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Fischland-Darss Nachhauseweg – matschige Angelegenheit
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00:01 13.12.2017
Helmut Bartels fürchtet, dass die Anlieger bei der Wiederherstellung der Zuwegung zur Kasse gebeten werden. Quelle: Foto: Timo Richter
Zingst

Mit Matsch und Dreck stehen Hannelore und Helmut Bartels auf Kriegsfuß. Das Ehepaar kann sein Grundstück an einem Stichweg der Seestraße in Zingst kaum noch trockenen Fußes erreichen. Die Beschäftigten auf verschiedenen Baustellen zwischen den Strandzugängen acht und neun haben aus der unbefestigten Zuwegung eine Schlammstrecke gemacht.

Tiefe Löcher im Weg, komplett zerfahrene Seitenstreifen. Größte Sorge der Eheleute ist, dass die Anlieger – und damit auch sie – für eine Wiederherstellung des Weges zur Kasse gebeten werden.

Bis zu 14 Fahrzeuge hätten in der Vergangenheit in dem Stichweg geparkt. Seitens der Kommune habe es eine Erlaubnis für acht Mitarbeiterfahrzeuge gegeben, zitiert der 73-jährige Helmut Bartels einen Bauleiter. Vor allem die Randstreifen sind inzwischen so kaputt, dass sich auch Bauarbeiter mit ihren Fahrzeugen schon festgefahren hätten.

Ein Notruf beim Ordnungsamt habe nicht geholfen. Mitarbeiter hätten die Situation zwar in Augenschein genommen. Passiert sei jedoch nichts, ärgert sich Helmut Bartels. Seit dem Frühjahr sei ihr Grundstück – eins von insgesamt vier Flächen, die über den Stichweg erschlossen werden – kaum noch trockenen Fußes zu erreichen. Und an den Winter mögen die Eheleute noch gar nicht denken. Gefrorene Pfützen und vereiste Spurrinnen machten es dann noch schwieriger, Heim und Hof zu erreichen, fürchtet der Zingster.

„Wenn die fertig sind, stehen wir im Dreck“, ist Helmut Bartels überzeugt. Dabei stört ihn das Bauen in Zingst im Allgemeinen gar nicht so sehr. „Ich schätze, was in Zingst geschehen ist. Da ist viel Gutes passiert“, sagt er. Im Jahr 2000 kam er mit seiner Frau aus Rostock nach Zingst, übernahm das Haus der Schwiegereltern in der Seestraße, brachte es auf Vordermann, baute an. Die Zuwegung zu den vier Grundstücken war auch früher nie speziell ausgebaut, brauche es seiner Auffassung nach auf künftig nicht sein. Mit den derzeitigen Zuständen will sich das Ehepaar aber nicht abfinden – und später für eine Reparatur auch nicht finanziell geradestehen.

Die Sorge kann Bürgermeister Andreas Kuhn (CDU) den Bartels nehmen. Eine Wiederherstellung des öffentlichen Weges zähle als Unterhalt. Und den habe die Straßenbaulastträgerin, in diesem Fall die Kommune, zu bezahlen. Anders wäre es nur bei einem Ausbau der Straße, wenn beispielsweise eine andere Oberfläche hergestellt würde. Das wäre dann beitragspflichtig. Davon ist in der Kommune derzeit aber nicht die Rede. Mit Blick auf die Zustände des Weges sagt Kuhn, dass manche Dinge im Zusammenhang mit Bauarbeiten „ein Stück weit zu ertragen“ seien. Ähnliche Situationen gebe es „öfter mal im Ort“. Im Falle des Stichweges sei das Ordnungsamt dran, so werde die Intensität des Parkens geprüft.

Timo Richter

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