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Fischland-Darss Ein ganzer Raum voll mit Küstengold
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11:39 03.04.2014
Fossilien, wie diese Seeigel, werden in der Alten Schule in Wieck ausgestellt. Quelle: OZ

Das Rätsel um das sagenumwobene Bernsteinzimmer ist gelöst: Es befindet sich in der Alten Schule in Wieck. Im Dachgeschoss, um genau zu sein.

Dort wird am 16. Mai ein Bernstein- und Fossilienzimmer eröffnet. Zu sehen sind darin Stücke, die Petra und Dieter Jung aus Zingst während der vergangenen 20 Jahre auf der Halbinsel Fischland-Darß- Zingst gefunden haben. „Für die Besucher wird es mehr als nur ein Aha-Erlebnis geben“, verspricht Dieter Jung. Die Idee stieß bei den Mitgliedern des Aufsichtsrates der Kur- und Tourist GmbH Darß auf Zustimmung, dem Ausbau der obersten Etage der Alten Schule als Teil der Darßer Arche stand nichts im Wege. Die Zingster Sammler schlossen mit dem Wiecker Tourismusbetrieb als Träger der Darßer Arche einen Fünfjahresvertrag, mit der Option einer Verlängerung um weitere fünf Jahre.

Die Sammelleidenschaft von Petra Jung erwachte in einer Phase der Arbeitslosigkeit. Schnell teilte ihr Mann Dieter die Liebe zu Bernstein und Versteinerungen. So entstand nach und nach eine Sammlung, die außergewöhnliche Inklusen — in den Bernstein eingeschlossene Insekten — umfasst. Im neuen Bernstein- und Fossilienzimmer werden mehr als 60 solcher besonderen Stücke ausgestellt.

Dazu kommen die Fossilien, die Dieter Jung auf der Halbinsel entdeckt habe. Käfer, Schnecken und vor allem Seeigel werden dann zu sehen sein. Eine Ausstellungsvitrine ist Bernsteinen aus der Dominikanischen Republik, dem letzten Urlaubsziel der Zingster, vorbehalten. Die Ausstellung war bislang im Museumshof Zingst zu sehen. Doch dort seien nun andere Schwerpunkte gesetzt worden, sodass in der Alten Schule in Wieck ein willkommenes Obdach für die wertvollen Stücke gefunden wurde. Ergänzt wird die Schau mit wissenschaftlich-schönen Fotografien von Bernsteinen mit besonders beeindruckenden Inklusen.

Allein das Herrichten des Ausstellungsraumes stellt für die Kur- und Tourist GmbH Darß eine spürbare Investition dar, wie der Geschäftsführer des Tourismusbetriebes, Lutz Hennig, sagt. Möglich wurde der Ausbau durch eine Finanzspritze aus Born für die Erweiterung und Verbesserung der Ausstellung im Nationalparkzentrum. Wichtigstes Ziel ist es weiterhin, den „seit Jahren sichtbaren Besucherrückgang zu stoppen“, sagt Hennig. Das Bernstein- und Fossilienzimmer werde zu der Attraktion, die mehr Besucher in die Darßer Arche locke, hofft Hennig.

Für die Besucher wird es sicherlich mehr als nur ein Aha- Erlebnis geben.“Dieter Jung aus Zingst



Timo Richter

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