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Enormer Landverlust am Fischländer Hohen Ufer dokumentiert

Prerow Enormer Landverlust am Fischländer Hohen Ufer dokumentiert

Spannungsreiche Ausstellung mit historischen Postkarten, aktuellen Fotos und Gemälden zeigt den Küstenabbruch und -schutz im Prerower Darß-Museum.

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Jürgen Krull und Jörn Reiche von der Interessengemeinschaft „Hohes Ufer e. V“ vor der historischen Postkarte von 1904 und dem Gemälde der Marianne von Werefkin.

Quelle: Elke Erdmann

Prerow. In Sorge um das Fischländer Hohe Ufer versammelten sich am Sonnabend viele Interessierte im Prerower Darß-Museum. Mit dem Kunstmuseum Ahrenshoop entstand im Kaminzimmer die erste Sonderausstellung „Schutz dem Fischländer Hohen Ufer “. Sie vereint historische Postkarten aus Sammelbeständen, aktuelle Fotos und Gemälde von Künstlern, die sich diesem Sujet widmeten, als es noch nicht so akut gefährdet war wie heute.

Ausstellung und Dokumentation

Ausstellung im Darß-Museum bis 22.April, aktuell geöffnet Freitag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr.

Uferschwalben tragen zum Abbruch bei

„Ein halbes Menschenleben genügt, um die Veränderungen wahrzunehmen, ohne Vermessungsingenieur zu sein“, sagte Museumsleiterin Antje Hückstädt. Sie stimmte mit dem Kurzfilm „Die Steilküste von Niehagen“, den Ernst Fischer aus Ribnitz 2015 mit einer Drohne machte, auf das Thema ein. Die Aufnahmen zeigen die einzigartige Küste mit ihren Abbrüchen, das vom Bauern Hartmann bewirtschaftete Land und den schmalen Fußweg, der immer mehr landeinwärts wandern muss, um Spaziergänger nicht zu gefährden. Die Kraft des Meeres, Regen, Wind, Schnee und schließlich die Uferschwalben, die in langen Röhren an den Steilwänden brüten, tragen zum Abbruch bei.

Wie Menschen sich bemühen, den Küstenrückgang aufzuhalten, erklärte der studierte Landwirt, Jörn Reiche, der den Vorsitz für die Interessengemeinschaft „Hohes Ufer“ übernommen hat. Die 332 Mitglieder setzen sich dafür ein, die Uferlandschaft des Fischlandes in ihrer Schönheit durch nachhaltigen Schutz zu sichern. Das war bereits mit Parallelbuhnen üblich, wie auf einer Postkarte vom 13. Juli 1904 zu sehen ist. Da gab es auch ein Badeleben am Hohen Ufer mit Badehäusern, hölzernen Treppenanlagen und Buhnen. Einheimische berichteten von bis zu sieben Treppen. Eine Aufnahme des Fotografen Heinrich Haase (1862-1913) zeigt behütete Spaziergänger in Sonntagskleidern am breiten Strand 1911. Dieses Bild gelangte auf die Einladungskarte, auf die Rückseite das Gemälde „Am Hohen Ufer“, das die 92-jährige Malerin Ruth Klatte aus Wieck 1959 expressiv ins Bild setzte.

Steinwälle könnten Abbruch aufhalten

Dem Verein geht es um Wellenbrecher wie an der Wustrower Seebrücke und am Hohen Ufer vor Althagen/Ahrenshoop. Die dortigen Anlandungen führten zu einem breiten Strand. In den vergangenen Jahren lagerten oben am Steilufer von Niehagen große Steinblöcke, angedacht für gleichwertigen Schutz an diesem Küstenabschnitt. Doch sind sie spurlos verschwunden. Das Ufer müsse für die Uferschwalben aktiv gehalten werden, lauten Meinungen von Vogelschützern. Jörn Reiche und seine Mitstreiter fühlen sich für das Fischland verantwortlich. Im Paragraph 84 des Küstenschutzes heißt es allerdings: „…es existiert keine im Zusammenhang bestehende Bebauung“, das heißt, eine Bedrohung für Menschen und deren Sachwerte ist nicht sichtbar und Arbeitsplätze stehen nicht auf dem Spiel. Doch Doppelbuhnen oder mehrere Steinwälle könnten den Sedimentabbruch aufhalten.

Elke Erdmann

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