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Film ab Velgast: Jugendliche drehen im „Laden“

Velgast Film ab Velgast: Jugendliche drehen im „Laden“

André Braun ist der Kameramann beim Filmteam „Flimmerkiste“ des Velgaster Ladens. Vor eineinhalb Jahren stieß der 20-Jährige dazu. „Durch meine Freundin Cindy Münster“, erzählt der junge Tribseeser, der immer noch auf der Suche nach einer Lehre zum Berufskraftfahrer ist.

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Andr� Braun steht in Velgast hinter der Kamera. Der 20-J�hrige kommt aus Tribsees.

Velgast. Die 17-jährige Schülerin Cindy spielt im neuen Streifen eine Prinzessin.

Am Donnerstag war die Sporthalle im Dorfgemeinschaftszentrum der geeignete Drehort. Momentan entstehen die letzten Aufnahmen. Danach wird alles geschnitten. In drei bis vier Wochen soll der Film dann fertig auf CD gebrannt sein.

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Sarah Arendt hat eine der Hauptrollen im neuen Film des Filmteams „Flimmerkiste“ . Hier bekommt sie Regieanweisungen von Manuela Morlok. Am Boden liegend: William Becker (11).

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„Es handelt sich bei der neuesten Produktion um die Wiedergabe eines Computerspiels“, erklärt Manuela Morlok. Erst sollte ein „Tatort“ entstehen, dann aber entschieden sich die jungen Leute doch für die Alternative. Die junge Frau kommt vom STiC-er-Theater Stralsund und hilft einmal die Woche als Frau vom Fach in Velgast mit. Es mache ihr riesigen Spaß, erklärt sie. Velgast sei eine Super-Location. Hier habe sie zum Beispiel Kulissen, die es in Stralsund zwar auch gibt, in die man dort aber nicht so ohne Weiteres gelange.

Dafür sorgt in der Gemeinde Bernd Tscheuschner. Er ist seit vielen Jahren der Chef des Ladens — der früher wirklich mal ein Geschäft war — und er hält ihn auch zusammen. Und die Jugendlichen akzeptieren den 53-Jährigen. „Hi, Bernd“, ist hier die normale Anrede.

Ob Filmcrew oder Fußballmannschaft, Kraftsporttraining oder Schülerfirma — der Laden in Velgast bietet einiges, ist Tscheuschner überzeugt. Er sei jeden Tag in dem kleinen Treff — es sei denn, er ist gerade mit einer Truppe Jugendlicher on Tour: im Wintersport oder bei der Besichtigung des Reichstages. 2008 hat er den Job übernommen. Zuvor war er acht Jahre in der Schulsozialarbeit in Stralsund tätig.

Bernd Tscheuschner hält viel von dieser offenen Jugendarbeit, weil er so an die jungen Leute herankommt. „Klar erzählen die mir dann auch von ihren Sorgen und Nöten“. Oft kann er ihnen helfen, wenn die Eltern schon kapituliert haben. „Wichtig ist“, so Tscheuschner, „dass Jugendarbeit vor Ort und nicht irgendwo zentralisiert geleistet wird.“ Leider gehe der Trend in die Richtung, was er absolut nicht gut heißen kann. „Wir brauchen keine Leuchttürme, sondern Angebote in der Fläche“, ist seine Überzeugung.

Froh ist er, dass die Gemeinde nach wie vor zu ihm und zur Jugendarbeit steht. „Wir können die Sporthalle kostenlos nutzen, zahlen keine Betriebskosten.“ Das helfe schon sehr.

„Wir haben nicht die Probleme, wie sie Vereine derzeit in Stralsund haben“, sagt Tscheuschner. Denn beim Velgaster Laden liegt die Finanzierung nicht nur bei einem Träger, sondern ist gedrittelt:

Gemeinde, Landkreis und Europäischer Sozialfonds kommen dafür auf. Allerdings läuft bei letzterem die Förderung 2013 aus. „Was dann wird, muss man sehen“, zeigt sich Tscheuschner dennoch optimistisch.

Während die Filmcrew noch bei letzten Kameraeinstellungen ist, kommen bereits die ersten Fußballer in die Sporthalle. „Fußball steht in Velgast am höchsten im Kurs. Da sind wir immer viele“, so Tscheuschner. Aber auch die Filmcrew kann sich nicht beklagen. Der neue Streifen ist nämlich schon der fünfte, der abgedreht wird. Demnächst sollen die Produktionen sogar bei „Youtube“, dem Videoportal im Internet, hochgeladen werden, erzählt Manuela Morlok. Das finden Cindy und Sarah Arendt gut. Die Zwillinge aus Velgast sind von allen am längsten am Set, haben schon in mehreren Streifen mitgewirkt. Neu im Team ist der Fünftklässler William Becker. Er kam vor einem halben Jahr dazu. William muss im neuen Film den Bösen mimen. Er macht es dennoch mit Begeisterung, hat viel Spaß dabei.

Reinhard Amler

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