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Mit Kamera und ohne Netz im Darßwald

Born Mit Kamera und ohne Netz im Darßwald

Während des ersten Darßer Jugend-Naturfilmcamps entstanden eine Reportage und ein Spielfilm.

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Auf filmischer Spurensuche am Darßer Weststrand: Ist der Jogger bis hierher gekommen?

Quelle: Arche Natura gGmbH

Born. Kommt ein Jogger aus der Weltstadt mit Smartphone in den Darßwald ... und hat kein Netz! So könnte der Spielfilm beginnen, den sich die ältere der beiden Gruppen des Jugend-Naturfilmcamps ausgedacht hat, das vom 21. bis zum 24. August zum ersten Mal auf dem Darß stattfand. Zwölf Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren aus Berlin, Born, Braunschweig, Ribnitz-Damgarten, Stralsund, Wismar und Zingst sind in dieser Zeit im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft zusammen gekommen, um selber Naturfilme zu drehen. Sie hatten sich im Internet um die Teilnahme beworben. Idee, Konzept, Kamera, Ton, Licht, Regie und Darstellung — alles durften sie selber machen, professionell unterstützt von drei Medienpädagogen aus der Medienwerkstatt Wismar im Filmbüro MV. „Der Jogger ist ein Städter, wie man ihn sich vorstellt“, erklärt der 15-jährige Wismarer Philip, wie er seine Rolle anlegen will. Und so kommt es wie es kommen muss: Der Jogger ohne Netz verirrt sich im grünen Labyrinth des Darßwalds.

Doch er ist nicht allein: Als Reporterteam durchstreifen die Jüngeren den Wald auf der Suche nach wilden Tieren. Vor der Kamera des 11-jährigen Murat berichten Lara (10) und Janin (11), Freundinnen aus Stralsund. Bereits am ersten Drehtag hatten sie zwei Rehe und zwei Schwäne entdeckt und Ranger Lutz getroffen. Den haben die Mädchen gleich interviewt. Abends dann schauten sich die Teilnehmer tolle Naturfilme über die Wölfe in der Lausitz und das Grüne Wunder an. „Wölfe sind meine Lieblingstiere“, erzählt Lara, sie hat keine Angst vor ihnen, macht sich aber wenig Hoffnungen im Darßwald auf einen Isegrim zu stoßen. Diese Nachricht hätte den verirrten Jogger aus der Stadt sicher beruhigt.

Nach den Dreharbeiten am Freitag und Samstag lernen die Teilnehmer am Sonntag Produktion, Fertigung und Schnitt kennen. „Dabei stehen Inhalt und Spaß im Vordergrund, denn uns ist wichtig, dass sie sich wirklich gern mit dem Thema beschäftigen“, betonen die Medienpädagogen Andros Schakan, Jonna Zander und Marcus Wojatschke. Außer ihnen betreuten Elisabeth Loose vom Nationalpark und Lena Schräder von der Arche Natura die Nachwuchsfilmemacher.

Veranstaltet wurde das Camp auf dem Gelände der Jugendherberge Born vom Darßer Naturfilmfestival und dem Nationalparkamt Vorpommern. Der WWF Deutschland förderte das für die Kinder und Jugendlichen kostenfreie Projekt um sie für das Medium Naturfilm zu begeistern. „Es ist der Blickwinkel der heutigen Jugend, der das Bild unserer Erde bestimmen wird“, begründete WWF-Vorstand und Camp-Pate Eberhard Brandes bei der Begrüßung, der zur Eröffnung des Camps angereist war.

Ob der Jogger wieder aus dem Darßwald findet und welche wilden Tiere den Reportern dort noch begegnet sind, wird sich auf dem Filmfest Wismar und dem Darßer Naturfilmfestival (24.-28. September) zeigen, wo Reportage und Spielfilm zusammen mit den anderen besten deutschen Naturfilmproduktionen präsentiert werden.

Inhalt und Spaß stehen im Vordergrund.“Marcus Wojatschke,
Medienpädagoge

 



Susanne Retzlaff

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Born
Jugendliche auf filmischer Spurensuche am Darßer Weststrand.

Zwölf 10- bis 16-Jährige aus Berlin, Braunschweig, Wismar und der Region nahmen am ersten Jugend-Naturfilmcamp in Born (Kreis Vorpommern-Rügen) teil.

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