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Ribnitz-Damgarten Feuerwehren uneins: Landrat will vermitteln
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Feuerwehren uneins: Landrat will vermitteln
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00:00 14.03.2013
Wir lassen uns nicht das Fell über die Ohren ziehen.“Gerd Scharmberg, Kreiswehrführer Festland
Klockenhagen

Das Tauziehen um den Zusammenschluss der beiden Kreisfeuerwehrverbände hält an. Gerd Scharmberg, Kreiswehrführer auf dem Festland, sorgt sich um die Zukunft der Verbände.

„Leider sind wir heute keinen Schritt weiter und ich bin deshalb in großer Sorge. Wir sollten uns um unsere eigentlichen Aufgaben kümmern, statt uns Gedanken um unsere Satzung machen zu müssen“, betonte er und bezeichnete das Papier als „ein Haupthindernis“ auf dem Weg zur Fusion, der die Insulaner ja prinzipiell zustimmen würden. Scharmberg sprach von einer „Forderungsliste der Rüganer“.

Beispielsweise wünschen die Insel-Wehrleute sich eine sofortige Verlegung des Verbandsitzes nach Stralsund. „Was will man schon jetzt an einem Standort, an dem die geplante neue Feuerwehrtechnische Zentrale noch nicht existiert?“, fragt er sich. Solange diese Basis nicht geschaffen sei, sollte der Verbandssitz nach Sicht der Feuerwehrchefs in Klockenhagen bleiben. Dann haben die Kameraden allerdings einen deutlich längeren Weg. „Ich könnte ja durchaus verstehen, wenn die Rüganer statt Stralsund Bergen als vorläufigen Verbandssitz favorisiert hätten“, sagt Scharmberg dazu.

Sorgen um die Uneinigkeit der Feuerwehren macht sich jetzt auch Landrat Ralf Drescher (CDU). „Ich bin schon ziemlich enttäuscht, dass die beiden Verbände sich immer noch nicht zusammengeschlossen haben“, sagt Drescher, der das Ergebnis der Jahreshauptversammlung des Inselverbandes (die OZ berichtete) erst einmal etwas „sacken lassen“ musste. Er kritisiert: „Es sieht für mich so aus, als gehe es weniger darum, gemeinsame Aufgaben abzuarbeiten. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass es darum geht, sich durchzusetzen.“ Feuerwehr funktioniere aber nur miteinander. Deshalb wolle er jetzt beide Seiten zu einem vermittelnden Gespräch einladen.

Ein Punkt, in dem sich die Verbände uneinig sind, ist der Delegiertenschlüssel. So möchte Rügens Feuerwehr künftig pro 15 Mitglieder einen Delegierten für den Verband stellen. Auf dem Festland solle das Verhältnis aber 1:30 sein, weil die Insel kleiner ist als der Altkreis Nordvorpommern. Ein Fakt, der Scharmberg zum Schäumen bringt: „Unterschiedliche Schlüssel einzuführen, würde für das Festland bedeuten, sich von der Insel das Fell über die Ohren ziehen zu lassen. Mit mir nicht. Wir 1:30 und die 1:15? Was ist denn das für ein Demokratieverständnis auf Rügen?“ Zudem befürchtet er, dass die Wahlen im Nachhinein als ungültig erklärt werden könnten.

Weil man sich über eine gemeinsame Satzung nicht einigen konnte, sollte auf Grundlage einer Mustersatzung weitergearbeitet werden, schlägt der Kreiswehrführer vor. Die könnte jederzeit per Beschluss an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Ob das Delegiertentreffen am 26. April in Trinwillershagen ein Ergebnis bringen wird, scheint derzeit fraglich. Dort soll die neue Satzung beschlossen und ein Vorstand gewählt werden.

Rügen will die Satzung nicht

82 freiwillige Feuerwehren hat die Region Nordvorpommern derzeit. Denen gehören rund 1800 Kameraden an. Rügen kommt auf 47 Feuerwehren. Sie versammeln mehr als 1080 Kameraden. Die Verhandlungen zu einer Fusion der beiden Kreisfeuerwehrverbände gibt es seit 2011. Die Rügener Kameraden sprachen sich vor einer Woche gegen die gemeinsame Satzung aus, bevor die strittigen Punkte nicht geklärt sind. Die Vorstände beider Verbände hatten die neue Satzung bereits im Herbst 2012 auf ihre Tagesordnungen gesetzt.

Nordvorpommern hat diese beschlossen und veröffentlicht, die Insulaner lehnten die Satzung mehrheitlich ab.

Volker Stephan

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