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Fischland-Darss Fotostrecke dokumentiert Uferabbrüche
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00:05 10.06.2017
Gabriele Renz, Sigrid Rauscher und Bastian Lorig (v. li.) betrachten die Dokumentation des andauernden Rückgangs der Steilküste zwischen Wustrow und Ahrenshoop im Kunstmuseum. Quelle: Foto: Timo Richter
Ahrenshoop

Mit einer Fotoschau im Kunstmuseum dokumentiert die Initiative Hohes Ufer Ahrenshoop den beständigen Rückgang der Küstenlinie zwischen Wustrow und dem Künstlerort. Aktuelle Aufnahmen vom Steilufer kontrastieren mit teilweise historischen Aufnahmen von der Steilküste in dem Bereich. Zur Ausstellungseröffnung war auch der frühere Bundespräsident Joachim Gauck anwesend. Zu sehen ist die Ausstellung im Projektraum des Kunstmuseums bis zum 15. Juli. Viele der alten Aufnahmen sind Darstellungen auf alten Postkarten.

Wellenbrecher favorisiert

282 Mitglieder hat die Initiative Hohes Ufer Ahrenshoop. Ziel ist der Schutz der Steilküste zwischen Wustrow und Ahrenshoop. Weil das Land nicht tätig wird, will die Initiative den Küstenschutz mit Spendengeld finanzieren.

10 Buhnen waren erst im Gespräch. Nun wird das Aufschütten von Wellenbrechern favorisiert.

Vor allem während der Postkartenbörse in Ahrenshoop seien Mitglieder der Initiative fündig geworden, wie dessen Vorsitzender Jörn Reiche sagt. Im Vergleich mit neuen Aufnahmen ist ein deutlicher Rückgang der Küstenlinie in dem Bereich zu sehen. So hat sich eine Art Bucht ergeben mit der Folge, dass aufgrund der Strömung gar ein beschleunigtes Abbröckeln des Hochufers befürchtet wird. Erst zu Beginn des Jahres ist ein weiteres Teil der einstigen Radarstation aus dem Hochufer abgestürzt (die OZ berichtete). Es handelt sich um ein früher als Träger genutzter Betonblock.

Ziel der Initiative ist es, Spendengeld für privat finanzierte Küstenschutzmaßnahmen zu akquirieren. Das Land sieht in dem Bereich derzeit keine Veranlassung, in Küstenschutzmaßnahmen zu investieren, weil durch den weiteren Rückgang der Küstenlinie eine Bebauung nicht gefährdet ist. So jedenfalls in der Vergangenheit immer die Argumentation von Umweltminister Till Backhaus (SPD). Bei Einheimischen allerdings wächst die Furcht vor einem weiter anhaltenden Abbruch der Steilküste zwischen Wustrow und Ahrenshoop und dem möglichen Verlust von Landschaft und irgendwann einmal auch von Hab und Gut.

Zehn Buhnen, so ein erstes Ergebnis, sollten den Küstenabschnitt schützen helfen. Wegen erheblicher Mehrkosten wurde der Bau einer zusätzlichen Unterwasserschwelle schnell zu den Akten gelegt.

Mittlerweile ist die Initiative auf den Bau von Wellenbrechern umgeschwenkt, die laut Reiche deutlich mehr Wirkung entfalten würden. Vor Sassnitz auf Rügen sollen solche Wälle in der Ostsee aufgeschüttet werden, um die Bebauung zu schützen. Unumstritten ist die Variante auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst nicht. Mit Verweis auf Gefahren durch Strömungen wird zuweilen der Wellenbrecher in Ahrenshoop angeführt. In der Vergangenheit gerieten bei bestimmten Wind- und Strömungsverhältnissen immer wieder Schwimmer in Gefahr.

Timo Richter

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