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Fachsimpelei am neuen Klärbecken

Zingst Fachsimpelei am neuen Klärbecken

Vertreter von Kläranlagen aus der ganzen Region haben sich in Zingst zu Fortbildung und Erfahrungsaustausch getroffen.

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Lothar Klatetzke, Leiter des Zingster Abwasserbetriebes (li.), erläutert die Funktionsweise der neuen Bio-Kompaktanlagen.

Quelle: Richter, Timo

Zingst. Abwasserreinigungsverfahren waren das Hauptthema des sogenannten Nachbarschaftstages für Mitarbeiter von Kläranlagen in der Region. Der erste Thementag dieses Jahres fand auf dem Gelände der Kläranlage in Zingst (Vorpommern-Rügen) statt. Betriebsleiter Lothar Klatetzke informierte die 20-köpfige Gruppe über die Abwasserbehandlung in der Anlage im Boddenweg. Die Arbeit in den Klärwerken in der Region wird auch wissenschaftlich begleitet, nämlich im Institut für Bauingenieurwesen, Fachgebiet Siedlungswasserwirtschaft, der Technischen Universität Berlin.

Nachbarschaftstag

Der Nachbarschaftstag – Erfahrungsaustausch und Fortbildung – war für den Leiter des Zingster Abwasserentsorgungsbetriebs die Gelegenheit, Berufskollegen von Kläranlagen in der Region von den Neuerungen in Zingst zu berichten. Denn gerade erst endete der Probebetrieb der beiden neuen Bio-Kompaktbecken. Auch wurde die Erweiterung gerade erst offiziell abgenommen. In Zingst kann nun das Abwasser von in Spitzenzeiten bis zu 28 000 Menschen gereinigt werden. Laut Klatetzke sind die Abwassermengen in den vergangenen Jahren kontinuierlich von 256 000 Kubikmeter pro Jahr auf bis zu 457 000 Kubikmeter im selben Zeitraum gestiegen. Vorrangig immer mehr Urlauber in dem Seeheilbad sind für die steigenden Abwassermengen verantwortlich. Mit der inzwischen fünften Ausbaustufe der Anlage sind die Kapazitätsgrenzen auf dem Areal erreicht. Damit die neuen Becken samt weiterem Pumpenhaus überhaupt gebaut werden konnten, musste einem Zingster Baubetrieb ein Lagerplatz in direkter Nachbarschaft gekündigt werden.

Weitsicht gelobt

Für Alexander Wriege-Bechtold von der Technischen Universität und „Lehrer“ der Nachbarschaft Nummer 52 – das sind die Kläranlagen in dieser Region – ist die technisch hochwertige Ausstattung der Einrichtung in Zingst „der Weitsicht Klatetzkes zu verdanken“. Die notwendigen Erweiterungen sind gut geplant erfolgt. „Hier ist nicht passiert, dass Aktivitäten erst dann erfolgen, wenn es eigentlich schon zu spät ist.“Für Christian Zornow, zweiter stellvertretender Bürgermeister, war Leitmotto der Kommune, „dass wir uns geradezu bibeltreu an die Bedürfnisse des Naturtourismus gehalten haben“. Die Gemeinde habe stets auf eine funktionierende Abwasserbehandlung gesetzt. „Und die kostet Geld“, pflichtet Alexander Wriege-Bechtold bei. Gleichzeitig hat die Gemeinde die Kosten im Auge. Die Gebühren liegen jetzt im unteren Mittelfeld. Im Vergleich mit anderen Anlagen in der Region könne sich die Zingster Kläranlage sehen lassen, so der Uni-Mitarbeiter.Und da sieht sich Lothar Klatetzke vollauf bestätigt. Denn in Konsequenz des regelmäßigen Ausbaus der Kläranlage, aber auch des Umweltbewusstseins der Urlauber und Einwohner der Nationalparkgemeinde habe sich die Gewässerqualität des Zingster Stroms weiter gebessert.

Zuletzt war die Nachbarschaft der Klärwerksmitarbeiter 2010 auf dem Areal der Zingster Anlage zu Gast. In der Regel sollen drei Treffen in jedem Jahr erfolgen.

Timo Richter

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