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Prerow plant sozialen Wohnungsbau

Prerow Prerow plant sozialen Wohnungsbau

Die Gemeindevertretung beschließt den Bebauungsplan am Krabbenort.

Prerow. Die Baustellen gehen Prerow nicht aus, auch wenn es zu Verzögerungen kommt, wie bei der Genehmigung für den Bau des Feuerwehrhauses. Vorsichtig geworden wegen des noch immer anhängigen Rechtsstreits um den Standort des Wiecker Gerätehauses, soll die entstehende Geräuschbelästigung eingehender geprüft werden, erklärt Prerows Bürgermeister Andreas Meller bei der Gemeindevertretersitzung die noch nicht erfolgte Baugenehmigung. Er rechne mit einem Baubeginn im Frühjahr 2014.

Wasserspiegel zu tief, Kosten zu hoch — nicht sehr zufrieden sind Bürger und Gemeinde mit dem Wasser- und Bodenverband (WBV) Recknitz-Boddenkette. Der hatte einen Kostenbescheid über 74 000 Euro an die Gemeinde geschickt, die diese auf die Bürger umlegt. Die sollen nun 89 Euro je Hektar statt bisher 56 Euro zahlen. „Tätiger“ als vorher sei der WBV gewesen und habe erhöhte Aufwendungen für das defekte Schöpfwerk gehabt, begründete die leitende Verwaltungsbeamtin des Amts, Katrin Kleist, aber man befinde sich über die Höhe im Rechtsstreit mit dem WBV. Gleichwohl müsse aber die Satzung über die aktuellen Umlagen beschlossen werden, was die Mehrheit der Gemeindevertreter tat.

Ihr etwa 16 000 Quadratmeter großes Gelände am Krabbenort möchte die Gemeinde als Wohn- und Ferienhausgebiet erschließen. Die Kosten des Projekts (Grunderwerb, Planung Erschließung) sollen etwa 600 000 Euro betragen, schätzt Meller. Würde man drei besonders attraktive Grundstücke im Südosten für die Bebauung mit Ferienhäusern verkaufen, würde der Erlös möglicherweise diese Kosten decken.

Die übrigen neun Grundstücke könnten Bürgern der Gemeinde für fünf bis zehn Jahre zu einem minimalen Erbpachtzins überlassen werden, „sozialer Wohnungsbau für Bürger, die keine Grundstücke geerbt haben“, so der Bürgermeister. Genau die jedoch könnten es sich auch bei befristet günstiger Erbpacht nicht leisten, dort ein Häuschen zu bauen, hielt die Fraktion „Rettet Prerow“ dagegen und stellte Alternativanträge ohne Ferienhäuser, mit Gewerbegebiet oder mehr Wohnbebauung auf kleineren Grundstücken, fand jedoch keine Mehrheit. Die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 50 sowie die Änderung des Flächennutzungsplanes waren beschlossene Sache. Während die Zahl der Ferienhäuser im Beschluss selbst festgelegt ist, findet sich die Anzahl der Wohnhäuser nur noch in der Begründung. Vom „sozialen Zweck“ oder der Absicht, diese Grundstücke im Eigentum der Gemeinde zu belassen um sie verpachten zu können, ist in der Schriftform allerdings keine Rede.

Einig waren sich die Gemeindevertreter darin, mit Born die Konditionen einer Betreibung des Nothafens erkunden zu wollen, ebenso wie in der Einstellung von knapp 93 000 Euro in den nächsten Haushalt als Eigenanteil vor allem für Ausbau von Radwegen. Hintergrund ist die Hoffnung auf eine 90-prozentige Förderung der Nettokosten aus dem Topf Tourismusentwicklung. Das Projekt ist eingebettet in den größeren Rahmen eines flächendeckenden Ausbaus der Wege durch den Darßer Wald.

 

Susanne Retzlaff

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