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Ribnitz-Damgarten „Fabian Kahl ist kein Abzocker“
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Fabian Kahl ist kein Abzocker“
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19:00 15.08.2017
Fabian Kahl und das Perlhuhn von Max Esser. Quelle: Museum
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Barth

Jetzt hat Fabian Kahl sich einige Feinde gemacht. Der Händler, bekannt aus der ZDF-Fernsehsendung „Bares für Rares“, rief am Wochenende bei Jutta Steinberg an und schilderte der Vorsitzenden des Barther Vineta-Museums sein Problem: Nachdem Kahl Anfang August dem Barther Museum für 2300 Euro die Max-Esser-Figur „Perlhühner“ verkaufte (die OZ berichtete), liefen bei dem Leipziger Antiquitätenhändler die Telefone heiß. Als „Abzocker“ sei er bezeichnet worden, weil vielen Menschen die Gewinnspanne zu hoch gewesen sei, erzählt Jutta Steinberg. Denn während Fabian Kahl die Esser-Figur in der Sendung einem Mann aus Duisburg für 600 Euro abgekauft hatte, verkaufte er sie dem Vineta-Museum für 2300 Euro.

Anrufer gingen hart mit dem Händler ins Gericht

„In Leipzig sind nach dem Artikel in der OSTSEE-ZEITUNG andere Tageszeitungen auf das Thema aufmerksam geworden und gingen hart mit ihm ins Gericht“, erzählt Jutta Steinberg weiter. Auch auf der Facebook-Seite der OZ wurden einige kritische Meinungen geäußert. Da schrieb Sandra Schumacher beispielsweise: „Viele ostdeutsche Kunstliebhaber und Museengänger sind enttäuscht von Ihnen, Herr Kahl!!! Einem Museum, welches sich aus Fördermitteln und Spenden in dieser Region finanziert, so viel Geld ,abzuknöpfen’, spricht nicht für Sie! Schade.“Jutta Steinberg findet die Kritik an dem jungen Mann zu hart. „Schließlich hat Herr Kahl nicht die 2300 Euro als Kaufpreis veranschlagt.“ Vielmehr habe sich der Preis für die „Perlhühner“ des Barther Künstlers Max Esser in einer Art Telefonversteigerung selbstständig gemacht. Es habe vier Interessenten gegeben, die den Preis untereinander in die Höhe trieben. „Und dieses Mal waren wir vom Vineta-Museum die Glücklichen, die den Zuschlag erhielten. Fabian Kahl ist kein Abzocker. Die Figur ist sogar wertvoller als 2300 Euro“, betont sie. Bislang habe sie immer sehr gut und fair mit dem jungen Mann zusammen gearbeitet, den sie als „still und ruhig“ beschreibt. „Und diese Zusammenarbeit wollen wir auch weiter führen. Wir haben ihm schon Bescheid gesagt, dass wir an Kunst von Max Esser immer interessiert sind, solange wir es uns finanziell erlauben können.“ Fabian Kahl reagierte trotz der bösen Anrufe relativ gelassen. Wer Erfolg habe, habe eben auch Neider, sagte er zu Jutta Steinberg und zeigte sich gleichermaßen erstaunt, wie „spitzfindig“ die Menschen auf den Artikel reagierten.

Ansturm auf das Vineta-Museum

Der OZ-Artikel über den Kauf der „Perlhühner“ bescherte dem Vineta-Museum einen kleinen Medien-Hype. Eine Radiosendung im Kulturjournal von NDR 1 wurde ausgestrahlt und etliche neugierige Besucher kamen ins Museum, um einen Blick auf die Esser-Figur zu werfen. Doch sie ist aktuell noch nicht in der Ausstellung zu sehen. Zurzeit finden die Besucher dort Öl-Gemälde von Adolf Gustav Döring. Bis zum Sommer 2018 zeigt das Vineta-Museum mehr als 100 Werke des Barthers, darunter Grafiken, Zeichnungen, Radierungen sowie großformatige Ölbilder. Döring ist der Schwiegersohn des bekannten Malers Louis Douzette und stand Zeit seines Lebens in seinem Schatten. Die Ausstellung ist die erste ihrer Art, die das Schaffen Dörings würdigt.Im kommenden Jahr ist eine große Max Esser Ausstellung geplant. Doch so lange will Museumsleiter Dr. Gerd Albrecht seine Gäste nicht auf die Folter spannen, die die frisch ersteigerten Perlhühner aus der TV-Sendung begutachten möchten. „Wir werden sie schon bald in einer Vitrine zur Schau stellen“, verspricht Jutta Steinberg.

Carolin Riemer

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