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Ribnitz-Damgarten Eisbär Eis baut neues Tiefkühlhaus
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Eisbär Eis baut neues Tiefkühlhaus
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00:00 30.08.2018
34 Meter hoch, 25 Meter breit und 100 Meter lang: So soll das neue Tiefkühlhaus der Plummendorfer Eismacher aussehen. SIMULATION: EISBÄR EIS PRODUKTIONS GMBH
Ahrenshagen-Daskow

Eis braucht seine Temperatur. Nach der Herstellung geht es in die Verpackung, um im Tiefkühlhaus erst einmal richtig durchzufrieren. Auf Paletten verpackt, gelangt die kalte Gaumenfreude mittels Lkw in den Handel und schließlich beim Kunden an. Karibische Sommer wie der diesjährige lassen für Eisproduzenten kaum Spielraum in der Produktion.

Der Plummendorfer Speiseeishersteller erweitert sein Lager / Im Frühjahr 2019 soll der moderne Neubau fertig sein

„Ein Tag Pause ist das Maximum im Eisbetrieb“, sagt Manuela Fürtig. Die Geschäftsführerin von Eisbär Eis weiß auch, mehr Personal und kurze Wochenenden für die Belegschaft in Stoßzeiten sind auf Dauer keine Lösung, um Engpässen entgegenzuwirken. Und dies gerade, wenn ab März die Produktion auf Hochtouren läuft.

Um den Anforderungen des Marktes noch besser gerecht zu werden, ist der Bau eines neuen Tiefkühlhauses die langfristig angemessenste Lösung. „Wir werden dadurch viel flexibler. Durch die größeren Lagerkapazitäten, die mit dem neuen Tiefkühlhaus geschaffen werden, können wir auch im Winter, wenn der Bedarf naturgemäß nicht so groß ist, weiter auf hohem Niveau produzieren. Wenn dann der Eisverbrauch in der warmen Jahreszeit wieder ansteigt, haben wir genug Eis auf Lager. Außerdem besteht damit auch die Möglichkeit, befristete Arbeitsverhältnisse in unbefristete umzuwandeln. Und wir können auch weitere Mitarbeiter einstellen“, erläutert Fürtig. Rund drei Millionen Stück Eis werden derzeit pro Tag in Plummendorf hergestellt. 20 bis 25 Lkw stehen dann an den beiden Laderampen, um die wärmeempfindliche Ware in Europa zu verteilen oder sie zur Ausfuhr in die USA, nach Australien oder Südkorea zu befördern.

Die ersten Planungen für das neue Tiefkühlhaus gab es im März 2016. Für den nicht alltäglich hohen Neubau bedarf es vieler technischer Rück- und Absprachen sowie etlicher amtlicher Genehmigungen. Auf dem Gelände für das spätere 34 Meter hohe, 25 Meter breite und 100 Meter lange Lager wachsen in der Zwischenzeit und vor dem ersten Spatenstich Birken. Die Folge ist: Auf der gewerblich geplanten Fläche musste das mittlerweile herangewachsene Wäldchen gerodet und dafür andernorts Ausgleichsflächen geschaffen werden. Die kalkulierten Kosten stiegen dadurch noch einmal an.

Insgesamt investiert Eisbär Eis gegenwärtig einen hohen fünfstelligen Betrag. Eine genauere Zahl will Manuela Fürtig nicht nennen. Dennoch stehe fest: In der Region entsteht eines der modernsten Kühlhäuser. Es arbeitet vollautomatisch und bedarf keiner Rollenförderer mehr. Kleine Roboter kümmern sich um die ein- und ausgehenden Paletten. Die vorgesehenen Aufzüge sind nur für die Wartung durch Menschenhand da.

Für die Lkw gibt es im gleichen Atemzuge drei neue Verladerampen. Für sie sind es künftig insgesamt fünf Verladeterminals. Das eigene Personal sowie die Lkw-Fahrer erhalten für ihre Pausenzeiten einen neuen Sozialtrakt.

Für das Geschäft bedeutet dies: Die bisherige Lagerkapazität verdreifacht sich von 6000 auf 18000 Paletten. Im April oder Mai soll diese Anlage in Betrieb genommen werden. Der Wunschtermin der Geschäftsleitung ist der Januar 2019.

„Es wird viel einfacher, wenn dann alles fertig ist“, erzählt Manuela Fürtig. Ungeachtet aller Planungen habe der Neubau viel Schweiß und Nerven gekostet. „Ich hätte mir mehr Verständnis seitens der offiziellen Stellen gewünscht“, fügt sie hinzu. Schließlich hingen Geld und Arbeitsplätze von den amtlichen Entscheidungen ab.

Uwe Roßner

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