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Ribnitz-Damgarten Feuerwerke: Einwohner sind gefragt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Feuerwerke: Einwohner sind gefragt
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07:30 29.11.2017
Feuerwerk in der Silvesternacht: Schön anzusehen, in der Nähe von Rohrdachhäusern aber gefährlich. Quelle: Foto: Volker Stephan
Ribnitz-Damgarten

Für viele Besitzer von rohrgedeckten Gebäuden ist Silvester ein einziger Albtraum. Sie sind am 1. Januar eines jeden Jahres heilfroh, wenn sie und ihre Häuser den Jahreswechsel unbeschadet überstanden haben. Zu ihnen gehören Gerlinde Creutzburg und Maria Lübcke aus Langendamm. „Kaum jemand, der ein Rohrdachhaus hat, traut sich über den Jahreswechsel wegzufahren. Die Angst, dass eine Rakete oder andere Feuerwerkskörper auf dem Dach landen und es brennen könnte, ist einfach zu groß“, sagt Maria Lübcke. Nicht nur in Langendamm ist das ein Problem, sondern auch in den Ortsteilen Körkwitz und Klockenhagen. Zuletzt hatten Creutzburg und Vorsitzende von Ortsbeiräten gar Verbote für das Abbrennen von Feuerwerkskörpern gefordert (OZ berichtete).

Das Ordnungsamt der Stadt hält ein speziell für die betroffenen Ortsteile festgehaltenes Verbot jedoch für überflüssig, da das Sprengstoffgesetz das Abbrennen von Feuerwerk regelt (siehe Infokasten).

„Es gibt die Regularien. Da bedarf es keiner gesonderten Verordnung der Stadt“, sagt Bauamtsleiter Heiko Körner, der an die Eigenverantwortung der Anwohner appelliert. Denn auch wenn das Gesetz den Umgang mit Feuerwerks-Raketen regele, eine Kontrolle am Silvesterabend durch das Ordnungsamt sei schwierig. „Es ist nicht an uns, einen Bereitschaftsdienst einzusetzen“, stellt Körner klar und betont nochmals die Eigenverantwortung der Bürger.

Unpräzises Gesetz

Gerlinde Creutzburg gab in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates Langendamm jedoch zu bedenken, dass das Gesetz zu unkonkret formuliert sei: „Was heißt unmittelbare Nähe? Das definiert doch jeder anders.“ Die Langendammerin wünscht sich, dass das Gesetz an dieser Stelle präzisiert würde.

Creutzburg und Maria Lübcke machten deutlich, dass sie sehr gut verstehen, dass Menschen das neue Jahr mit Feuerwerk begrüßen möchten. Deshalb gehe es ihnen nicht per se um ein generelles Verbot.

Aber es müsse eine Lösung gefunden werden, um die rohrgedeckten Häuser, die von ihren Besitzern mit viel Liebe erhalten werden, besser zu schützen als es derzeit mit den unzureichenden Bestimmungen des Sprengstoffgesetzes möglich sei.

In anderen Orten der Region gibt es feste Regelungen. Dörfer wie beispielsweise Born weisen spezielle Flächen für private Feuerwerke aus, die weit genug von den Schilfdächern entfernt sind. Gerlinde Creutzburg schlägt vor, die Langendammer im Rahmen einer Einwohnerversammlung zu befragen, ob das ein gangbarer Weg auch für Langendamm wäre.

In vielen Orten dürfen Raketen und Böller erst in einer Entfernung von mindestens 180 Metern zu rohrgedeckten Häusern entzündet beziehungsweise abgefeuert werden. Gerlinde Creutzburg würde sich wünschen, dass in Langendamm auch über eine solche Regelung nachgedacht wird.

Zentrale Abbrennplätze

Ortsbeiratsvorsitzender Udo Voß (CDU/FDP-Fraktion) betont, dass es sehr wichtig sei, weiter über das Problem zu diskutieren und nach Lösungsvorschlägen zu suchen, wie die Sicherheit erhöht werden könne. Voß: „Man muss den Leuten klar machen, welcher Schaden mit einer Rakete, die vielleicht 2,50 Euro kostet, angerichtet werden kann.“

Die Idee, in den jeweiligen Ortsteilen die Einwohner zu befragen, was sie wollen, griff Ortsbeiratsmitglied Hans-Dieter Konkol (CDU/FDP-Fraktion) auf. „Auf jeden Fall könnte das schon einmal dazu beitragen, die Leute für das Thema zu sensibilisieren“, sagte er. Und wenn eine Mehrheit dafür ist, dass Feuerwerke nur an festgelegten Plätzen abgebrannt werden dürfen, dann sollte das auch in die entsprechende städtische Satzung aufgenommen werden. In diesem Sinne sprach sich Konkol auch in der Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Ordnung und Verkehr, wo ebenfalls über das Thema diskutiert wurde und dessen Vorsitzender er ist, aus.

Darüber hinaus verschickt die Stadt Infoflyer an die Vermieter in den Ortsteilen, um auf diesem Weg die Urlauber, die den Jahreswechsel in der Region verbringen, zu erreichen.

Das sagt das Gesetz

In Deutschland ist das Abfeuern von Feuerwerk der Klasse 2, das sind Kleinfeuerwerke wie China-Böller, Batterien oder Raketen mit begrenzter Steighöhe, durch Privatpersonen grundsätzlich nur in der Silvesternacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar erlaubt. Rechtliche Grundlage dafür ist das Sprengstoffgesetz. Wer außerhalb der Silvesternacht ein Feuerwerk veranstalten möchte, benötigt eine Genehmigung. Wer Feuerwerk ohne Genehmigung an anderen Tagen zündet, muss mit einer Geldbuße von bis zu 10000 Euro rechnen.

Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden und Anlagen wie etwa rohrgedeckten Häusern, ist generell verboten.

Edwin Sternkiker und Robert Niemeyer

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