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Fischland-Darss Camper retten Borns Tourismusbilanz
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00:00 22.03.2014
Yves Scharmberg (vorn) präsentierte die touristischen Kennzahlen des vergangenen Jahres für das Boddendorf Born. Quelle: Timo Richter

Die Anbieter von Ferienunterkünften in Born haben im vergangenen Jahr unter dem späten Saisonbeginn gelitten. 2,5 Prozent weniger Urlauber reisten 2013 in dem Boddendorf an, insgesamt waren es nach Auszählung der Meldescheine annähernd 17 350. Die Zahl der Übernachtungen in Born ging um knapp 1,6 Prozent zurück. Diese Zahlen präsentierte am Donnerstagabend Yves Scharmberg von der Borner Kurverwaltung.

Doch insgesamt betrachtet erscheint die Tourismussaison in einem ganz anderen Licht, dann nämlich, wenn die Campingplätze in Born und bei Prerow sowie die Jugendherberge Ibenhorst in die Statistik einbezogen werden. Allein auf den beiden Campingplätzen reisten im vergangenen Jahr 54 340 Urlauber an, annähernd 252 000 Übernachtungen summierten sich. Dadurch dreht die Bilanz Borns ins Positive. Unterm Strich steht ein sattes Plus von 5,1 Prozent bei den Gästeankünften, die Zahl der Übernachtungen stieg im Vergleich zum Jahr 2012 um glatte 4 Prozent. Einen Grund dafür sah Gerd Scharmberg von der Regenbogen-Geschäftsführung im Überwinden der „Nachwehen“ des Regensommers 2011.

Nach Einschätzung Yves Scharmbergs übernimmt Born damit eine Vorreiterrolle. Stieg die Übernachtungszahl auf dem Darß um insgesamt 1,6 Prozent, auf der gesamten Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gar um 2,8 Prozent, wurden auf Rügen und Usedom Rückgänge um 2,6 beziehungsweise 1,3 Prozent registriert — jedenfalls bei den gewerblichen Vermietern mit mindestens zehn Betten. Davon gibt es in Born aber abgesehen von den Campingplätzen und der Jugendherberge nicht einmal eine Hand voll.

Wie wichtig die Campingbranche für den Ort ist, verdeutlicht ein Vergleich der Herkunft der Kurtaxe-Einnahmen. Die betrugen im vergangenen Jahr insgesamt fast 619 000 Euro. 63,8 Prozent davon stammen aus der Campingwirtschaft, nicht einmal ein Drittel entfällt auf die Vermieter von Gästebetten im Ort, wie Yves Scharmberg vorrechnete. Mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von acht Tagen liegt der Ort deutlich über dem Landesmittel von 5,6 Tagen.

In Born gibt es nach Erhebung der Kurverwaltung aktuell 508 Ferienwohnungen. Dazu kommen 169 Ferienhäuser sowie 73 Pensionszimmer und Ferienappartements.

Die meisten Gäste in Born kommen aus Berlin. Was der Kurverwaltung Sorgen bereitet, ist die geringe Quote von Urlaubern aus dem Hamburger Raum. Aber angesichts der sinkenden Akzeptanz der Hamburger Reise-Messe brüten die Darßgemeinden über neue Strategien, die Hamburger weg von deren angestammten Reisezielen Sylt und Nordseeküste auf den Darß zu locken.

Während der anschließenden Diskussion schwebte die beabsichtige Bebauung des Borner Holms mit einem Hotel, Ferienhäusern und Wohnhäusern wie ein Damoklesschwert über den Anwesenden. Kritiker jeglicher Bebauung des Boddenareals im Südwesten der Ortslage befürworten den Bau von weiteren Häusern auf gemeindeeigenen Grundstücken innerhalb des Ortes. Die Urlauber würden aber gerade die lockere Bebauung Borns schätzen, entgegnete Yves Scharmberg. Holger Becker kritisierte in diesem Zusammenhang, dass auf zahlreichen Privatgrundstücken inzwischen mehrere Häuser stünden, sich aber genau diese Eigentümer gegen die Bebauung des Holms aussprächen.

Vor allem müsse die Qualität der Ferienunterkünfte weiter steigen. Gut verdienende Naturliebhaber stellten einen Großteil der Urlauber in Born dar. „Die stellen hohe Ansprüche an die Unterkünfte“, betonte Scharmberg junior. Diese Gäste würden sich seiner Erfahrung nach zumeist gegen eine innerörtliche Verdichtung aussprechen. Die Gäste würden immer qualitätsbewusster, was sich auch daran zeige, dass außerhalb der Hauptsaison in erster Linie die hochwertigen Unterkünfte vermittelt würden.

Hohe Verweildauer
750Gästeunterkünfte stehen nach aktuellem Stand in Born zu Verfügung. Mit 508 bilden Ferienwohnungen den Hauptanteil.
8Tage beträgt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Urlauber in Born. Im Landesschnitt bleiben die Gäste 5,6 Tage.
63,8Prozent der Kurtaxeeinnahmen stammen 2013 aus dem Campinggeschäft. Knapp ein Drittel wird durch die Vermietung von Ferienunterkünften in Born erzielt, der Rest stammt von der Jugendherberge.



Timo Richter

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