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Elf Tonnen Hilfsgüter für Belorussland verladen

Marlow Elf Tonnen Hilfsgüter für Belorussland verladen

Für die Verteilung der Mittel werden Mitglieder des Marlower Tschernobylvereins selbst in den Kreis Leltschizy reisen

Marlow. Hilfsgüter für Belorussland: Am Sonnabend stand wieder ein Sattelauflieger einer deutsch- belorussischen Spedition vor dem Tor der Marlower Möbelwerke. Auf deren Gelände darf der Marlower Tschernobylverein kostenlos einen Flachbau als Lager nutzen. Neben den Vereinsmitgliedern packten auch Geschäftsführer Mirko Ohm und seine Motorsportfreunde kräftig zu, um die lange Ladefläche bis hoch zum Dach mit einer schier endlosen Menge von Paketen, Pflegebedarf und Hilfsmitteln zu füllen.

 

OZ-Bild

Mitglieder des Marlower Tschernobylvereins am Sonnabend beim Beladen des Transporters.

Quelle: Foto: Volker Stephan

Sabine Nickel führte für den Zoll akribisch Protokoll über jedes Teil, das über die Ladekante gereicht wurde. Die Helfer auf der Ladefläche mussten nicht nur ihre Oberarme strapazieren, sondern auch den Kopf gebrauchen, um nichts vom wertvollen Platz zu verschenken. Mit ihren Erfahrungen aus den Vorjahren waren sie aber bestens gerüstet.

Doch selbst geschicktes Stapeln konnte nicht verhindern, dass ein Teil der gesammelten Hilfsgüter im Lager bleiben musste. Vereinsvorsitzende Sabine Druckrey sah es gelassen. So kann ihr Verein auch die vom früheren Rathausmitarbeiter Achim Winkler organisierte Hilfslieferung der Stadt Marlow in die polnische Partnergemeinde Czaplinek unterstützen. „Was dann noch übrig ist, wird schon als Grundstock für das nächste Jahr dienen“, versicherte sie. Der offizielle Sammelpunkt des Tschernobylvereins ist übrigens eine Box im Foyer der Marlower Möbelwerke.

Am Rande des Geschehens war der belorussische Fahrer Alexander Scheinikow zu einem kurzen Gespräch bereit. „Ich fahre schon mein ganzes Berufsleben lang Lkw“, so der 62-Jährige. „Wegen der Ruhepausen und der Abfertigungszeit an der Grenze werde ich etwa zwei Tage für die 1500 Kilometer lange Tour benötigen“, schätzte er. Alexander Scheinikow selbst stammt aus Mogilow, das zwar 1986 auch verstrahlt worden ist, aber in viel geringerem Maße als andere Gebiete. Er erinnerte sich: „Es war der 1. Mai und wir nahmen gerade an der Maidemonstration teil, als man uns über das Unglück informierte“.

Vier Stunden und etwa 900 Packstücke nach Beginn der Aktion konnte die Ladefläche verschlossen werden.

In der nächsten Woche werden sechs Vereinsmitglieder selbst in den Kreis Leltschizy reisen, um mit den örtlichen Trägern die Verteilung der elf Tonnen Hilfsgüter und die Auswahl der Kinder für einen Ferienaufenthalt nach sozialen Kriterien vorzunehmen.

Bereits am Donnerstagabend hatte Vereinsmitglied Torsten Genilke die Auslosung der vier Spielgruppen des 15. Sonnenscheincups (1./2. Juli) geleitet. Der Turniererlös soll zur Finanzierung der Sommerferien beitragen.

Als Rahmen diente eine vom Verein unterstützte Gartenparty bei Frank Herter, der Biogasanlagen technisch abnimmt und deren Betreiber berät. Die von ihm eingeladenen 28 Firmenkunden aus zahlreichen Bundesländern gehören teils seit Jahren zu den Sponsoren des Tschernobylvereins. „Einer meiner Kunden will sogar mit seiner D-Jugend-Mannschaft vom SC Falke Saerbeck (NRW) anreisen“, freute sich der Gastgeber. „Es kam eine – für diese Personenzahl – enorme Spendensumme im vierstelligen Bereich zusammen“, war die Freude auch auf der Seite von Torsten Genilke groß.

Neben einem alljährlichen Sommerferienlager für jeweils 24 belorussische Schulkinder, die aus der durch die Tschernobylkatastrophe verstrahlten Region Leltschizy stammen, zählen der Sonnenscheincup als internationales Fußballturnier für 16 D-Jugend-Mannschaften sowie das Versenden von gesammelten Hilfsgütern nach Belorussland zu den wichtigsten Terminen des kleinen und sehr aktiven Marlower Tschernobylvereins.

Volker Stephan

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