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Ribnitz-Damgarten Einblicke in Gefühlswelt der jungen Menschen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Einblicke in Gefühlswelt der jungen Menschen
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12:34 24.03.2014

Bücher hat er eigentlich immer wieder einmal gestaltet, aber erstmals nun mit Schülern im Wahlpflichtunterricht. Herausgekommen ist dabei das Bändchen „Uns doch egal“ erarbeitet wurde es von Schülern aus drei zehnten Klassen. „Die geplante Auflage von 50 Stück haben wir auch gleich auf 200 erhöhen müssen“, sagte Wulf Bender. Denn alleine der Eigenbedarf und die Belegexemplare machen schon nahezu die Menge von 50 Exemplaren aus.

Das Buchprojekt, das zeitgleich mit einem Keramikkurs an der Franzburger Schule lief, hatte sich über 16 Unterrichtsstunden erstreckt. Mit der Herstellung des Buches hat man ein besonderes pädagogisches Ziel verfolgt: „Die Schüler sollten lernen, wie ein Buch entsteht“. Die selbstgestellte Aufgabe lautete daher: „Vom vagen Traum zum formulierten Wunsch.“

Diese Gelegenheit nutzten neun Schüler in Franzburg, um sich als Autoren, Herausgeber, Korrektoren und Lektoren zu betätigen. Nun liegen die Schilderungen von Alltagssituationen vor. Bender kann das Büchlein allen empfehlen, „die Wert auf den Dialog mit Jugendlichen legen. Man erfährt viel über die schon sehr erwachsene Denkweise“, sagt Bender, dem die Arbeit mit den jungen Leuten in Franzburg nicht nur Freude bereitet hat, die ihm zusätzlich auch Aufschlüsse gegeben hat. Er hat gesehen, wie junge Leute ihr Lebensgefühl und ihre Gefühlswelt ausdrücken und nach den dafür erforderlichen handwerklichen Möglichkeiten suchen. Bender hat auch erfahren, „dass die Erwachsenen in der Pflicht sind, den Jugendlichen die Angst vor der Leere zu nehmen“, auch wenn er weiß, „dass die Erwachsenen dabei wiederum am meisten zu tun haben werden“. Die Texte hätten vor allem gezeigt, dass die Jugendlichen „Angst davor haben, in einer ständigen Wiederholungsschleife zu leben“, schildert Bender seine Erfahrungen.

Das Buch, das am Mittwoch fertig wurde, hat auch bei der Schulleitung Anklang gefunden. Jutta Lorenz, sie ist die Lehrerin, die das Projekt an der Franzburger Schule begleitet, zeigte sich zufrieden. Das Buch mache deutlich, dass man in dieser Zeit nicht wisse, „wohin mit sich“. Bender erläuterte zu dem besonderen Unterricht, dass die Schule und der Förderverein des Gymnasiums die Mittel zusammengetragen hätten. Bei der Produktion eines Buches sei man auch auf Kostenbewusstsein angewiesen. Möglich sei die Herausgabe des Buches geworden, weil man sich des Digitaldruckes bedient habe. „So ist das alles bezahlbar geworden“, fügte Bender hinzu. Insgesamt aber ging es nicht in erster Linie um das Ergebnis, sondern um den Prozess ein Buch herzustellen.



MICHAEL SCHISSLER

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