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Ribnitz-Damgarten Ein Weltenbummler mit Talent
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Ein Weltenbummler mit Talent
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14:56 27.10.2017
Robert Drews aus Ahrenshagen mit seinem Bild „Flucht aus dem Zwang“. Quelle: Carolin Riemer
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Ribnitz-Damgarten

Früher wollte Robert Drews Lehrer werden. Geschichte und Philosophie, das war sein Wunsch, das waren seine Studienfächer. Doch dann kam alles anders.Nach dem ersten Staatsexamen besucht er seine Freundin, die in Budapest Medizin studiert und lernt einen Künstler kennen. Damit begann der außergewöhnliche Lebensweg des heute 32-Jährigen aus Ahrenshagen. Der Künstler sieht die Kritzeleien, die die Aufzeichnungen von Robert Drews Studienmitschriften zieren und gibt ihm einen Tipp, der das Leben des jungen Mannes verändert: „Du hast Talent und musst tun, was dich glücklich macht. Nicht, was von dir verlangt wird.“ Dieses Lebensmotto nimmt Drews sich zu Herzen. Er betrachtet an diesem Abend in Budapest die Karikaturen, die er von seinen Dozenten malte und beschließt, noch einmal neu anzufangen. Eine zweijährige Ausbildung zum Grafikdesigner folgt. Nach Feierabend sitzt er in Rostocker Bars und zeichnet. „Bilder, die aus meinem Kopf entspringen – surrealistische Motive, mit einem Hang zur Biomechanik.“ Oft kommen Schädel und Muscheln in seinen oft düsteren Bildern vor. Ein Auge ist oft das erste, was er zeichnet. Seine Vorbilder sind Salvadore Dali und H.R. Giger.

Die Nonnen riefen „Bravo, Bravo“

Robert Drews bemerkt das Interesse der Barbesucher wenn vor ihren Augen neue Bilder entstehen und fasst einen weiteren Plan. „Ich wollte die Welt bereisen, meine Bilder in Bars und auf der Straße verkaufen und ohne Plan in das nächste Land weiterziehen.“ Gesagt, getan. Er verkauft seine Möbel, gibt seine Wohnung auf und packt seinen Rucksack. Farben, Federtasche, Staffelei, dazu ein paar wenige Klamotten und ein Schlafsack. „Nichts zu besitzen, ist ein befreiendes Gefühl“, stellt er fest und macht sich vor zwei Jahren auf den Weg nach Valencia in Spanien. Ein halbes Jahr bleibt er dort, schläft über einer Surfschule direkt am Strand und gibt nebenbei an einer Schule Deutsch- und Englischunterricht. „Dort wird das Leben noch zelebriert“, ist seine Erkenntnis. Als er auf dem Marktplatz in Valencia sitzt und zeichnet, macht er die bislang schönste Erfahrung. „Ich hörte ,Bravo, Bravo’-Rufe, drehte mich um und sah zwei alte Nonnen, die von meinen Bildern begeistert waren. In Spanien findet ein anderer Totenkult statt. Da ist der Tod kein Tabu-Thema, sondern gehört zum Leben dazu.“ Er kehrt mit seinen Erfahrungen zurück nach Ahrenshagen.

Die nächste Wanderung führte bis Österreich und Frankreich

Ein Jahr später folgt die nächste Wanderung. Dieses Mal zieht es ihn quer durch Deutschland. Hamburg, Berlin, der Schwarzwald und weiter nach Österreich und Frankreich. Er wandert, trampt oder nutzt Fernbusse, schläft bei Bekannten aus der Kunstszene oder unter freiem Himmel. Seine Geldquelle ist der Verkauf seiner Bilder. Und eines merkt Drews schnell: „Im Süden und Westen laufen die Geschäfte lukrativer.“ Zwischen 90 und 1000 Euro zahlen ihm die Menschen auf den Straßen und in den Kneipen. „Es ist wichtig, dass die Bilder vor den Augen der Käufer entstehen“, sagt er und dreht an dem Fingerring seiner linken Hand. Es sei sein Verlobungsring mit der Kunst. „Ich habe ihn auf der Wanderung gefunden, er passte mir, also trage ich ihn seitdem.“ Mittlerweile haben es die Bilder von Roberto Diaz, so nennt er sich, in Ausstellungen nach Los Angeles, Lissabon, Valencia, Nizza und Budapest geschafft. „Kontakte knüpfen sich wunderbar über das Internet – ein Segen für die Kunst“, erklärt er.

Um seine Eindrücke zwischen den Reisen zu verarbeiten, kehrt er regelmäßig nach Ahrenshagen zurück. Dort zeichnet er und plant die nächsten Reisen. Im kommenden Jahr möchte er durch Italien trampen. „Und Amerika steht auf dem Programm. Wenn ich mal alt bin, dann möchte ich nichts in meinem Leben bereuen“, hat er sich vorgenommen. Als Lehrer arbeiten, das kommt für ihn nicht mehr infrage. „Es gibt nur diesen einen Weg für mich.“

Carolin Riemer

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