricht nutzen können. Frauke Zerahn verwendet die kleinen tragbaren Computer für den Mathematikunterricht.

„Ich kann den Unterricht so viel interessanter gestalten, und den Schülern macht es Spaß.“ Besonders beliebt sind bei den Mädchen und Jungen Fragen zu unterschiedlichen Themengebieten, die sie auf dem Tablet beantworten. Wie viele Schüler die richtige Antwort gegeben haben, wird dann vorne auf der Tafel angezeigt. „Keiner wird bloßgestellt, weil er die falsche Antwort gegeben hat“, meint Frauke Zerahn.

Forschung spielt an allen drei Schulstandorten eine wichtige Rolle. So gibt es an der Grundschule ein sogenanntes Green-Team. Die „Bernstein-Ranger“ treffen sich einmal in der Woche mit ihrer Lehrerin Silva Müller, gehen in den Forschergarten in der Kleingartenanlage, sammeln Müll oder beschäftigen sich mit der Verschmutzung der Meere. „Ich finde es toll, dass wir uns mit Tieren, Pflanzen und der Umwelt beschäftigen“, sagt die siebenjährige Sorcha und Lina (9) fügt hinzu: „Wir haben im Garten Meisenringe aufgehangen und im Herbst Igelburgen gebaut.“ Die Siebt- und Achtklässler haben ein ganz besonderes Schulfach – „Lernen, wie es mir gefällt“ –, bei dem das selbstständige Lernen gefördert wird. „Die Schüler bestimmen, wie sie vorgehen. Wir Lehrer sind Lernbegleiter“, berichtet Karina Möller. Im Mittelpunkt steht eine Forschungsthema, beispielsweise Heimat, Kultur oder Natur. Jeder Schüler entscheidet, wie er dieses Thema mit Inhalten füllt. „Man lernt die Schüler bei diesem Fach von einer ganz anderen Seite kennen“, berichtet die Lehrerin. „In den zwei Jahren machen sie eine wahnsinnige Entwicklung durch.“ Die Zusammenarbeit mit externen Partnern, Künstlern oder Filmemachern, sei ein wichtiger Bestandteil des Faches. Regelmäßig kommt Medienpädagoge Mark Sternkiker in die Bernsteinschule. „An dieser Schule erlebe ich echtes Interesse. Es ist ein permanenter Austausch“, berichtet der 40-Jährige. Durch die gute Zusammenarbeit mit Schülern, Lehrern und der Schulleiterin Christina Bonke seien schon viele tolle Projekte umgesetzt worden, unter anderem ein Film über die Entstehung des Begegnungszentrums sowie ein Filmfest, bei dem die besten Schülerfilme der vergangenen Jahre gezeigt wurden. Jugendsozialarbeiterin Mandy Schibig lobt die Eigeninitiative vieler Jugendlicher. Besonders beeindruckt sei sie gewesen, als fünf Schüler mit der Idee zu ihr kamen „Schule ohne Rassismus“ zu werden. Dafür mussten sich 75 Prozent aller Schüler sowie Mitarbeiter dazu bekennen. Und das Engagement hat sich gelohnt. An einem Projekttag zum Thema beteiligten sich alle Klassen. Möglich sei dies allerdings auch nur, weil die Schüler viele Freiheiten hätten, erklärt Schülersprecher Max Kuster. „Wir haben eine tolle Schulleitung, gute Lehrer sowie Schul- und Jugendsozialarbeiter, die uns immer unterstützen und offen für neue Ideen sind“, erklärt der 16-Jährige.

Die Serie

Das zweite Schulhalbjahr nimmt nach den Winterferien Fahrt auf und auch die OZ legt beim Thema Bildung richtig los. Für die Serie OZ-Schulnavigator besuchen unsere Reporter alle weiterführenden Schulen in Stadt und Region. Wir stellen alle Gymnasien, Regional- und Förderschulen im Verbreitungsgebiet vor - staatliche und private Bildungsstätten. Neben einem Bericht zu den Charakteristika der Einrichtungen gibt es knackige Einschätzungen zu fünf wichtigen Kategorien: Wie ist die Schule aufgestellt bei Ausstattung, Lehrern, Verpflegung, Förder- und Freizeitangeboten? Neben den wichtigen Ratgeber-Infos für Eltern und Schüler könnten die Schulen die größere Öffentlichkeit nutzen, um sich darzustellen und zum Beispiel Projekte voranzutreiben, so der OZ-Chefredakteur. Parallel zur Zeitungsserie arbeitet die OZ bereits an einem Online-Portal, auf dem künftig regelmäßig über die Schulen im Land berichtet werden soll.

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