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Ribnitz-Damgarten Endspurt für Schnäppchenjäger
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Endspurt für Schnäppchenjäger
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01:22 22.08.2014
Simone Todenhagen, Inhaberin von „Damenmode Jesske Feminin“, mit einigen wenigen Restbeständen der Sommermode. Quelle: Fotos: Lisa Nowotny

Bunte Plakate und Schilder mit Aufschriften wie „Sale“, „Bis zu 70% Rabatt“ oder „Kaufe zwei, erhalte drei“ schmücken die Schaufenster der Bernsteinstadt. Nicht nur Kleidung und Schuhe werden zu Tiefpreisen angeboten, sondern auch Preise für Gartenmöbel und Haushaltswaren sind teilweise stark reduziert.

Laut der Unternehmensberatung „Ernst & Young“ sind bereits Ende Juli zwei Drittel der Händler in MV mit ihrer Geschäftslage zufrieden gewesen. Dazu gehört auch die Inhaberin von „Damenmode Jesske Feminin“, Simone Todenhagen. „In diesem Jahr hatten wir sehr früh gutes Wetter, auch aus diesem Grund wurde die Aktion sehr gut angenommen“, sagt die Einzelhändlerin. „Sobald die erste Herbstmode geliefert wird, beginnen die Reduzierungen auf Sommermode. Einige andere Einzelhändler ordern sogar extra neue Ware für den Schlussverkauf.“ Zum Ende des Schlussverkaufs habe sie nur noch Sonderpreise auf verbleibende Artikel. „T-Shirts, die vorher 50 Euro gekostet haben, gibt es jetzt für zehn Euro“, sagt die 42-Jährige. Wenn der Sommer vorbei ist, müsse alles weg sein, damit Platz für Jacken, Mäntel, Pullover und weitere Bekleidung für die kühlen Monate ist.

Wer jetzt noch günstig Sommersachen kaufen will, muss sich beeilen. Der Schlussverkauf neigt sich in vielen Läden dem Ende zu. Herbst- und Winterkleidung ist bereits seit mehreren Wochen erhältlich.

„Der Schlussverkauf ist gut gelaufen. Das Ende der Aktion wird bei uns in etwa das Ende der Sommerferien sein“, sagt Evelin Grapentin, Filialleiterin des Stolz-Kaufhauses in Ribnitz. Viele Geschäfte in der Bernsteinstadt haben nur noch wenige Einzelteile der Sommerkollektion übrig.

Viele Kunden in der Bernsteinstadt kamen aber nicht hauptsächlich wegen des Schlussverkaufs in die Geschäfte. Spontankäufe bei einem Stadtbummel nehmen zu, haben die Händler festgestellt. Dass nicht nur Einheimische, sondern vor allem auch viele Urlauber die Schnäppchenangebote nutzen, stimmt auch mit den Erfahrungen von Anja Konczalla überein, Inhaberin des Schuhgeschäfts „Stadttreter“. „Ich habe sehr gute Erfahrungen mit bis zu 50 Prozent Rabatt auf Sommerschuhe gemacht“, sagt die Selbstständige.

Das Ehepaar Warnke aus Straelen am Niederrhein hat in diesen Tagen beispielsweise eine Hose für den Sommer im Schlussverkauf erstanden — um diese dann im nächsten Jahr tragen zu können. Insgesamt sorgten Touristen in MV für insgesamt eine Milliarde Euro Umsatz pro Jahr, informiert Timo Beig vom Einzelhandelsverband Nord. Doch der Schlussverkauf sagt nicht allen zu: Eine Rentnerin aus Kölzow erklärt gegenüber der OZ, dass ihr die Läden in Ribnitz-Damgarten während des Schlussverkaufs zu voll wären und sie diesen nicht häufig nutze.

Kunde kann nicht auf Rabatt bestehen
Laut Industrie- und Handelskammer wurde vor zehn Jahren das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb geändert. Bis zum Jahr 2004 sollten sich Schlussverkäufe auf zwei Wochen ab dem letzten Montag im Januar und im Juli beschränken — das heißt auf den bekannten Sommer- und Winterschlussverkauf.



Seit der Änderung des Gesetzes dürften nun Kleidung, Lederwaren; Sportartikel und auch andere Artikel über einen unbeschränkten Zeitraum verkauft werden. Irreführungen seien hingegen verboten, deshalb sollten die Schlussverkäufe auf einen Zeitraum beschränkt werden. Aktionen könnten zum Beispiel durch örtliche Einzelhandelsverbände koordiniert werden.



Matthias Winz, Rechtsexperte bei der Verbraucherzentrale MV, informiert darüber, dass es außerdem verboten ist, Originalpreise auszupreisen, die nie verlangt wurden. Ein Kunde könnte aber nicht auf einen versprochenen Rabatt bestehen.



Lisa Nowotny

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